Ägypten — Jenseitsglaube, Mumien und was Gräber über den Alltag verraten
Ein Ägypter legt um 1300 v. Chr. Brot, Krüge mit Bier und seine Lieblingsstühle ins Grab seines Vaters. Was glaubt er?
Erklärung: Grabbeigaben versorgten den Toten im Jenseits mit allem, was er zum Leben brauchte. Für uns sind sie heute Quellen: Sie zeigen, was die Menschen aßen und benutzten.
Beim Totengericht wurde das Herz des Toten gegen eine ___ gewogen, das Zeichen der Göttin Maat.
Erklärung: Maat stand für Wahrheit und gerechte Ordnung. War das Herz schwer von bösen Taten, fraß es ein Ungeheuer, und der Tote durfte nicht weiterleben.
Bei der Mumifizierung ließen die Balsamierer das Herz im Körper.
Erklärung: Das Herz galt als Sitz von Verstand und Gewissen. Der Tote brauchte es beim Totengericht, deshalb blieb es im Körper.
Welches Organ zogen die Balsamierer heraus und warfen es weg?
Erklärung: Das Gehirn hielten die Ägypter für unwichtig. Das Herz blieb im Körper, die Leber kam in einen eigenen Krug, damit der Tote sie im Jenseits wieder hatte.
Die Balsamierer trockneten den Körper etwa 40 Tage lang mit einem Salz aus der Wüste, dem ___.
Erklärung: Natron entzieht dem Körper das Wasser. Ohne Wasser können Bakterien den Körper nicht zersetzen — so blieb er Jahrtausende erhalten.
Nur die Pharaonen wurden im Alten Ägypten mumifiziert.
Erklärung: Auch Beamte, Priester und wohlhabende Familien ließen ihre Toten mumifizieren, sogar Tiere wie Katzen. Arme Menschen wurden einfacher im Wüstensand begraben, der sie ebenfalls austrocknete.
In vielen Gräbern liegen Hunderte kleine Figuren mit Hacken und Körben in den Händen. Was sollten sie im Jenseits tun?
Erklärung: Diese Figuren heißen Uschebti, „Antworter“: Wurde der Tote im Jenseits zur Arbeit gerufen, sollten sie für ihn antworten und arbeiten.
Ein Grabbild zeigt einen Beamten, der mit seiner Frau mühelos Vögel jagt, während Diener reiche Ernten einbringen. Was zeigt dieses Bild am ehesten?
Erklärung: Grabbilder sollten das schöne Leben im Jenseits sichern. Sie zeigen die Oberschicht, wie sie sein wollte. Über einfache Bauern verraten sie wenig — eine Quelle zeigt immer nur einen Ausschnitt.
Im Dorf Deir el-Medina wohnten die Handwerker der Königsgräber. Dort fand man Tausende beschriebene Stein- und Tonscherben mit Einkaufslisten, Krankmeldungen und Streit unter Nachbarn. Was verraten sie besonders gut?
Erklärung: Die Scherben stammen von den Handwerkern selbst, nicht vom Hof. Mit den Pyramiden von Gizeh haben sie nichts zu tun: Deir el-Medina ist über 1 000 Jahre jünger.
Die Pyramiden von Gizeh wurden von Sklaven in Ketten gebaut.
Erklärung: Archäologen fanden neben den Pyramiden eine Siedlung der Arbeiter mit Bäckereien und ihre eigenen Gräber. Die Arbeiter wurden mit Brot, Bier und Fleisch versorgt. Viele waren Bauern, die zeitweise für den Pharao arbeiten mussten.
Die Sammlung von Zaubersprüchen, die man den Toten auf Papyrus mit ins Grab gab, nennen wir das ___.
Erklärung: Die Sprüche sollten dem Toten helfen, die Gefahren auf dem Weg ins Jenseits und das Totengericht zu bestehen.
Wie lange dauerte eine vollständige Mumifizierung ungefähr?
Erklärung: Austrocknen, Einölen und Einwickeln in viele Lagen Leinenbinden dauerten zusammen rund 70 Tage. Erst dann wurde der Tote bestattet.
Von Juli bis Oktober stand das Land unter Wasser, und die Bauern konnten nicht auf die Felder. Wofür setzte der Pharao viele von ihnen in dieser Zeit ein?
Erklärung: In der Zeit der Nilflut hatten die Bauern Zeit für den Dienst am Pharao: Steine schleppen, Kanäle graben, Tempel und Gräber bauen.
Magen, Darm, Leber und Lunge wurden in vier verschlossenen Krügen, den Kanopen, ins Grab gestellt.
Erklärung: Die Kanopen standen neben dem Sarg. So blieb der Körper vollständig für das Leben im Jenseits erhalten.