Ein Kind ist nicht alle — Vorurteil und Stereotyp
Die neue Mitschülerin Mira kommt aus Italien. Was weiß Jonas jetzt wirklich über Mira?
Erklärung: Gesagt wurde nur, woher Mira kommt. Pizza und laut reden sind Bilder von einer ganzen Gruppe — über Mira selbst weiß Jonas das nicht.
Pauls Opa ist 80 Jahre alt. Was weiß Lina jetzt wirklich über Pauls Opa?
Erklärung: Das Alter ist bekannt, mehr nicht. Viele alte Menschen hören gut und schreiben Nachrichten — ob Pauls Opa das tut, erfährt Lina nur von ihm.
Emil fährt im Rollstuhl. Was weiß Hannah jetzt wirklich über Emil?
Erklärung: Der Rollstuhl sagt nichts darüber, was Emil mag oder wie gut er rechnet. Vielleicht spielt er Rollstuhl-Basketball.
Aikos Eltern kommen aus Japan. Was weiß Moritz jetzt wirklich über Aiko?
Erklärung: Auch ein freundliches Bild ist ein Stereotyp: „gut im Rechnen“ ist ein Schluss von einer Gruppe auf Aiko, kein Wissen über sie.
Tom hat sich für die Bastel-AG angemeldet. Was weiß Greta jetzt wirklich über Tom?
Erklärung: Wer bastelt, kann auch Fußball lieben. Dass „Jungs Fußball und nicht basteln“ mögen, ist ein Bild von der Gruppe — Tom hat nur gesagt, was er will.
Lea hat gesehen, wie ein Junge aus der 4b in der Pause geschubst hat. Welcher Satz passt zu dem, was Lea gesehen hat?
Erklärung: Lea hat einen Jungen gesehen. „Die Jungs aus der 4b“ und „Jungs immer“ machen aus einem Kind eine ganze Gruppe — so entsteht ein Stereotyp.
Bei der Mathe-Olympiade hat ein Mädchen aus der 3a gewonnen. Welcher Satz passt zu dem, was passiert ist?
Erklärung: Ein Sieg sagt etwas über dieses eine Mädchen. Ein Satz über „die Mädchen“ oder „die 3a“ macht daraus eine Regel für alle — auch für Kinder, die gar nicht mitgemacht haben.
Morgen kommt ein neuer Junge in die Klasse. Welcher Satz ist ein Vorurteil?
Erklärung: Ein Vorurteil ist ein Urteil, bevor man jemanden kennt. Woher jemand kommt, sagt noch nichts darüber, wie er ist.
Ida spielt seit drei Wochen jeden Tag mit Sami. Welcher Satz von Ida beruht auf dem, was sie selbst erlebt hat?
Erklärung: Das hat Ida drei Wochen lang selbst gesehen. Die anderen beiden Sätze sagen etwas über eine Gruppe — Ida hat es bei Sami nie erlebt.
Tim sagt: „Mädchen können nicht gut Fußball spielen.“ Damit weiß Tim etwas über Emma, die er noch nie spielen gesehen hat.
Erklärung: Nein. Selbst wenn ein Satz über eine Gruppe stimmen würde — wie Emma spielt, sieht man nur, wenn man Emma spielen sieht.
Jana sagt über das neue Kind: „Der kommt aus Brasilien, der kann bestimmt super Fußball spielen.“ Das ist ein Stereotyp, obwohl es nett gemeint ist.
Erklärung: Ja. Auch ein nettes Bild schließt von der Gruppe auf das Kind. Und wer das Bild nicht erfüllt, fühlt sich schnell falsch.
Ben dachte, Lukas sei eingebildet. Nach einem Ausflug mit ihm merkt Ben, dass Lukas nur schüchtern ist, und denkt jetzt anders über ihn. Ben hat sein erstes Urteil an dem geprüft, was er erlebt hat.
Erklärung: Ja. Ben hat Lukas erst schnell beurteilt. Jetzt kennt er ihn besser und misst sein Urteil an dem, was er selbst erlebt hat.
Kai glaubt, dass Mädchen nicht klettern können. Dann klettert Selin als Erste auf den Baum. Kai sagt: „Selin ist halt eine Ausnahme.“ Damit hat Kai sein Urteil überprüft.
Erklärung: Nein. „Eine Ausnahme“ ist ein Trick, das alte Bild zu behalten. Überprüfen hieße, das Bild über „die Mädchen“ selbst in Frage zu stellen.
Die neuen Nachbarn ziehen erst morgen ein. Mo sagt schon: „Die sind bestimmt laut.“ Mos Satz ist ein ___.
Erklärung: Vor-Urteil — Mo urteilt, bevor er die Nachbarn kennt.
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Jeder hat einen ersten Eindruck, wenn er jemanden Neues sieht. Ist das schon schlimm? Wann wird aus einem ersten Eindruck ein Vorurteil?
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In der Pause erzählt jemand einen Witz über „die Mädchen“ oder über Kinder aus einem anderen Land. Alle lachen. Was könntest du tun, und warum?