Nudeln — Salz, Biss und Nudelwasser
Du kochst 300 g Spaghetti nach der Faustregel 1-10-100. Wie viele Gramm Salz kommen ins Wasser? (nur die Zahl)
Erklärung: 1-10-100 heißt: je 100 g Nudeln ein Liter Wasser mit 10 g Salz. 300 g Nudeln brauchen also 3 Liter und 30 g Salz. Das Salz richtet sich nach dem Wasser — wer weniger Wasser nimmt, nimmt auch weniger Salz.
Du salzt das Nudelwasser nach dem Spruch „salzig wie das Meer“ mit 35 g je Liter. Wie schmecken die Nudeln?
Erklärung: Meerwasser enthält rund 35 g Salz je Liter, gut dreimal so viel wie die Faustregel von etwa 10 g. Die Nudeln saugen Wasser samt Salz auf; mit dem Salzgehalt des Meeres sind sie versalzen. Salz verdampft nicht, nur das Wasser.
Die Spaghetti kleben nach dem Einlegen am Topfboden zusammen. Was hilft beim nächsten Mal?
Erklärung: Kleben tun Nudeln vor allem am Anfang, solange ihre Oberfläche weich und stärkereich wird; wer dann rührt, trennt sie (McGee 2009). Öl schwimmt oben auf dem Wasser und erreicht die Nudeln im Topf kaum, und am Salz liegt es nicht.
Auf der Packung stehen 11 Minuten. Wann probierst du zum ersten Mal?
Erklärung: Die Packungszeit ist ein Richtwert — Topf, Wassermenge und Geschmack verschieben sie. Wer ein bis zwei Minuten vorher probiert, erwischt den Moment, in dem der Kern noch einen festen Punkt hat: al dente.
Die Nudeln sollen noch zwei Minuten in der Tomatensauce in der Pfanne ziehen. Wann gieĂźt du sie ab?
Erklärung: In der heißen Sauce garen die Nudeln weiter und nehmen dabei Sauce auf. Wer sie ein wenig vor dem Biss abgießt, hat nach zwei Minuten in der Pfanne genau al dente. Ganz weich abgegossen, sind sie am Ende matschig.
Gleich gieĂźt du die Spaghetti ab. Was tust du vorher?
Erklärung: Das trübe Kochwasser ist voller Stärke und schon gesalzen. Ein Schuss davon bindet die Sauce und lässt sie an den Nudeln haften — in italienischen Küchen der Standard. Ausgekippt ist das beste Bindemittel weg.
Deine Sauce aus Olivenöl, Knoblauch und Käse ist ölig und haftet nicht an den Spaghetti. Was tust du?
Erklärung: Stärkehaltiges Nudelwasser verteilt das Öl beim Schwenken in winzige Tröpfchen, und aus Fett und Wasser wird ein cremiger Überzug (McGee 2009). Mehr Öl macht es nur fettiger, und Abspülen nimmt genau die Stärke weg, die bindet.
Du hast fĂĽr 500 g Nudeln nur einen Topf mit 1,5 Litern. Was tust du?
Erklärung: Die Faustregel ist Konvention, keine Physik: McGee kochte ein Pfund Spaghetti in gut 1,4 Litern und rührte oft, damit alles untertaucht und nichts klebt (New York Times, 2009). Das Salz richtet sich nach dem Wasser — weniger Wasser, weniger Salz. Das Kochwasser wird dabei besonders stärkereich.
Nudeln fĂĽr eine warme Sauce spĂĽlst du nach dem AbgieĂźen kalt ab, damit sie nicht kleben.
Erklärung: Abspülen wäscht die Stärke ab, mit der die Sauce an den Nudeln haftet, und kühlt sie aus. Nudeln für eine warme Sauce kommen direkt aus dem Sieb in die Pfanne.
BeiĂźt du eine Nudel durch und spĂĽrst im Kern noch einen festen Punkt, ist sie al dente.
Erklärung: Al dente heißt „für den Zahn“: außen weich, innen ein kleiner, fester Kern. So halten die Nudeln der Sauce stand und zerfallen nicht, wenn sie in der Pfanne nachziehen.
Nudelwasser aus einem kleinen Topf eignet sich zum Binden besonders gut.
Erklärung: In wenig Wasser sammelt sich die Stärke, die die Nudeln abgeben, dichter; McGee fand solches Kochwasser stärkereicher und damit nützlicher (New York Times, 2009). Genau diese Stärke bindet in der Pfanne.
Nudelwasser brauchst du nicht zu salzen, das Salz wird ja mit dem Wasser abgegossen.
Erklärung: Die Nudeln saugen beim Garen Wasser auf — und mit ihm das Salz. So sind sie von innen gewürzt, was keine Sauce später nachholt. Darum gehört das Salz ins Wasser, nicht nur in die Sauce.