Molekulare Stoffe und zwischenmolekulare KrÀfte
In welchem dieser Stoffe sind die Atome durch Atombindungen verknĂŒpft?
ErklĂ€rung: Eine Atombindung entsteht, wenn sich zwei Nichtmetallatome Elektronenpaare teilen â so wie N und H im Ammoniak-MolekĂŒl. Kaliumbromid besteht aus Metall und Nichtmetall: K gibt ein Elektron an Br ab, es bilden sich Ionen (Ionenbindung), auch wenn die Formel wie ein MolekĂŒl aussieht. Natrium ist ein Metall, seine Atome halten ĂŒber das Elektronengas zusammen (Metallbindung).
Die Darstellung von MolekĂŒlen mit Punkten fĂŒr Elektronen und Strichen fĂŒr bindende Elektronenpaare heiĂt ___-Formel.
ErklĂ€rung: Lewis-Formeln (Elektronenstrichformeln) zeigen alle Valenzelektronen eines MolekĂŒls. Bindende Elektronenpaare werden als Striche zwischen den Atomen dargestellt, freie Elektronenpaare als Punktepaare.
Im WassermolekĂŒl (HâO) hat das Sauerstoffatom zwei freie Elektronenpaare.
ErklÀrung: Richtig! Sauerstoff hat 6 Valenzelektronen. Zwei davon bilden je ein bindendes Paar mit den H-Atomen. Die restlichen 4 Elektronen bilden zwei freie (nichtbindende) Elektronenpaare am Sauerstoff.
Pentan (unverzweigte Kette, Câ
Hââ) und Neopentan (kugelig verzweigt, Câ
Hââ) haben dieselbe Summenformel. Welcher Stoff siedet höher?
ErklĂ€rung: Pentan siedet bei 36 °C, Neopentan schon bei 9,5 °C â obwohl beide MolekĂŒle gleich schwer sind. Zwischen unpolaren MolekĂŒlen wirken nur Van-der-Waals-KrĂ€fte, und die sind umso stĂ€rker, je gröĂer die BerĂŒhrungsflĂ€che ist. Lange, gestreckte Ketten liegen eng aneinander, kugelige MolekĂŒle berĂŒhren sich nur an wenigen Stellen. Dieselbe Formel heiĂt also nicht dieselbe Siedetemperatur.
Wie viele bindende Elektronenpaare enthĂ€lt ein StickstoffmolekĂŒl (Nâ)? Stickstoff hat 5 Valenzelektronen.
ErklĂ€rung: Jedes N-Atom braucht 3 weitere Elektronen fĂŒr die Edelgaskonfiguration. Zwei N-Atome teilen sich 3 Elektronenpaare (Dreifachbindung): NâĄN. Jedes Atom behĂ€lt zusĂ€tzlich 1 freies Elektronenpaar.
Eine Bindung zwischen einem stark elektronegativen und einem weniger elektronegativen Atom, bei der die Elektronen ungleich verteilt sind, heiĂt ___ Bindung.
ErklĂ€rung: Bei einer polaren Atombindung sind die bindenden Elektronen zum elektronegativeren Atom hin verschoben. Es entstehen Teilladungen (ÎŽ+ und ÎŽâ). Beispiel: HâCl (Cl ist elektronegativer).
Welche zwischenmolekularen KrĂ€fte wirken zwischen unpolaren MolekĂŒlen wie Nâ oder CHâ?
ErklĂ€rung: Zwischen unpolaren MolekĂŒlen wirken nur schwache Van-der-Waals-KrĂ€fte. Diese entstehen durch kurzzeitige, zufĂ€llige Ladungsverschiebungen in der ElektronenhĂŒlle. Daher haben unpolare Stoffe meist niedrige Siedepunkte.
Zwischenmolekulare KrĂ€fte sind schwĂ€cher als kovalente Bindungen innerhalb eines MolekĂŒls.
ErklĂ€rung: Richtig! Die kovalenten Bindungen innerhalb eines MolekĂŒls (z. B. OâH in Wasser) sind viel stĂ€rker als die KrĂ€fte zwischen den MolekĂŒlen (z. B. WasserstoffbrĂŒcken). Beim Sieden werden nur die zwischenmolekularen KrĂ€fte ĂŒberwunden, nicht die Bindungen.
Wie viele Valenzelektronen hat ein Kohlenstoffatom? Es steht in der 4. Hauptgruppe.
ErklĂ€rung: Kohlenstoff steht in der 4. Hauptgruppe und hat 4 Valenzelektronen. Es kann daher 4 kovalente Bindungen eingehen, z. B. in CHâ (Methan) vier Einfachbindungen.
Ordne die zwischenmolekularen KrĂ€fte nach steigender StĂ€rke: WasserstoffbrĂŒckenbindungen, Van-der-Waals-KrĂ€fte, Dipol-Dipol-Wechselwirkungen.
ErklĂ€rung: Van-der-Waals-KrĂ€fte sind am schwĂ€chsten (alle MolekĂŒle), Dipol-Dipol-KrĂ€fte sind stĂ€rker (polare MolekĂŒle), WasserstoffbrĂŒcken sind die stĂ€rksten zwischenmolekularen KrĂ€fte (H an F, O oder N gebunden).
Welches MolekĂŒl ist polar?
ErklĂ€rung: HCl ist polar, weil Chlor elektronegativer ist als Wasserstoff. Die bindenden Elektronen sind zum Cl verschoben: HÎŽâșâClÎŽâ». Bei Oâ, Nâ und Clâ sind die Atome gleich, daher kein Dipol.
Die FĂ€higkeit eines Atoms, die bindenden Elektronen an sich zu ziehen, heiĂt ___.
ErklĂ€rung: Die ElektronegativitĂ€t (EN) ist ein MaĂ dafĂŒr, wie stark ein Atom die Bindungselektronen anzieht. Fluor hat die höchste EN (3,98 nach Pauling). Die EN steigt im PSE nach rechts oben.
Methan (CHâ) hat einen Siedepunkt von â161 °C, Wasser (HâO) von 100 °C. Um wie viel Grad Celsius unterscheiden sich die Siedepunkte?
ErklĂ€rung: Differenz = 100 â (â161) = 100 + 161 = 261 °C. Der riesige Unterschied erklĂ€rt sich durch die starken WasserstoffbrĂŒcken im Wasser, wĂ€hrend zwischen CHâ-MolekĂŒlen nur schwache Van-der-Waals-KrĂ€fte wirken.
Diamant und Graphit bestehen aus denselben Atomen (Kohlenstoff), haben aber unterschiedliche Eigenschaften.
ErklÀrung: Richtig! Diamant und Graphit sind Modifikationen (Allotrope) des Kohlenstoffs. Im Diamant ist jedes C-Atom an 4 andere gebunden (extrem hart). In Graphit bilden die Atome Schichten (weich, leitfÀhig).
Ein kleiner Iod-Kristall (Iâ) kommt einmal in Wasser, einmal in Benzin. Was beobachtet man?
ErklĂ€rung: Iod-MolekĂŒle bestehen aus zwei gleichen Atomen, sind also unpolar. âGleiches löst sich in Gleichemâ: Im unpolaren Benzin löst sich Iod gut (violette Lösung), im polaren Wasser kaum (nur schwach brĂ€unlich). Dass ein Feststoff sich âin Wasser auflöstâ, ist keine Regel â es kommt auf die PolaritĂ€t an. Kochsalz verhĂ€lt sich genau umgekehrt.
Wie viele bindende Elektronenpaare hat ein MolekĂŒl Kohlenstoffdioxid (COâ)? (Tipp: O=C=O, Doppelbindungen zĂ€hlen)
ErklĂ€rung: In COâ bildet Kohlenstoff mit jedem Sauerstoffatom eine Doppelbindung (O=C=O). Jede Doppelbindung besteht aus 2 Elektronenpaaren. Insgesamt: 2 Ă 2 = 4 bindende Elektronenpaare.
Warum steigt der Siedepunkt in der Reihe Fâ â Clâ â Brâ â Iâ?
ErklĂ€rung: Alle HalogenmolekĂŒle sind unpolar. Die Van-der-Waals-KrĂ€fte nehmen mit der Elektronenzahl und MolekĂŒlgröĂe zu: Fâ (Gas) < Clâ (Gas) < Brâ (FlĂŒssigkeit) < Iâ (Feststoff).