Stochastische Simulation und Monte-Carlo
Beim Simulieren eines WĂŒrfels fĂ€llt in 200 WĂŒrfen 38-mal eine 6. Wie groĂ ist die relative HĂ€ufigkeit der 6? (Dezimalzahl)
ErklÀrung: Relative HÀufigkeit = Treffer / Versuche = 38/200 = 0,19. Sie schÀtzt die Wahrscheinlichkeit, ist aber selbst kein exakter Wert.
Ein fairer WĂŒrfel wird 600-mal simuliert. Welche Anzahl an Sechsen ist am plausibelsten?
ErklĂ€rung: Erwartet werden etwa 1/6 · 600 = 100 Sechsen. Die relative HĂ€ufigkeit nĂ€hert sich 1/6 an, wird aber nicht exakt. 300 wĂ€re die HĂ€lfte (fĂ€lschlicher âmuss sich ausgleichen"-Transfer vom fairen MĂŒnzwurf), 600 verwechselt die relative HĂ€ufigkeit mit der Anzahl der Versuche.
Beim simulierten MĂŒnzwurf ist nach fĂŒnfmal Kopf beim nĂ€chsten Wurf Zahl wahrscheinlicher.
ErklĂ€rung: Jeder Wurf ist unabhĂ€ngig â P(Zahl) bleibt 1/2. Die MĂŒnze hat kein GedĂ€chtnis (ReprĂ€sentativitĂ€ts-Heuristik).
Eine Simulation mit 10000 WĂŒrfen schĂ€tzt die Wahrscheinlichkeit im Mittel genauer als eine mit 20 WĂŒrfen.
ErklĂ€rung: Nach dem empirischen Gesetz der groĂen Zahlen werden die SchĂ€tzwerte mit wachsender Versuchszahl im Mittel genauer â 10000 WĂŒrfe streuen weniger um die Wahrscheinlichkeit als 20.
Eine faire MĂŒnze wird 6-mal geworfen. Wie groĂ ist P(genau die Reihenfolge KKKKKZ)?
ErklĂ€rung: Jede feste Reihenfolge aus 6 WĂŒrfen hat dieselbe Wahrscheinlichkeit (1/2)â¶ = 1/64 â auch ZKZKKZ. âZufĂ€lliger aussehen" oder âfast alles Kopf" Ă€ndert daran nichts (ReprĂ€sentativitĂ€ts-Heuristik). 1/6 verwechselt den ganzen Lauf mit einem Wurf, 5/64 multipliziert fĂ€lschlich die 5 Köpfe in die Wahrscheinlichkeit hinein.
Bei der Monte-Carlo-NĂ€herung von Ï wirft man zufĂ€llige Punkte in ein Quadrat mit einbeschriebenem ___.
ErklĂ€rung: Der Anteil der Treffer im (Viertel-)Kreis approximiert Ï/4; mal 4 ergibt die NĂ€herung fĂŒr Ï.
Von 1000 Zufallspunkten im 1Ă1-Quadrat liegen 785 im Viertelkreis mit Radius 1. Welcher NĂ€herungswert fĂŒr Ï ergibt sich?
ErklĂ€rung: Ï â 4 · (Treffer/Gesamt) = 4 · 785/1000 = 3,14. Der Trefferanteil 0,785 allein ist Ï/4 â der Faktor 4 fehlt dann.
Von 500 Zufallspunkten liegen 390 im Viertelkreis. NĂ€herung fĂŒr Ï = 4 · 390/500 = ? (Dezimalzahl)
ErklÀrung: 4 · 390/500 = 4 · 0,78 = 3,12.
Ein ReiĂnagel fĂ€llt in 400 WĂŒrfen 240-mal auf den Kopf. Welche Wahrscheinlichkeit schĂ€tzt man fĂŒr âKopf"?
ErklĂ€rung: Beim ReiĂnagel kennt man die Wahrscheinlichkeit nicht theoretisch â man schĂ€tzt sie ĂŒber die relative HĂ€ufigkeit: 240/400 = 0,6. Nicht einfach 0,5 (âfair") annehmen.
In 50 simulierten Spielen gewinnt Spieler A 32-mal. Relative HĂ€ufigkeit in Prozent?
ErklÀrung: 32/50 = 0,64 = 64 %.
Zwei Simulationen desselben Experiments mit je 100 WĂŒrfen liefern immer genau dieselbe relative HĂ€ufigkeit.
ErklÀrung: Simulationsergebnisse schwanken zufÀllig; nur die Tendenz bei sehr vielen Versuchen ist stabil.
Ein GlĂŒcksrad wird 1000-mal simuliert; âGewinn" fĂ€llt 220-mal. Bester SchĂ€tzwert fĂŒr P(Gewinn)?
ErklĂ€rung: Der SchĂ€tzwert ist die relative HĂ€ufigkeit: 220/1000 = 0,22. 0,5 wĂ€re eine unbegrĂŒndete Gleichverteilungs-Annahme, 220 ist die HĂ€ufigkeit, kein Anteil.
Dass sich die relative HĂ€ufigkeit bei vielen Versuchen der Wahrscheinlichkeit annĂ€hert, beschreibt das Gesetz der groĂen ___.
ErklĂ€rung: Das (empirische) Gesetz der groĂen Zahlen ist die Grundlage jeder WahrscheinlichkeitsschĂ€tzung durch Simulation.
Eine Monte-Carlo-SchĂ€tzung nutzt 10000 Punkte, davon 7854 im Viertelkreis. NĂ€herung fĂŒr Ï (auf 2 Nachkommastellen)?
ErklĂ€rung: 4 · 7854/10000 = 4 · 0,7854 = 3,1416 â 3,14.
Welche Simulation liefert vermutlich die genaueste SchÀtzung der Wahrscheinlichkeit?
ErklĂ€rung: Nach dem Gesetz der groĂen Zahlen wird die SchĂ€tzung mit mehr Versuchen im Mittel genauer â die Streuung um die Wahrscheinlichkeit nimmt ab.
FĂŒr einen ReiĂnagel, dessen Wahrscheinlichkeit man nicht berechnen kann, liefert eine Simulation mit 400 WĂŒrfen einen SchĂ€tzwert fĂŒr P(Kopf).
ErklĂ€rung: Genau das ist der Nutzen der Simulation â wo die theoretische Wahrscheinlichkeit unbekannt ist (ReiĂnagel, komplexe Spiele), liefert die relative HĂ€ufigkeit aus vielen WĂŒrfen einen SchĂ€tzwert.