Ägypten — Jenseitsglaube, Mumien und was Gräber über den Alltag verraten

Egypt — Belief in the Afterlife, Mummies and What Tombs Reveal About Daily Life

Geschichte Klasse 6 14 Aufgaben
ÄgyptenAntikeReligionJenseitsglaubeAlltagQuellenkritik

Die Ägypter glaubten, dass das Leben nach dem Tod weitergeht, wenn der Körper erhalten bleibt und das Herz beim Totengericht nicht schwerer wiegt als die Feder der Maat. Das Kind leitet daraus Mumifizierung, Grabbeigaben, Uschebti und Grabbau ab — und erkennt, warum unser Wissen über den Alltag fast ganz aus Gräbern stammt, die ein ideales Leben der Oberschicht zeigen. Die Fehlvorstellung, die es abbaut: „Grabbilder zeigen den Alltag wie ein Foto“ und „Sklaven bauten die Pyramiden“. Bereitet das Schließen aus Spuren und den Vergleich mit Jenseitsbildern in Griechenland und im Christentum vor.

Leicht
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Ein Ägypter legt um 1300 v. Chr. Brot, Krüge mit Bier und seine Lieblingsstühle ins Grab seines Vaters. Was glaubt er?

  • â—Ź Sein Vater lebt im Jenseits weiter und braucht diese Dinge dort
  • â—‹ Die Dinge sollen Grabräuber vom Sarg ablenken
  • â—‹ Die Familie will alte Sachen loswerden
Grabbeigaben versorgten den Toten im Jenseits mit allem, was er zum Leben brauchte. FĂĽr uns sind sie heute Quellen: Sie zeigen, was die Menschen aĂźen und benutzten.
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Beim Totengericht wurde das Herz des Toten gegen eine ___ gewogen, das Zeichen der Göttin Maat.

âś“ Antwort: Feder
Maat stand für Wahrheit und gerechte Ordnung. War das Herz schwer von bösen Taten, fraß es ein Ungeheuer, und der Tote durfte nicht weiterleben.
Wahr / Falsch #3 10s â–¶ Testen

Bei der Mumifizierung ließen die Balsamierer das Herz im Körper.

âś“ Wahr
Das Herz galt als Sitz von Verstand und Gewissen. Der Tote brauchte es beim Totengericht, deshalb blieb es im Körper.
Wahr / Falsch #4 10s â–¶ Testen

Nur die Pharaonen wurden im Alten Ägypten mumifiziert.

âś“ Falsch
Auch Beamte, Priester und wohlhabende Familien lieĂźen ihre Toten mumifizieren, sogar Tiere wie Katzen. Arme Menschen wurden einfacher im WĂĽstensand begraben, der sie ebenfalls austrocknete.
Multiple Choice #5 10s â–¶ Testen

Wie lange dauerte eine vollständige Mumifizierung ungefähr?

  • â—Ź Etwa 70 Tage
  • â—‹ Etwa einen Tag
  • â—‹ Etwa zehn Jahre
Austrocknen, Einölen und Einwickeln in viele Lagen Leinenbinden dauerten zusammen rund 70 Tage. Erst dann wurde der Tote bestattet.
Mittel
Multiple Choice #1 12s â–¶ Testen

Welches Organ zogen die Balsamierer heraus und warfen es weg?

  • â—Ź Das Gehirn
  • â—‹ Das Herz
  • â—‹ Die Leber
Das Gehirn hielten die Ägypter für unwichtig. Das Herz blieb im Körper, die Leber kam in einen eigenen Krug, damit der Tote sie im Jenseits wieder hatte.
LĂĽckentext #2 12s â–¶ Testen

Die Balsamierer trockneten den Körper etwa 40 Tage lang mit einem Salz aus der Wüste, dem ___.

âś“ Antwort: Natron
Natron entzieht dem Körper das Wasser. Ohne Wasser können Bakterien den Körper nicht zersetzen — so blieb er Jahrtausende erhalten.
Multiple Choice #3 15s â–¶ Testen

In vielen Gräbern liegen Hunderte kleine Figuren mit Hacken und Körben in den Händen. Was sollten sie im Jenseits tun?

  • â—Ź FĂĽr den Toten die Feldarbeit erledigen
  • â—‹ Den Kindern des Toten als Spielzeug dienen
  • â—‹ Den Toten vor Grabräubern verteidigen
Diese Figuren heißen Uschebti, „Antworter“: Wurde der Tote im Jenseits zur Arbeit gerufen, sollten sie für ihn antworten und arbeiten.
Multiple Choice #4 20s â–¶ Testen

Ein Grabbild zeigt einen Beamten, der mit seiner Frau mühelos Vögel jagt, während Diener reiche Ernten einbringen. Was zeigt dieses Bild am ehesten?

  • â—Ź Wie sich der Beamte sein ewiges Leben wĂĽnschte
  • â—‹ Wie jede Familie in Ă„gypten lebte
  • â—‹ Einen gewöhnlichen Arbeitstag, genau wie ein Foto
Grabbilder sollten das schöne Leben im Jenseits sichern. Sie zeigen die Oberschicht, wie sie sein wollte. Über einfache Bauern verraten sie wenig — eine Quelle zeigt immer nur einen Ausschnitt.
Multiple Choice #5 20s â–¶ Testen

Im Dorf Deir el-Medina wohnten die Handwerker der Königsgräber. Dort fand man Tausende beschriebene Stein- und Tonscherben mit Einkaufslisten, Krankmeldungen und Streit unter Nachbarn. Was verraten sie besonders gut?

  • â—Ź Den Alltag einfacher Handwerkerfamilien
  • â—‹ Die geheimen Gedanken des Pharaos
  • â—‹ Wie die Pyramiden von Gizeh gebaut wurden
Die Scherben stammen von den Handwerkern selbst, nicht vom Hof. Mit den Pyramiden von Gizeh haben sie nichts zu tun: Deir el-Medina ist ĂĽber 1 000 Jahre jĂĽnger.
Wahr / Falsch #6 12s â–¶ Testen

Die Pyramiden von Gizeh wurden von Sklaven in Ketten gebaut.

âś“ Falsch
Archäologen fanden neben den Pyramiden eine Siedlung der Arbeiter mit Bäckereien und ihre eigenen Gräber. Die Arbeiter wurden mit Brot, Bier und Fleisch versorgt. Viele waren Bauern, die zeitweise für den Pharao arbeiten mussten.
LĂĽckentext #7 12s â–¶ Testen

Die Sammlung von ZaubersprĂĽchen, die man den Toten auf Papyrus mit ins Grab gab, nennen wir das ___.

âś“ Antwort: Totenbuch
Die SprĂĽche sollten dem Toten helfen, die Gefahren auf dem Weg ins Jenseits und das Totengericht zu bestehen.
Multiple Choice #8 15s â–¶ Testen

Von Juli bis Oktober stand das Land unter Wasser, und die Bauern konnten nicht auf die Felder. WofĂĽr setzte der Pharao viele von ihnen in dieser Zeit ein?

  • â—Ź FĂĽr Arbeiten an groĂźen Bauprojekten
  • â—‹ FĂĽr KriegszĂĽge nach Europa
  • â—‹ FĂĽr den Fischfang auf dem offenen Meer
In der Zeit der Nilflut hatten die Bauern Zeit für den Dienst am Pharao: Steine schleppen, Kanäle graben, Tempel und Gräber bauen.
Wahr / Falsch #9 12s â–¶ Testen

Magen, Darm, Leber und Lunge wurden in vier verschlossenen KrĂĽgen, den Kanopen, ins Grab gestellt.

âś“ Wahr
Die Kanopen standen neben dem Sarg. So blieb der Körper vollständig für das Leben im Jenseits erhalten.