Religionsphilosophie
Philosophy of religion
Die Schülerin behandelt die Theodizee-Frage als Argument: Mackie (1955) zeigt, dass „Gott ist allmächtig", „Gott ist ganz gut" und „es gibt Leid" nicht zugleich wahr sein können, ohne Zusatzannahmen — sie erkennt, welche der drei Annahmen ein Antwortversuch aufgibt oder welche Zusatzannahme er einführt (Freiheits-Verteidigung nach Plantinga 1974; Seelenbildung nach Hick 1966). Sie ordnet Religionskritik zu (Feuerbachs Projektionsthese 1841, Marx' „Opium des Volkes" 1844), unterscheidet Atheismus von Agnostizismus und erkennt im Münchhausen-Trilemma (Albert 1968) Regress, Zirkel und Abbruch des Begründens. Religionen werden verglichen und beschrieben (Feste, Schriften, die Goldene Regel), nicht eine als wahr vorausgesetzt. Abgebaut werden zwei Fehlbilder: dass man über Gott nur glauben, aber nicht argumentieren könne, und dass, wer Religion philosophisch prüft, sie damit schon ablehne. Ob es Gott gibt, bleibt offen; kein Bekenntnis wird verlangt oder belohnt. LehrplanPLUS Gymnasium Ethik 10, LB 2 „Religionsphilosophie und vergleichende Religionsbetrachtung": entwickeln vor dem Hintergrund des Theodizee-Problems und der Gottesbeweise eigene Vorstellungen; erfassen die Problematik einer philosophischen Letztbegründung; beurteilen Positionen der Religionskritik; respektieren religiöse und nicht-religiöse Überzeugungen. Bereitet vor: `ethik.medizinethik` (Stellungnahmen von Religionsgemeinschaften zu Sterbehilfe und Lebensschutz, Ethik 11) und `ethik.politische-ethik` (Pluralismus).
Voraussetzungen (1)
Wessen Religionskritik ist das? „Religion tröstet die Unterdrückten über ihr Elend hinweg — sie ist das Opium des Volkes."
Lukas sagt: „Ob es einen Gott gibt, kann man meiner Meinung nach gar nicht wissen." Welche Haltung ist das?
Welches Fest feiern Musliminnen und Muslime am Ende des Fastenmonats Ramadan?
Die Theodizee-Frage beruht auf drei Annahmen: Gott ist allmächtig, Gott ist ganz gut, es gibt Leid. Welche der drei Annahmen gibt diese Antwort auf? „Gott leidet mit den Menschen, aber er kann nicht alles Leid verhindern."
Die Theodizee-Frage beruht auf drei Annahmen: Gott ist allmächtig, Gott ist ganz gut, es gibt Leid. Welche der drei Annahmen gibt diese Antwort auf? „Was wir Leid nennen, ist in Wahrheit nur ein Schein."
Welcher Antwortversuch auf die Theodizee-Frage ist das? „Gott wollte Menschen, die wirklich frei sind — und wer frei ist, kann sich auch für das Böse entscheiden."
Welcher Antwortversuch auf die Theodizee-Frage ist das? „Erst in Schwierigkeiten können Menschen Mut, Geduld und Mitgefühl entwickeln."
Wessen Religionskritik ist das? „Der Mensch legt seine eigenen besten Eigenschaften in ein Wesen außerhalb von sich und nennt es Gott."
Paula fragt immer wieder „Und warum stimmt das?". Am Ende sagt ihr Bruder: „Weil es eben so ist. Punkt." Welchen Ausweg aus dem Münchhausen-Trilemma nimmt er?
Tim sagt: „Dieser Zeitung kann man trauen, weil sie seriös ist. Und seriös ist sie, weil man ihr trauen kann." Welchen Ausweg aus dem Münchhausen-Trilemma nimmt Tim?
Eine Form der Goldenen Regel („Was du nicht willst, dass man dir tu …") findet sich im Judentum, im Christentum und im Islam.
Im Buddhismus steht nicht ein Schöpfergott im Mittelpunkt, sondern der Weg zur Befreiung vom Leiden.
Die Theodizee-Frage beruht auf drei Annahmen: Gott ist allmächtig, Gott ist ganz gut, es gibt Leid. Welche der drei Annahmen gibt diese Antwort auf? „Gott steht jenseits von Gut und Böse — unsere Maßstäbe für Güte gelten für ihn nicht."
Wie passt großes Leid in der Welt, etwa nach einem Erdbeben, zu der Vorstellung eines guten, allmächtigen Gottes? Stelle das Problem dar, nenne zwei Antwortversuche und prüfe bei einem, ob er überzeugt. Du musst dabei nicht sagen, ob du selbst glaubst.
Ein bekannter Gottesbeweis lautet: „Alles hat eine Ursache. Die Kette der Ursachen kann nicht unendlich sein. Also gibt es eine erste Ursache — und die nennen wir Gott." Prüfe den Beweis Satz für Satz: Welche Prämisse ist am ehesten angreifbar, und was könnte jemand zu ihrer Verteidigung sagen?