Relativismus (Meta-Ethik)
Welcher Satz berichtet nur, was in einer Gesellschaft galt oder gilt?
Erklärung: Beschreiben und Bewerten sind zwei Schritte. Wer nur berichtet, was üblich war, hat es damit weder gerechtfertigt noch verurteilt.
Welcher Satz berichtet nur, was in einer Gesellschaft galt oder gilt?
Erklärung: Die Jahreszahl lässt sich nachschlagen. „Viel zu lange" und „gute Gründe" sind beides Urteile — einmal dagegen, einmal dafür.
Welcher Satz ist eine Geschmacksfrage?
Erklärung: Über Geschmack muss man nicht streiten — wer Rosenkohl mag, irrt sich nicht. Moralische Urteile beanspruchen dagegen, mit Gründen auch für andere zu gelten.
Welcher Satz beschreibt eine Konvention?
Erklärung: Eine Konvention ist eine Abmachung, die auch anders sein könnte — schon Kinder unterscheiden solche Regeln von moralischen (Turiel). Die Nudeln sind Geschmack.
Welche Situation bringt die Haltung „Was richtig ist, bestimmt jeder für sich selbst" in Schwierigkeiten?
Erklärung: Bei Geschmack passt „jeder für sich". Wo aber andere betroffen sind, müsste die Haltung sagen: Für den Mitschüler ist es eben richtig — und Elias könnte nichts dagegen einwenden.
Welche Situation bringt die Haltung „Jede Kultur hat ihre eigene Moral, von außen darf man nichts kritisieren" in Schwierigkeiten?
Erklärung: Wenn richtig nur heißt „was die eigene Kultur gerade für richtig hält", dann war die Abschaffung kein Fortschritt, sondern bloß eine Änderung — dieses Problem benennt Rachels. Bei Bräuchen wie Weißwurst oder Gruß gibt es dagegen nichts zu kritisieren.
Folgt der Schluss? „In verschiedenen Kulturen gelten verschiedene moralische Regeln. Also gibt es in der Moral kein richtig oder falsch."
Erklärung: Der Grund handelt davon, was Menschen glauben, der Schluss davon, was ist. Auch über die Form der Erde waren sich Kulturen uneinig — trotzdem gibt es eine richtige Antwort.
Folgt der Schluss? „Kulturen essen mit Stäbchen, mit Besteck oder mit der Hand. Also kann es auch bei Menschenrechten keine gemeinsamen Maßstäbe geben."
Erklärung: Unterschiede bei Konventionen wie Tischsitten sagen nichts darüber, ob Folter überall falsch ist. Der Schluss überträgt die Beliebigkeit von Bräuchen auf etwas anderes.
Folgt der Schluss? „In Großbritannien ist Linksverkehr vorgeschrieben, in Deutschland Rechtsverkehr. Also hängt die richtige Straßenseite vom Land ab."
Erklärung: Bei einer Konvention folgt die Relativität wirklich: Es kommt nur darauf an, dass sich alle an dieselbe Abmachung halten. Bei moralischen Fragen fehlt genau diese Begründung.
Folgt der Schluss? „In vielen Ländern der Antike war Sklaverei erlaubt. Also war sie dort gerecht."
Erklärung: Dass eine Regel galt, beschreibt die Gesellschaft. Ob sie gerecht war, ist eine zweite Frage — sonst wäre jede vergangene Ungerechtigkeit allein dadurch gerechtfertigt, dass sie üblich war.
Lukas sagt: „Es gibt keine Wahrheit, alles ist nur Meinung." Welche Antwort zeigt, dass der Satz sich selbst widerspricht?
Erklärung: Lukas will, dass sein Satz für alle wahr ist — genau das bestreitet der Satz. Woher er ihn hat oder wie viele zustimmen, sagt dagegen nichts darüber, ob er stimmt.
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 beansprucht, für alle Menschen in allen Kulturen zu gelten.
Erklärung: Sie spricht von „allen Menschen" und ist ausdrücklich universal gemeint — eine Antwort der Vereinten Nationen auf die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs.
Frage beantworten
Tim sagt: „Über Moral kann man nicht streiten. In jedem Land ist etwas anderes richtig." Schreib Tim eine Antwort. Prüfe dabei, ob sein Grund seine Behauptung wirklich trägt, und nimm ein Beispiel, bei dem er recht hat, und eines, bei dem es schwierig wird.
Frage beantworten
„Toleranz heißt, alle Meinungen gelten zu lassen." Muss man auch eine Meinung tolerieren, die anderen Menschen ihre Rechte abspricht? Begründe deine Antwort und überlege, was jemand entgegnen könnte, der es anders sieht.