Zitrus und SĂ€ure
Im Rezept stehen 20 ml Limettensaft, du hast aber nur Zitronen. Wie viel Zitronensaft nimmst du?
ErklĂ€rung: Frisch gepresst enthĂ€lt Zitronensaft rund 49 g ZitronensĂ€ure pro Liter, Limettensaft rund 47 g (Penniston et al. 2008) â fast gleich viel. Tauschen geht Milliliter fĂŒr Milliliter; es Ă€ndern sich vor allem Duft und Herbe.
Frischer Zitronensaft hat etwa 49 g ZitronensÀure pro Liter, fertiger Orangensaft etwa 17 g. Wievielmal so viel SÀure steckt im Zitronensaft? (auf eine ganze Zahl gerundet, nur die Zahl)
ErklĂ€rung: 49 Ă· 17 â 2,9, also rund dreimal so viel (Penniston et al. 2008). Orangensaft kann den sauren Platz eines Sours darum nicht allein fĂŒllen.
Dein Sour soll nach Orange schmecken, also nimmst du Orangensaft als sauren Platz. Er schmeckt flach und sĂŒĂ. Was hilft?
ErklĂ€rung: Orangensaft bringt viel Aroma, aber nur etwa ein Drittel der SĂ€ure von Zitronensaft, und dazu eigenen Zucker. Mehr davon macht den Drink sĂŒĂer, nicht saurer. Zitrone oder eine Prise ZitronensĂ€ure heben die SĂ€ure, die Orange bleibt das Aroma.
Deine Tee-Sours aus Zitronensaft von der Flasche schmecken flach, und du gibst immer mehr Sirup dazu. Was ist los?
ErklĂ€rung: Zitronensaft-Konzentrat enthielt in der Messung rund ein Viertel weniger ZitronensĂ€ure als frischer Saft, und das frische Aroma fehlt. Mehr Sirup macht einen flachen Drink nur sĂŒĂ. Frisch pressen löst es.
Zitronensaft, den du vor einer Woche gepresst hast, ist aus dem KĂŒhlschrank noch genauso gut wie am ersten Tag.
ErklÀrung: Frisch gepresster Saft verliert Duft und Frische; die Bar-Praxis presst ihn am Tag, an dem er gebraucht wird (Morgenthaler 2014; Arnold 2014).
Der pH-Streifen zeigt im Zitronensaft etwa 2, im Orangensaft etwa 4. Der Zitronensaft ist also die saurere Lösung.
ErklĂ€rung: Je kleiner der pH-Wert, desto saurer die Lösung, und jeder Schritt auf der Skala ist ein groĂer Sprung. Zitronensaft liegt deutlich tiefer als Orangensaft.
FĂŒr den Abend brauchst du Zitronensaft und dĂŒnne Zesten von denselben Zitronen. Wie gehst du vor?
ErklĂ€rung: Eine ganze, feste Zitrone lĂ€sst sich sauber schĂ€len; eine ausgepresste HĂ€lfte ist weich und zerreiĂt. Darum kommt die Schale zuerst, der Saft danach.
Eine Zitronenlimonade aus dem Laden hat ungefÀhr so viel SÀure wie frischer Zitronensaft.
ErklĂ€rung: Gekaufte Limonaden enthielten in einer Messung höchstens etwa ein Sechstel der ZitronensĂ€ure von Zitronensaft, oft viel weniger (Penniston et al. 2008). Den sauren Platz eines Drinks fĂŒllen sie nicht.
Du hast drei SÀfte vor dir. Ordne sie nach ihrer ZitronensÀure pro Liter, vom meisten zum wenigsten.
ErklÀrung: Frischer Zitronensaft etwa 49 g pro Liter, fertiger Grapefruitsaft etwa 25 g, fertiger Orangensaft etwa 17 g (Penniston et al. 2008). Zitrone und Limette sind die SÀure-Lieferanten der Bar.
Du hast keine Zitronen, aber Verjus, den Saft unreifer Trauben. Er kann in deinem Drink den sauren Platz fĂŒllen.
ErklĂ€rung: Verjus ist unvergorener Saft unreifer Trauben und deutlich sauer. Er fĂŒllt den sauren Platz mit einem eigenen, weinigen Duft â manche alkoholfreien Drinks nutzen ihn genau dafĂŒr.
FĂŒr Zesten und Zitronenscheiben im Glas kaufst du Zitronen. Auf dem Schild steht âkonserviert mit Imazalil, gewachst". Was folgt?
ErklĂ€rung: Behandelte Schalen sind nicht zum Verzehr gedacht, auch gewaschen nicht. FĂŒr Zeste und Scheibe im Drink: Bio-FrĂŒchte oder solche mit âSchale zum Verzehr geeignet" (Verbraucherzentrale). Den Saft kannst du nach grĂŒndlichem Waschen der Frucht trotzdem pressen.
Du baust den Limetten-Minz-Smash einmal mit Limetten-, einmal mit Zitronenachteln. Was Àndert sich vor allem?
ErklĂ€rung: Beide SĂ€fte sind fast gleich sauer. Was sich Ă€ndert, sind die Ăle der Schale und ihre Herbe â beim ZerdrĂŒcken der Achtel kommen sie besonders stark in den Drink.
Du gibst eine Prise ZitronensÀure-Pulver in fertigen Orangensaft. Was Àndert sich?
ErklĂ€rung: ZitronensĂ€ure ist dieselbe SĂ€ure wie im Zitronensaft, aber ohne die Ăle der Schale. Sie hebt die SĂ€ure des Orangensafts, der Duft bleibt Orange â so wird aus Orangensaft ein brauchbarer saurer Platz.