Molekulare Stoffe und zwischenmolekulare KrÀfte

Molecular Substances and Intermolecular Forces

Chemie Klasse 9 17 Aufgaben
MolekĂŒleBindungen

In einem MolekĂŒl halten die Atome durch gemeinsame Elektronenpaare zusammen (Atombindung). Entscheidend ist die Unterscheidung zweier KrĂ€fte: die starke Bindung innerhalb des MolekĂŒls gegenĂŒber den schwachen zwischenmolekularen KrĂ€ften zwischen den MolekĂŒlen. Schmelz- und Siedepunkt molekularer Stoffe hĂ€ngen von den zwischenmolekularen KrĂ€ften ab, nicht von der Atombindung — beim Sieden von Wasser brechen keine O–H-Bindungen, sondern nur KrĂ€fte zwischen den MolekĂŒlen (hĂ€ufige Fehlvorstellung). Lewis-Formeln machen die Bindungen sichtbar; die Atombindung ist neben Ionen- und Metallbindung die dritte Bindungsart und Grundlage fĂŒr ElektronegativitĂ€t, PolaritĂ€t und WasserstoffbrĂŒcken.

Leicht
Multiple Choice #1 12s ▶ Testen

In welchem dieser Stoffe sind die Atome durch Atombindungen verknĂŒpft?

  • ○ Kaliumbromid, KBr
  • ● Ammoniak, NH₃
  • ○ Natrium, Na
Eine Atombindung entsteht, wenn sich zwei Nichtmetallatome Elektronenpaare teilen – so wie N und H im Ammoniak-MolekĂŒl. Kaliumbromid besteht aus Metall und Nichtmetall: K gibt ein Elektron an Br ab, es bilden sich Ionen (Ionenbindung), auch wenn die Formel wie ein MolekĂŒl aussieht. Natrium ist ein Metall, seine Atome halten ĂŒber das Elektronengas zusammen (Metallbindung).
LĂŒckentext #2 12s ▶ Testen

Die Darstellung von MolekĂŒlen mit Punkten fĂŒr Elektronen und Strichen fĂŒr bindende Elektronenpaare heißt ___-Formel.

✓ Antwort: Lewis
Lewis-Formeln (Elektronenstrichformeln) zeigen alle Valenzelektronen eines MolekĂŒls. Bindende Elektronenpaare werden als Striche zwischen den Atomen dargestellt, freie Elektronenpaare als Punktepaare.
Zahleneingabe #3 10s ▶ Testen

Wie viele Valenzelektronen hat ein Kohlenstoffatom? Es steht in der 4. Hauptgruppe.

✓ Antwort: 4
Kohlenstoff steht in der 4. Hauptgruppe und hat 4 Valenzelektronen. Es kann daher 4 kovalente Bindungen eingehen, z. B. in CH₄ (Methan) vier Einfachbindungen.
Multiple Choice #4 15s ▶ Testen

Welches MolekĂŒl ist polar?

  • ● HCl (Chlorwasserstoff)
  • ○ O₂ (Sauerstoff)
  • ○ N₂ (Stickstoff)
  • ○ Cl₂ (Chlor)
HCl ist polar, weil Chlor elektronegativer ist als Wasserstoff. Die bindenden Elektronen sind zum Cl verschoben: HÎŽâș−ClΎ⁻. Bei O₂, N₂ und Cl₂ sind die Atome gleich, daher kein Dipol.
LĂŒckentext #5 15s ▶ Testen

Die FĂ€higkeit eines Atoms, die bindenden Elektronen an sich zu ziehen, heißt ___.

✓ Antwort: ElektronegativitĂ€t
Die ElektronegativitĂ€t (EN) ist ein Maß dafĂŒr, wie stark ein Atom die Bindungselektronen anzieht. Fluor hat die höchste EN (3,98 nach Pauling). Die EN steigt im PSE nach rechts oben.
Mittel
Wahr / Falsch #1 15s ▶ Testen

Im WassermolekĂŒl (H₂O) hat das Sauerstoffatom zwei freie Elektronenpaare.

✓ Wahr
Richtig! Sauerstoff hat 6 Valenzelektronen. Zwei davon bilden je ein bindendes Paar mit den H-Atomen. Die restlichen 4 Elektronen bilden zwei freie (nichtbindende) Elektronenpaare am Sauerstoff.
Multiple Choice #2 15s ▶ Testen

Pentan (unverzweigte Kette, C₅H₁₂) und Neopentan (kugelig verzweigt, C₅H₁₂) haben dieselbe Summenformel. Welcher Stoff siedet höher?

  • ○ Neopentan
  • ● Pentan
  • ○ Beide gleich hoch
Pentan siedet bei 36 °C, Neopentan schon bei 9,5 °C – obwohl beide MolekĂŒle gleich schwer sind. Zwischen unpolaren MolekĂŒlen wirken nur Van-der-Waals-KrĂ€fte, und die sind umso stĂ€rker, je grĂ¶ĂŸer die BerĂŒhrungsflĂ€che ist. Lange, gestreckte Ketten liegen eng aneinander, kugelige MolekĂŒle berĂŒhren sich nur an wenigen Stellen. Dieselbe Formel heißt also nicht dieselbe Siedetemperatur.
Zahleneingabe #3 20s ▶ Testen

Wie viele bindende Elektronenpaare enthĂ€lt ein StickstoffmolekĂŒl (N₂)? Stickstoff hat 5 Valenzelektronen.

✓ Antwort: 3
Jedes N-Atom braucht 3 weitere Elektronen fĂŒr die Edelgaskonfiguration. Zwei N-Atome teilen sich 3 Elektronenpaare (Dreifachbindung): N≡N. Jedes Atom behĂ€lt zusĂ€tzlich 1 freies Elektronenpaar.
LĂŒckentext #4 15s ▶ Testen

Eine Bindung zwischen einem stark elektronegativen und einem weniger elektronegativen Atom, bei der die Elektronen ungleich verteilt sind, heißt ___ Bindung.

✓ Antwort: polare
Bei einer polaren Atombindung sind die bindenden Elektronen zum elektronegativeren Atom hin verschoben. Es entstehen Teilladungen (ή+ und ή−). Beispiel: H−Cl (Cl ist elektronegativer).
Multiple Choice #5 20s ▶ Testen

Welche zwischenmolekularen KrĂ€fte wirken zwischen unpolaren MolekĂŒlen wie N₂ oder CH₄?

  • ● Van-der-Waals-KrĂ€fte (London-DispersionskrĂ€fte)
  • ○ Ionenbindung
  • ○ WasserstoffbrĂŒckenbindungen
  • ○ Metallische Bindung
Zwischen unpolaren MolekĂŒlen wirken nur schwache Van-der-Waals-KrĂ€fte. Diese entstehen durch kurzzeitige, zufĂ€llige Ladungsverschiebungen in der ElektronenhĂŒlle. Daher haben unpolare Stoffe meist niedrige Siedepunkte.
Wahr / Falsch #6 15s ▶ Testen

Zwischenmolekulare KrĂ€fte sind schwĂ€cher als kovalente Bindungen innerhalb eines MolekĂŒls.

✓ Wahr
Richtig! Die kovalenten Bindungen innerhalb eines MolekĂŒls (z. B. O−H in Wasser) sind viel stĂ€rker als die KrĂ€fte zwischen den MolekĂŒlen (z. B. WasserstoffbrĂŒcken). Beim Sieden werden nur die zwischenmolekularen KrĂ€fte ĂŒberwunden, nicht die Bindungen.
Sortieren #7 20s ▶ Testen

Ordne die zwischenmolekularen KrĂ€fte nach steigender StĂ€rke: WasserstoffbrĂŒckenbindungen, Van-der-Waals-KrĂ€fte, Dipol-Dipol-Wechselwirkungen.

✓ Antwort: Van-der-Waals-KrĂ€fte, Dipol-Dipol-Wechselwirkungen, WasserstoffbrĂŒckenbindungen
Van-der-Waals-KrĂ€fte sind am schwĂ€chsten (alle MolekĂŒle), Dipol-Dipol-KrĂ€fte sind stĂ€rker (polare MolekĂŒle), WasserstoffbrĂŒcken sind die stĂ€rksten zwischenmolekularen KrĂ€fte (H an F, O oder N gebunden).
Zahleneingabe #8 15s ▶ Testen

Methan (CH₄) hat einen Siedepunkt von −161 °C, Wasser (H₂O) von 100 °C. Um wie viel Grad Celsius unterscheiden sich die Siedepunkte?

✓ Antwort: 261
Differenz = 100 − (−161) = 100 + 161 = 261 °C. Der riesige Unterschied erklĂ€rt sich durch die starken WasserstoffbrĂŒcken im Wasser, wĂ€hrend zwischen CH₄-MolekĂŒlen nur schwache Van-der-Waals-KrĂ€fte wirken.
Wahr / Falsch #9 15s ▶ Testen

Diamant und Graphit bestehen aus denselben Atomen (Kohlenstoff), haben aber unterschiedliche Eigenschaften.

✓ Wahr
Richtig! Diamant und Graphit sind Modifikationen (Allotrope) des Kohlenstoffs. Im Diamant ist jedes C-Atom an 4 andere gebunden (extrem hart). In Graphit bilden die Atome Schichten (weich, leitfÀhig).
Multiple Choice #10 15s ▶ Testen

Ein kleiner Iod-Kristall (I₂) kommt einmal in Wasser, einmal in Benzin. Was beobachtet man?

  • ● Löst sich kaum in Wasser, gut in Benzin
  • ○ Löst sich gut in Wasser, kaum in Benzin
  • ○ Löst sich in beiden gleich gut
Iod-MolekĂŒle bestehen aus zwei gleichen Atomen, sind also unpolar. „Gleiches löst sich in Gleichem“: Im unpolaren Benzin löst sich Iod gut (violette Lösung), im polaren Wasser kaum (nur schwach brĂ€unlich). Dass ein Feststoff sich „in Wasser auflöst“, ist keine Regel – es kommt auf die PolaritĂ€t an. Kochsalz verhĂ€lt sich genau umgekehrt.
Schwer
Zahleneingabe #1 20s ▶ Testen

Wie viele bindende Elektronenpaare hat ein MolekĂŒl Kohlenstoffdioxid (CO₂)? (Tipp: O=C=O, Doppelbindungen zĂ€hlen)

✓ Antwort: 4
In CO₂ bildet Kohlenstoff mit jedem Sauerstoffatom eine Doppelbindung (O=C=O). Jede Doppelbindung besteht aus 2 Elektronenpaaren. Insgesamt: 2 × 2 = 4 bindende Elektronenpaare.
Multiple Choice #2 25s ▶ Testen

Warum steigt der Siedepunkt in der Reihe F₂ → Cl₂ → Br₂ → I₂?

  • ● Mit zunehmender MolekĂŒlgrĂ¶ĂŸe nehmen die Van-der-Waals-KrĂ€fte zu.
  • ○ Die kovalente Bindung wird stĂ€rker.
  • ○ Die ElektronegativitĂ€t nimmt zu.
  • ○ Die MolekĂŒle werden polarer.
Alle HalogenmolekĂŒle sind unpolar. Die Van-der-Waals-KrĂ€fte nehmen mit der Elektronenzahl und MolekĂŒlgrĂ¶ĂŸe zu: F₂ (Gas) < Cl₂ (Gas) < Br₂ (FlĂŒssigkeit) < I₂ (Feststoff).