Fermentation â Temperatur mal Zeit
Du schneidest dein Brot an: es ist flach, die Krume hat viele winzige, gleich groĂe Löcher und schmeckt scharf sauer. Was ist passiert?
ErklÀrung: Bei zu langer Gare zersetzen Enzyme und Bakterien den Kleber. Das Brot hÀlt nicht mehr, fÀllt flach, die Poren werden winzig und gleich, der Geschmack scharf sauer.
Dein Brot ist seitlich breit statt nach oben gegangen, die Krume ist blass, hat groĂe Krater und wirkt an Stellen gummig. Was ist passiert?
ErklĂ€rung: Zu kurze Gare lĂ€sst gummige Stellen, groĂe Krater und eine blasse Krume zurĂŒck, und der Teig geht seitlich statt nach oben.
Dein Brot ist senkrecht aufgegangen und zeigt eine gleichmĂ€Ăige, offene Wabe. Wie war die Fermentation?
ErklĂ€rung: Eine gleichmĂ€Ăige Wabe und ein senkrechter Ofentrieb sind die Zeichen einer gut getroffenen Gare.
Du willst ein mildes, hoch aufgegangenes Sauerteigbrot. Worauf kommt es bei der Temperatur der Gare am meisten an?
ErklĂ€rung: Ăber etwa 28 °C fĂ€llt die Hefe gegenĂŒber den MilchsĂ€urebakterien zurĂŒck: Bei 32 °C braucht sie 3,6 Stunden fĂŒr eine Verdopplung, die Bakterien eine. Die SĂ€ure ist da, bevor das Gas kommt, das Brot wird sauer und flach. Unter etwa 26 °C wachsen beide im Gleichschritt, kĂŒhler wird alles nur langsamer, nicht milder (GĂ€nzle 1998).
Du lĂ€sst zwei gleiche Teige gleich lange gĂ€ren, einen warm und einen kĂŒhl. Welcher wird saurer?
ErklÀrung: In der WÀrme arbeiten die MilchsÀurebakterien schneller und machen in derselben Zeit mehr SÀure, vor allem milde MilchsÀure. Die schÀrfere EssigsÀure bleibt nach Spicher etwa gleich.
Dein Rezept nennt 4 Stunden Gare, aber deine KĂŒche ist heute deutlich wĂ€rmer als sonst. Was tust du?
ErklÀrung: Fermentation ist Temperatur mal Zeit. In der WÀrme lÀuft sie schneller, also richtest du dich nach dem Zustand des Teigs, nicht nach der Uhr.
Ein warm gefĂŒhrter Teig wird eher saurer, ein kĂŒhl gefĂŒhrter eher milder.
ErklĂ€rung: WĂ€rme macht mehr SĂ€ure, vor allem milde MilchsĂ€ure; kĂŒhl geht alles nur langsamer. Ăber etwa 28 °C fĂ€llt zudem die Hefe zurĂŒck, dann wird der Teig sauer und flach.
Wenn das Brot flach ist und die Krume viele winzige, gleich groĂe Löcher hat, war der Teig zu kurz gegangen.
ErklĂ€rung: Das ist das Bild einer zu langen Gare: der Kleber ist abgebaut, das Brot fĂ€llt flach, die Poren werden winzig und gleich. Zu kurz gĂ€be groĂe Krater und gummige Stellen.
Zwischen 20 und 26 °C wachsen Hefe und MilchsÀurebakterien eines Sauerteigs etwa im Gleichschritt.
ErklĂ€rung: Die Hefe schafft dort immer etwa 80 % des Tempos der Bakterien (GĂ€nzle 1998). KĂŒhler wird alles nur langsamer, nicht anders.
Ab etwa wie viel Grad Celsius fĂ€llt die wilde Hefe eines Sauerteigs hinter die MilchsĂ€urebakterien zurĂŒck?
ErklĂ€rung: Ab etwa 28 °C. Die Hefe hat ihr Optimum bei 27 °C, die Bakterien bei 32 °C. Bei 32 °C braucht die Hefe 3,6 Stunden fĂŒr eine Verdopplung, die Bakterien eine.
Bei 20 °C erreicht ein Anstellgut denselben Zustand wie bei 25 °C, es braucht nur lÀnger.
ErklÀrung: Unterhalb von etwa 28 °C gilt: Gare ist Temperatur mal Zeit. Bei 20 °C steht das Anstellgut nach 12,5 statt 7,3 Stunden am höchsten.
Unterhalb von etwa 28 °C gilt: Gare ist Temperatur mal ___.
ErklĂ€rung: Warm und kurz oder kĂŒhl und lang fĂŒhrt zum selben Teig. DarĂŒber gilt die Regel nicht mehr, weil die Hefe zurĂŒckfĂ€llt.
WĂ€rme macht im Sauerteig vor allem mehr ___, die mild schmeckt.
ErklÀrung: Die schÀrfere EssigsÀure bleibt nach Messungen von Spicher bei jeder Temperatur etwa gleich.
Dein Landbrot soll etwas krĂ€ftiger sĂ€uerlich schmecken, aber genauso hoch werden wie bisher bei 22 °C. Bei welcher Temperatur fĂŒhrst du die Stockgare?
ErklĂ€rung: WĂ€rme macht mehr SĂ€ure. Bis etwa 28 °C hĂ€lt die Hefe mit, darĂŒber fĂ€llt sie zurĂŒck und der Laib wird flach, wie der 32-°C-Laib mit +14 %. Dass kĂŒhl essigsaurer macht, liest man oft; KleinwĂ€chter konnte es nicht bestĂ€tigen.
Ein flacher Laib mit vielen kleinen, gleichen Poren, der scharf sauer schmeckt, ist zu ___ gegangen.
ErklÀrung: Zu lange Gare: Die SÀure hat den Kleber zerschneiden lassen, das Netz hielt das Gas nicht mehr.
Ein ĂŒbergarer Teig sackt ein, obwohl die Hefe noch Gas macht.
ErklĂ€rung: Nicht das Gas fehlt, sondern das Netz: Die SĂ€ure hat die eiweiĂspaltenden Enzyme des Mehls eingeschaltet, die Decke des Netzes sinkt.
Unter etwa welchem pH-Wert werden die eiweiĂspaltenden Enzyme des Mehls aktiv und beginnen, den Kleber zu zerschneiden?
ErklÀrung: Unter etwa pH 4,5. Bei 25 °C und 10 % Anstellgut ist der Teig nach knapp acht Stunden dort, dann beginnt die Decke des Netzes zu sinken.
Dein Teig stand 14 Stunden bei 25 °C. Er ist klebrig, lÀuft breit und hÀlt kaum noch Gas. Was ist passiert?
ErklÀrung: Nach 14 Stunden liegt der pH-Wert bei etwa 3,9, die Decke des Netzes ist von +95 % auf etwa +62 % gesunken. Die Hefe arbeitet noch, aber das Netz hÀlt ihr Gas nicht mehr.