Religionsphilosophie
Die Theodizee-Frage beruht auf drei Annahmen: Gott ist allmächtig, Gott ist ganz gut, es gibt Leid. Welche der drei Annahmen gibt diese Antwort auf? „Gott leidet mit den Menschen, aber er kann nicht alles Leid verhindern."
Erklärung: „Kann nicht alles verhindern" schränkt die Allmacht ein. Güte und Leid bleiben stehen — so löst die Antwort den Widerspruch, den Mackie beschreibt.
Die Theodizee-Frage beruht auf drei Annahmen: Gott ist allmächtig, Gott ist ganz gut, es gibt Leid. Welche der drei Annahmen gibt diese Antwort auf? „Was wir Leid nennen, ist in Wahrheit nur ein Schein."
Erklärung: Wer das Leid für Schein erklärt, streicht die dritte Annahme. Ob man das überzeugend findet, etwa angesichts kranker Kinder, ist eine eigene Frage.
Die Theodizee-Frage beruht auf drei Annahmen: Gott ist allmächtig, Gott ist ganz gut, es gibt Leid. Welche der drei Annahmen gibt diese Antwort auf? „Gott steht jenseits von Gut und Böse — unsere Maßstäbe für Güte gelten für ihn nicht."
Erklärung: Wenn unsere Maßstäbe für Güte nicht gelten, kann man Gott auch nicht im gewohnten Sinn „ganz gut" nennen. Die Antwort gibt also die zweite Annahme auf.
Welcher Antwortversuch auf die Theodizee-Frage ist das? „Gott wollte Menschen, die wirklich frei sind — und wer frei ist, kann sich auch für das Böse entscheiden."
Erklärung: Die Freiheits-Verteidigung (bekannt durch Plantinga) behält alle drei Annahmen und fügt eine hinzu: Echte Freiheit schließt die Möglichkeit des Bösen ein. Ob sie auch Erdbeben erklärt, ist umstritten.
Welcher Antwortversuch auf die Theodizee-Frage ist das? „Erst in Schwierigkeiten können Menschen Mut, Geduld und Mitgefühl entwickeln."
Erklärung: Hick nennt die Welt einen Ort der Seelenbildung: Leid soll das Wachsen von Tugenden ermöglichen. Von Schuld oder Freiheit ist hier nicht die Rede.
Wessen Religionskritik ist das? „Der Mensch legt seine eigenen besten Eigenschaften in ein Wesen außerhalb von sich und nennt es Gott."
Erklärung: Feuerbachs Projektionsthese: Gott ist das nach außen verlegte Bild des Menschen. Marx baute darauf auf und fragte, welche gesellschaftlichen Verhältnisse diese Projektion brauchen.
Wessen Religionskritik ist das? „Religion tröstet die Unterdrückten über ihr Elend hinweg — sie ist das Opium des Volkes."
Erklärung: Für Marx lindert Religion die Not wie ein Betäubungsmittel, statt ihre Ursachen zu beseitigen. Ob das zutrifft, beurteilen Gläubige und Kritiker sehr verschieden.
Lukas sagt: „Ob es einen Gott gibt, kann man meiner Meinung nach gar nicht wissen." Welche Haltung ist das?
Erklärung: Der Agnostiker hält die Frage für nicht entscheidbar. Der Atheist meint, es gebe keinen Gott, der Theist, es gebe einen.
Paula fragt immer wieder „Und warum stimmt das?". Am Ende sagt ihr Bruder: „Weil es eben so ist. Punkt." Welchen Ausweg aus dem Münchhausen-Trilemma nimmt er?
Erklärung: Wer jede Begründung begründen will, muss nach Albert unendlich weitermachen, im Kreis gehen oder irgendwo einfach aufhören. „Punkt" ist das Aufhören.
Tim sagt: „Dieser Zeitung kann man trauen, weil sie seriös ist. Und seriös ist sie, weil man ihr trauen kann." Welchen Ausweg aus dem Münchhausen-Trilemma nimmt Tim?
Erklärung: Die Begründung kehrt zu dem zurück, was sie beweisen soll. Ein Zirkel setzt voraus, was er zeigen will.
Welches Fest feiern Musliminnen und Muslime am Ende des Fastenmonats Ramadan?
Erklärung: Chanukka ist das jüdische Lichterfest, Pfingsten ein christliches Fest. Vergleichende Religionsbetrachtung beschreibt, ohne zu bewerten.
Eine Form der Goldenen Regel („Was du nicht willst, dass man dir tu …") findet sich im Judentum, im Christentum und im Islam.
Erklärung: Sie steht etwa beim Rabbi Hillel, im Matthäusevangelium und in einer Überlieferung des Propheten Mohammed — eine ethische Grundaussage, die mehrere Religionen teilen.
Im Buddhismus steht nicht ein Schöpfergott im Mittelpunkt, sondern der Weg zur Befreiung vom Leiden.
Erklärung: Der Achtfache Pfad soll aus dem Kreislauf des Leidens führen. Darum passt das Schema „gläubig oder nicht" schlecht auf den Buddhismus.
Frage beantworten
Wie passt großes Leid in der Welt, etwa nach einem Erdbeben, zu der Vorstellung eines guten, allmächtigen Gottes? Stelle das Problem dar, nenne zwei Antwortversuche und prüfe bei einem, ob er überzeugt. Du musst dabei nicht sagen, ob du selbst glaubst.
Frage beantworten
Ein bekannter Gottesbeweis lautet: „Alles hat eine Ursache. Die Kette der Ursachen kann nicht unendlich sein. Also gibt es eine erste Ursache — und die nennen wir Gott." Prüfe den Beweis Satz für Satz: Welche Prämisse ist am ehesten angreifbar, und was könnte jemand zu ihrer Verteidigung sagen?