ElektronegativitÀt und PolaritÀt von Bindungen

Electronegativity and Bond Polarity

Chemie Klasse 9 9 Aufgaben
ElektronegativitÀtPolaritÀtBindungenKerncurriculum

ElektronegativitĂ€t misst, wie stark ein Atom die gemeinsamen Bindungselektronen anzieht; aus der Differenz der Werte folgt die PolaritĂ€t einer Bindung — von unpolar ĂŒber polar bis zur Ionenbindung als Grenzfall. Bindung ist also nicht schwarz-weiß, sondern ein Übergang. Entscheidend ist der zweite Schritt: Ein MolekĂŒl mit polaren Bindungen kann als Ganzes unpolar sein, wenn die BindungspolaritĂ€ten sich aus SymmetriegrĂŒnden aufheben (CO₂ unpolar, H₂O polar). Die PolaritĂ€t erklĂ€rt die Löslichkeit und ist die Voraussetzung fĂŒr WasserstoffbrĂŒcken.

Leicht
Multiple Choice #1 25s ▶ Testen

Was beschreibt die ElektronegativitÀt (EN) eines Atoms?

  • ● Wie stark ein Atom in einer chemischen Bindung das gemeinsame Elektronenpaar zu sich zieht.
  • ○ Wie viele Elektronen das Atom abgeben kann.
  • ○ Wie schwer das Atom ist.
  • ○ Wie viele Bindungen das Atom maximal eingehen kann.
EN ist eine relative GrĂ¶ĂŸe (Skala nach Pauling von ~0,8 bis 4,0). Hohe EN bedeutet: starkes Anziehen der Bindungselektronen. Spitzenreiter ist Fluor (4,0). Im Periodensystem nimmt die EN von links nach rechts und von unten nach oben zu.
LĂŒckentext #2 12s ▶ Testen

Das Element mit der höchsten ElektronegativitÀt ist ___.

✓ Antwort: Fluor
Fluor (F) hat den Pauling-Wert 4,0. Danach folgen Sauerstoff (3,5) und Stickstoff/Chlor (3,0). Diese vier Elemente sind die "EN-Top-4" und tauchen immer wieder als polarisierende Bindungspartner auf — etwa in HF, H₂O, NH₃, HCl.
Mittel
Multiple Choice #1 25s ▶ Testen

Wie Àndert sich die ElektronegativitÀt im Periodensystem?

  • ● Sie nimmt von links nach rechts und von unten nach oben zu.
  • ○ Sie nimmt von oben nach unten zu.
  • ○ Sie ist ĂŒberall gleich.
  • ○ Sie ist nur bei Metallen definiert.
Innerhalb einer Periode wĂ€chst die Kernladungszahl bei gleicher Schalenanzahl — der Kern zieht stĂ€rker. Innerhalb einer Gruppe kommen Schalen dazu, die Außenelektronen sind weiter weg und schlechter gebunden. Spitzenwerte daher rechts oben (Fluor), Tiefstwerte links unten (Caesium, Francium).
Multiple Choice #2 25s ▶ Testen

Welche Bindung ist polar?

  • ● H–Cl, weil Cl deutlich elektronegativer ist als H.
  • ○ H–H, weil beide Atome gleich sind.
  • ○ Cl–Cl, weil beide Atome gleich sind.
  • ○ O–O, weil beide Atome gleich sind.
In H–Cl betrĂ€gt die EN-Differenz ΔEN ≈ 3,0 – 2,1 = 0,9. Das gemeinsame Elektronenpaar verschiebt sich Richtung Chlor. Es entstehen Teilladungen: Cl⁻^ÎŽ (negativ) und Hâș^ÎŽ (positiv). In gleichartigen Bindungen wie H–H ist ΔEN = 0 — die Bindung ist unpolar.
LĂŒckentext #3 15s ▶ Testen

Bei einer polaren Atombindung markiert man die unsymmetrische Ladungsverteilung mit ___ (griech. Buchstabe + und −).

✓ Antwort: Teilladungen
Notiert wird das mit ÎŽâș und Ύ⁻ ĂŒber den Atomen, etwa: H^ÎŽâș – Cl^Ύ⁻. "Teil" deutet an, dass die Verschiebung kleiner ist als bei einer vollstĂ€ndigen Ionenbildung — eine GrĂ¶ĂŸenordnung, nicht eine ganze Elektronenladung.
Multiple Choice #4 25s ▶ Testen

Bei welcher EN-Differenz spricht man von einer ĂŒberwiegend ionischen Bindung?

  • ● ΔEN > ca. 1,7
  • ○ ΔEN > 0,4
  • ○ ΔEN < 0,1
  • ○ ΔEN = 1,0
Daumenregel: ΔEN < 0,5 unpolare Atombindung; 0,5 ≀ ΔEN < 1,7 polare Atombindung; ΔEN ≄ 1,7 ionische Bindung. NaCl hat ΔEN = 3,0 – 0,9 = 2,1 → ionisch. Die ÜbergĂ€nge sind fließend; "polar" und "ionisch" sind die Endpunkte einer Skala.
Multiple Choice #5 15s ▶ Testen

ElektronegativitÀten: H 2,2 · C 2,6 · O 3,4 · F 4,0. Welche dieser Bindungen ist am stÀrksten polar?

  • ○ F–F
  • ● O–H
  • ○ C–H
Wie polar eine Bindung ist, hĂ€ngt von der Differenz der ElektronegativitĂ€ten ab, nicht vom elektronegativsten Atom allein. O–H: ΔEN = 3,4 − 2,2 = 1,2 (stark polar). C–H: ΔEN = 0,4 (fast unpolar). F–F: Fluor ist zwar das elektronegativste Element, aber beide Atome ziehen gleich stark – ΔEN = 0, die Bindung ist unpolar.
Schwer
Multiple Choice #1 30s ▶ Testen

Wann nennt man ein MolekĂŒl als Ganzes polar?

  • ● Wenn es polare Bindungen enthĂ€lt UND deren Dipolmomente sich nicht gegenseitig aufheben.
  • ○ Sobald es ĂŒberhaupt eine polare Bindung enthĂ€lt.
  • ○ Wenn es mindestens drei Atome enthĂ€lt.
  • ○ Wenn es ein Salz ist.
Beispiel CO₂ — beide C=O-Bindungen sind polar, aber das MolekĂŒl ist linear, sodass sich die Dipolmomente vektoriell auslöschen. CO₂ ist daher unpolar. H₂O dagegen ist gewinkelt; die O–H-Dipolmomente addieren sich zu einem starken Gesamtdipol — Wasser ist ein typisches polares MolekĂŒl.
Wahr / Falsch #2 20s ▶ Testen

H₂O ist ein polares MolekĂŒl, CO₂ dagegen nicht — obwohl beide polare Bindungen enthalten.

✓ Wahr
Richtig. Entscheidend ist die Geometrie. H₂O ist gewinkelt (~104,5°), seine Dipolmomente zeigen alle ungefĂ€hr in die gleiche Richtung — Gesamtdipol. CO₂ ist linear, die beiden gleichgroßen Dipolmomente zeigen genau in entgegengesetzte Richtungen — sie heben sich auf.