Sechs Fälle, sechs Fragen
Welcher lateinische Fall antwortet auf die Frage „womit?“?
Erklärung: Der Ablativ beantwortet womit?, wodurch? und woher? — gladio, „mit dem Schwert“. Der Dativ antwortet auf wem?, der Genitiv auf wessen?, und der Vokativ ist der Fall, in dem jemand angesprochen wird.
Das Lateinische hat sechs Fälle, das Deutsche nur vier.
Erklärung: Richtig. Zu Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ kommen im Lateinischen der Vokativ (Anrede: Marce!) und der Ablativ (womit? wodurch? woher?) dazu.
„Marce, veni!“ — In welchem Fall steht „Marce“?
Erklärung: Marcus wird gerufen: Vokativ, die Anrede. Die Endung -e statt -us verrät es. Der Nominativ wäre Marcus.
Welches Wort braucht im Deutschen eine Präposition, im Lateinischen nicht?
Erklärung: gladio ist Ablativ: Das „mit" steckt in der Endung. Akkusativ (puellam) und Genitiv (pueri) übersetzt man ohne Präposition.
„puellae“ kann „des Mädchens“ oder „dem Mädchen“ heißen — erst der Satz entscheidet.
Erklärung: Richtig. Genitiv und Dativ Singular der a-Deklination sehen gleich aus (und der Nominativ Plural auch). Darum liest man Endungen immer im Satz, nie allein.