Zusammengesetzte Zufallsexperimente
Ein Pfad im Baumdiagramm besteht aus zwei Ăsten mit P = 0,4 und P = 0,5. Wie groĂ ist die Wahrscheinlichkeit dieses Pfades?
ErklĂ€rung: Entlang eines Pfades wird multipliziert (1. Pfadregel): 0,4 · 0,5 = 0,2. Addieren (0,9) gehört zur Summenregel ĂŒber verschiedene Pfade, nicht entlang eines Pfades.
Zwei verschiedene Pfade fĂŒhren zum Ereignis âgenau eine 6", jeder mit P = 5/36. Wie groĂ ist P(genau eine 6)?
ErklĂ€rung: Ăber verschiedene Pfade zum selben Ereignis wird addiert (2. Pfadregel): 5/36 + 5/36 = 10/36. Multiplizieren (25/1296) gĂ€lte entlang eines Pfades; 5/36 vergisst den zweiten Pfad.
Ein GlĂŒcksrad hat die Felder A, B und C. Es wird zweimal gedreht. Wie viele Pfade hat das vollstĂ€ndige Baumdiagramm?
ErklÀrung: 3 Möglichkeiten pro Drehung, zwei Drehungen: 3 · 3 = 9 Pfade. 6 entsteht durch Addieren (3 + 3) statt Multiplizieren der Stufen.
Zwei faire WĂŒrfel werden geworfen. Welche Augensumme ist am wahrscheinlichsten?
ErklĂ€rung: Summe 7 entsteht ĂŒber 6 Pfade (1+6, 2+5, 3+4, 4+3, 5+2, 6+1), Summe 2 nur ĂŒber einen (1+1) und Summe 12 nur ĂŒber einen (6+6). Nicht alle Augensummen sind gleich wahrscheinlich.
Beim Werfen zweier WĂŒrfel ist die Augensumme 7 genauso wahrscheinlich wie die Augensumme 2.
ErklĂ€rung: Summe 7 entsteht ĂŒber 6 Pfade, Summe 2 nur ĂŒber einen (1+1) â 6/36 gegen 1/36. Die Ergebnisse eines zusammengesetzten Experiments sind nicht automatisch gleich wahrscheinlich.
Eine Familie hat zwei Kinder. Was ist am wahrscheinlichsten (P(Junge) = P(MĂ€dchen) = 1/2)?
ErklĂ€rung: âJungeâMĂ€dchen" entsteht ĂŒber zwei Pfade (JM und MJ) â 2/4; âzwei Jungen" und âzwei MĂ€dchen" je nur ĂŒber einen â 1/4. Die drei FĂ€lle sind nicht gleich wahrscheinlich.
Eine Urne enthĂ€lt 4 rote und 6 blaue Kugeln. Man zieht zweimal ohne ZurĂŒcklegen. Wie groĂ ist P(2. blau, wenn 1. rot war)?
ErklĂ€rung: Nach dem Ziehen einer roten Kugel sind noch 9 Kugeln ĂŒbrig, davon 6 blaue â 6/9. 6/10 behandelt die Stufe fĂ€lschlich wie mit ZurĂŒcklegen (die entnommene Kugel fehlt aber).
Beim Ziehen ohne ZurĂŒcklegen bleiben die Wahrscheinlichkeiten in der zweiten Stufe gleich wie in der ersten.
ErklĂ€rung: Ohne ZurĂŒcklegen Ă€ndert sich die Zusammensetzung der Urne â die zweite Stufe hat andere Wahrscheinlichkeiten (AbhĂ€ngigkeit). Nur mit ZurĂŒcklegen blieben sie gleich.
Eine Urne enthĂ€lt 4 rote und 6 blaue Kugeln. Man zieht zweimal ohne ZurĂŒcklegen. Wie groĂ ist P(1. rot, 2. blau)?
ErklĂ€rung: P(1. rot) = 4/10, P(2. blau | 1. rot) = 6/9. Produktregel: 4/10 · 6/9 = 24/90 = 4/15. 6/25 rechnet fĂ€lschlich mit gleichbleibenden Anteilen (6/10 · ⊠) wie mit ZurĂŒcklegen.
Eine Urne enthĂ€lt 5 rote und 5 blaue Kugeln. Man zieht zweimal ohne ZurĂŒcklegen. Wie groĂ ist P(beide gleiche Farbe)?
ErklĂ€rung: P(RR) = 5/10 · 4/9 = 20/90, P(BB) = 5/10 · 4/9 = 20/90, zusammen 40/90 = 4/9. 1/2 entstĂŒnde, wenn man mit gleichbleibenden Anteilen (mit ZurĂŒcklegen) rechnete.
Eine Urne enthĂ€lt 3 rote und 2 blaue Kugeln. Man zieht zweimal ohne ZurĂŒcklegen. Wie groĂ ist P(eine rote und eine blaue)?
ErklÀrung: Beide Reihenfolgen zÀhlen: P(rb) = 3/5 · 2/4 = 6/20 und P(br) = 2/5 · 3/4 = 6/20, zusammen 12/20 = 3/5. 3/10 zÀhlt nur eine Reihenfolge.
Eine Urne enthĂ€lt 3 rote und 2 blaue Kugeln. Man zieht zweimal mit ZurĂŒcklegen. Wie groĂ ist P(zweimal rot)? Angabe als Bruch mit Nenner 25 â ZĂ€hler eingeben.
ErklĂ€rung: P(rot) = 3/5. Mit ZurĂŒcklegen bleibt der Anteil gleich, also P(rot, rot) = 3/5 · 3/5 = 9/25.
Ein WĂŒrfel wird zweimal geworfen. Wie groĂ ist P(mindestens eine 6)? Angabe als Bruch mit Nenner 36 â ZĂ€hler eingeben.
ErklĂ€rung: P(mindestens eine 6) = 1 â P(keine 6) = 1 â (5/6)ÂČ = 1 â 25/36 = 11/36.
Man wirft eine faire MĂŒnze dreimal. Wie viele Pfade fĂŒhren zu genau 2-mal Kopf? (Anzahl eingeben)
ErklĂ€rung: Die Pfade mit genau 2-mal Kopf sind KKZ, KZK, ZKK â das sind 3 Pfade.
Man wirft eine faire MĂŒnze dreimal. P(genau 2-mal Kopf) = ___/8.
ErklĂ€rung: Es gibt 3 gĂŒnstige Pfade (KKZ, KZK, ZKK), jeder mit P = (1/2)Âł = 1/8. Summenregel: 3/8.
Ein zweistufiges Baumdiagramm hat in der ersten Stufe 3 und in der zweiten Stufe 4 AusgÀnge. Es besitzt insgesamt ___ Pfade.
ErklÀrung: Anzahl der Pfade = 3 · 4 = 12 (Stufen multiplizieren, nicht addieren).
Ein zweistufiges Baumdiagramm hat die vier Pfade mit P = 0,2; 0,3; 0,2 und 0,4. Ist das Baumdiagramm vollstÀndig?
ErklĂ€rung: Die Summe aller Pfadwahrscheinlichkeiten ist 0,2 + 0,3 + 0,2 + 0,4 = 1,1 > 1 â ein Wert stimmt nicht, das Baumdiagramm kann nicht vollstĂ€ndig sein. Bei einem vollstĂ€ndigen Baumdiagramm ergibt die Summe aller Pfade genau 1.
Bei einem GlĂŒcksrad ist P(Gewinn) = 0,3. Man dreht zweimal. Wie groĂ ist P(genau einmal Gewinn)? Angabe in Prozent (ganze Zahl).
ErklÀrung: Zwei Pfade: P(GN) + P(NG) = 0,3 · 0,7 + 0,7 · 0,3 = 0,42 = 42 %. Beide Reihenfolgen addieren (Summenregel).