Die Jahreszeiten — die geneigte Erdachse
Anna sagt: „Im Sommer ist es warm, weil die Erde näher an der Sonne ist." Ben sagt: „Im Sommer ist es warm, weil unsere Halbkugel zur Sonne geneigt ist." Im Januar ist die Erde der Sonne sogar am nächsten — und bei uns ist Winter. Wer hat recht?
Erklärung: Die Jahreszeiten entstehen durch die geneigte Erdachse, nicht durch die Entfernung. Im Sommer ist unsere Halbkugel zur Sonne geneigt: hoher Sonnenstand und lange Tage. Dass die Erde im Januar am nächsten ist, zeigt: Annas Idee kann nicht stimmen.
Im Sommer ist die Erde näher an der Sonne als im Winter.
Erklärung: Ein verbreiteter Irrtum! Tatsächlich ist die Erde im Januar — also im Nordwinter — der Sonne am nächsten. Nicht die Entfernung macht die Jahreszeiten, sondern die geneigte Erdachse.
In Deutschland ist Sommer. Welche Jahreszeit ist gleichzeitig in Australien?
Erklärung: Die Südhalbkugel ist gerade von der Sonne weg geneigt, wenn die Nordhalbkugel zur Sonne geneigt ist. Deshalb sind die Jahreszeiten dort umgekehrt — ein Beweis, dass es nicht an der Entfernung liegen kann (sonst hätte die ganze Erde gleichzeitig Sommer).
Du hältst eine Taschenlampe erst senkrecht über kariertes Papier, dann kippst du sie schräg. Was passiert mit dem Lichtfleck?
Erklärung: Schräges Licht verteilt sich auf eine größere Fläche — jedes Stück Boden bekommt weniger Energie ab und wird weniger warm. Genauso wärmt die tief stehende Wintersonne weniger als die hohe Sommersonne.
Die Erdachse zeigt das ganze Jahr über in dieselbe Richtung, während die Erde um die Sonne wandert.
Erklärung: Genau deshalb ist mal die eine, mal die andere Halbkugel zur Sonne geneigt: Die Neigung bleibt gleich, aber die Erde steht an verschiedenen Stellen ihrer Umlaufbahn.
Wann sind Tag und Nacht fast ĂĽberall auf der Erde gleich lang?
Erklärung: Im Frühling (um den 21. März) und im Herbst (um den 23. September) steht die Sonne über dem Äquator, und Tag und Nacht sind fast überall etwa gleich lang.