Teesorten — eine Pflanze, sechs Wege
GrĂĽner Sencha, schwarzer Assam und weiĂźer Silbernadel-Tee stehen nebeneinander im Regal. Von wie vielen Pflanzenarten stammen sie?
Erklärung: Alle echten Tees kommen von derselben Pflanze. Was sie unterscheidet, ist die Verarbeitung — vor allem, wie weit das Blatt oxidieren darf (ISO 20715:2023).
Ordne die Tees danach, wie weit ihr Blatt oxidiert ist, von wenig nach stark.
Erklärung: Beim Grüntee werden die Enzyme früh durch Hitze gestoppt, beim Oolong nach einer teilweisen Oxidation, beim Schwarztee erst, wenn das Blatt voll oxidiert ist.
Auf deiner Packung Schwarztee steht „fermentiert". Das heißt, Bakterien haben den Tee verarbeitet.
Erklärung: Beim Schwarztee arbeiten die Enzyme des Blatts selbst: Sie oxidieren die Catechine, sobald die Zellen aufgebrochen sind. „Fermentation" ist hier ein altes Handelswort für Oxidation.
Dein Pu-Erh ist ein „dunkler Tee". Bei ihm waren tatsächlich Mikroorganismen an der Reifung beteiligt.
Erklärung: Dunkler Tee wie Pu-Erh wird aufgeschichtet und gelagert, und dabei arbeiten Mikroben mit — die einzige echte Fermentation unter den sechs Sorten.
Du schreibst die Getränkekarte eures Schulcafés und willst unter „Tee" nur Tee im Sinne des deutschen Lebensmittelrechts führen. Welcher gehört dorthin?
Erklärung: „Tee" sind nach den Leitsätzen nur Blätter, Knospen und zarte Stiele von Camellia sinensis. Rooibos und Kamille sind teeähnliche Erzeugnisse — sie gehören auf der Karte unter „Kräuter- und Früchtetee".
Du willst abends keinen Wachmacher und wählst Mate. Als Kräutertee ist er koffeinfrei.
Erklärung: Die meisten Kräuter- und Früchtetees sind koffeinfrei — Mate nicht. Er ist ein teeähnliches Erzeugnis und enthält trotzdem Koffein.
Frisch gepflückte Teeblätter werden in China kurz in einer heißen Pfanne geröstet, in Japan gedämpft. Welcher Tee entsteht so?
Erklärung: Die Hitze zerstört die Enzyme, bevor das Blatt oxidieren kann — so bleibt es grün. Danach wird es gerollt und getrocknet.
Ein angeschnittener Apfel wird an der Luft braun, weil seine Enzyme arbeiten. Welcher Tee nutzt diesen Vorgang am stärksten?
Erklärung: Beim Schwarztee lässt man genau diese enzymatische Bräunung laufen: Zellen aufbrechen, Enzyme oxidieren die Inhaltsstoffe, das Blatt wird dunkel. Beim Grüntee wird sie früh durch Hitze gestoppt.
Im Teegarten werden Blätter für Schwarztee nach dem Welken kräftig gerollt. Dadurch brechen Zellen auf, und das Blatt oxidiert schneller.
Erklärung: Welken, Rollen (oder Schneiden), volle Oxidation, Trocknen: Das Rollen bringt Enzyme und Inhaltsstoffe zusammen. Je kleiner das Blatt danach, desto schneller zieht der Tee auch in der Tasse.
Du trinkst eine Schale Matcha und eine Tasse Sencha. Was ist beim Matcha anders?
Erklärung: Matcha ist beschatteter, fein gemahlener Grüntee. Das Pulver wird aufgeschlagen und ganz getrunken — darum bringt eine Schale mehr vom Blatt, auch mehr Koffein, als ein Aufguss.
Du planst den Teeeinkauf für ein Schulfest nach dem deutschen Durchschnitt. Pro Kopf wird hier mehr Kräuter- und Früchtetee getrunken als schwarzer und grüner Tee zusammen.
Erklärung: 2024 waren es 40,1 Liter Kräuter- und Früchtetee gegen 27,1 Liter schwarzen und grünen Tee pro Kopf (Deutscher Teeverband, Tee Report 2025). Das meiste, was hier „Tee" heißt, ist also gar kein Tee.
Eine Packung Früchtetee mit Hagebutte, Hibiskus und Apfel enthält Blätter der Teepflanze.
Erklärung: Früchtetee besteht aus getrockneten Früchten, Blüten und Schalen — ohne Camellia sinensis. Er ist ein teeähnliches Erzeugnis, und der Name „Tee" ist hier nur Gewohnheit.
Ein Gast verträgt kein Koffein und fragt nach einem Tee. Was bietest du ihm an?
Erklärung: Weißer, grüner und schwarzer Tee kommen alle von Camellia sinensis und enthalten Koffein — mild oder nicht oxidiert heißt nicht koffeinfrei; eine Tasse grüner Tee hat etwa 30 mg (BfR). Rooibos ist ein teeähnliches Erzeugnis und von Natur aus koffeinfrei.