Die Römer in Bayern — Raetien, Limes und Castra Regina
Welche Stadt war die Hauptstadt der römischen Provinz Raetien?
Erklärung: Augusta Vindelicum — das heutige Augsburg — war Hauptstadt Raetiens. München ist heute Landeshauptstadt, gab es aber zur Römerzeit noch gar nicht. Wer die heutige Hauptstadt zurückprojiziert, tappt in die Gegenwartsfalle.
München war eine römische Stadt.
Erklärung: München wurde erst 1158 gegründet, über tausend Jahre nach den Römern. Römische Städte in Bayern sind z. B. Augsburg, Regensburg, Kempten und Passau.
179 n. Chr. wird an der Donau das Legionslager Castra Regina gebaut. Welche heutige Stadt steht darauf?
Erklärung: Castra Regina — das Lager am Fluss Regen — ist der Kern von Regensburg. Ein Stück seines Nordtors, der Porta Praetoria, steht noch heute in der Altstadt.
Welches deutsche Wort stammt vom lateinischen „fenestra“?
Erklärung: Glasfenster brachten die Römer mit — und das Wort gleich dazu. Ebenso kommen Mauer (murus), Keller (cellarium) und Wein (vinum) aus dem Lateinischen.
Die römische Grenzanlage aus Wall, Graben, Palisade und Wachtürmen hieß ___.
Erklärung: Der Limes lief in Bayern von der Donau bei Eining nach Westen; seit 2005 ist er UNESCO-Welterbe.
Ein Händler bringt um 150 n. Chr. Wein aus Italien über die Alpen nach Augsburg. Auf welcher Straße reist er?
Erklärung: Die Via Claudia Augusta führte von Norditalien über Reschen- und Fernpass nach Augsburg. Die Via Appia verband Rom mit Süditalien, die Seidenstraße Asien mit dem Mittelmeer.
Der Limes war eine lückenlose Mauer, die niemand überqueren durfte.
Erklärung: Der Limes kontrollierte die Grenze, sperrte sie aber nicht: An Toren zogen Händler hindurch und zahlten Zoll. Er war eher eine bewachte Grenzlinie als ein Bollwerk.
In Straubing finden Archäologen Paraderüstungen und Gesichtsmasken römischer Reiter. Was für eine Quelle ist das?
Erklärung: Der „Straubinger Römerschatz“ ist ein Gegenstand aus der Zeit selbst — eine Sach- oder gegenständliche Quelle. Ein Museumstext darüber wäre eine Darstellung.
Welches Ereignis liegt am frühesten?
Erklärung: Erst kommt die Eroberung, dann das Lager an der Donau, zuletzt der Rückzug vom Limes.
Um 260 n. Chr. gaben die Römer den Limes auf und zogen die Grenze an Donau und Iller zurück.
Erklärung: Nach Angriffen der Alamannen und Krisen im Reich räumten die Römer das Land jenseits der Flüsse. Die „nasse Grenze“ an Donau, Iller und Rhein war leichter zu halten.
Ein römischer Feldherr sucht einen Platz für ein Legionslager an der Nordgrenze Raetiens. Welcher Ort passt am besten?
Erklärung: Flüsse schützten und dienten als Transportwege. Darum liegen Regensburg (Regen), Passau (Inn und Ilz) und andere Lager an Mündungen in die Donau.
Ein Kelte lebt um 200 n. Chr. in Raetien. Was zeigt, dass er romanisiert ist?
Erklärung: Romanisierung heißt, römische Lebensweise zu übernehmen: Sprache, Bäder, Geld, Steinhäuser, oft auch Götter. Sie geschah meist freiwillig und Schritt für Schritt.
Das deutsche Wort „Straße“ geht auf das lateinische „via strata“ zurück, den gepflasterten Weg.
Erklärung: Römische Straßen waren gepflastert und geschichtet — strata. Das Wort wanderte mit den Straßen ins Germanische.