Wendestellen und KrĂŒmmung
Was kennzeichnet eine Wendestelle xâ einer Funktion?
ErklĂ€rung: An einer Wendestelle Ă€ndert sich das KrĂŒmmungsverhalten. Dort ist die Steigung (f') extremal â die Funktion Ă€ndert am stĂ€rksten ihre Richtung.
Die notwendige Bedingung fĂŒr eine Wendestelle ist f''(xâ) = 0.
ErklĂ€rung: Richtig. Damit ein KrĂŒmmungswechsel stattfindet, muss f''(xâ) = 0 gelten. Allerdings ist dies nur notwendig, nicht hinreichend.
f(x) = xÂł â 3xÂČ + 2x. Bestimme die x-Koordinate der Wendestelle.
ErklĂ€rung: f'(x) = 3xÂČâ6x+2; f''(x) = 6xâ6 = 0 â x = 1. f'''(x) = 6 â 0, also ist x = 1 tatsĂ€chlich eine Wendestelle.
LinkskrĂŒmmung (konvex nach unten) bedeutet f''(x) ___ 0.
ErklĂ€rung: Bei LinkskrĂŒmmung liegt der Graph oberhalb jeder Tangente und f'' > 0. Bei RechtskrĂŒmmung gilt f'' < 0.
An der Wendestelle einer Funktion ist die lokale Ănderungsrate (die Steigung):
ErklÀrung: An einer Wendestelle hat f' ein Extremum, d. h., die Steigung des Graphen ist dort maximal oder minimal (stÀrkster Anstieg oder stÀrkster Abfall).
f(x) = x⎠â 6xÂČ. Wie viele Wendestellen hat f?
ErklĂ€rung: f'(x) = 4xÂłâ12x; f''(x) = 12xÂČâ12 = 12(xÂČâ1) = 0 â x = ±1. f'''(x) = 24x. f'''(1) = 24 â 0, f'''(â1) = â24 â 0. Beide sind Wendestellen.
f(x) = xâŽ. Die Stelle x = 0 ist eine Wendestelle.
ErklĂ€rung: Falsch. f''(x) = 12xÂČ, f''(0) = 0. Aber f''(x) â„ 0 fĂŒr alle x â es gibt keinen Vorzeichenwechsel von f''. Also keine Wendestelle bei x = 0.
Im Sachkontext beschreibt eine Wendestelle den Zeitpunkt des gröĂten ___.
ErklĂ€rung: Wenn f(t) einen Bestand modelliert, ist die Wendestelle der Zeitpunkt, an dem die Ănderungsrate (das Wachstum) am gröĂten ist.
Beim Newton-Verfahren zur Nullstellenberechnung lautet die Iterationsformel:
ErklÀrung: Das Newton-Verfahren folgt der Tangente vom Punkt (x_n, f(x_n)) bis zur x-Achse und nimmt diesen Schnittpunkt als nÀchste NÀherung.
Newton-Verfahren fĂŒr f(x) = xÂČ â 2, Startwert xâ = 1. Berechne xâ.
ErklĂ€rung: f(1) = 1â2 = â1; f'(x) = 2x, f'(1) = 2. xâ = 1 â (â1)/2 = 1 + 0,5 = 1,5.
Das Newton-Verfahren konvergiert immer gegen eine Nullstelle, unabhÀngig vom Startwert.
ErklĂ€rung: Falsch. Bei ungĂŒnstigem Startwert kann das Verfahren divergieren oder zwischen Werten hin- und herspringen. Der Startwert muss nahe genug an der Nullstelle liegen.
f(x) = 2xÂł â 6x. Bestimme den y-Wert der Wendestelle.
ErklĂ€rung: f''(x) = 12x = 0 â x = 0. f(0) = 0. Also liegt die Wendestelle bei (0|0).
f(x) = xÂł â 12x + 1. Die zweite Ableitung ist f''(x) = ___.
ErklĂ€rung: f'(x) = 3xÂČâ12; f''(x) = 6x.
Was ist der Vorteil des Newton-Verfahrens gegenĂŒber systematischem Ausprobieren?
ErklÀrung: Das Newton-Verfahren verdoppelt bei jedem Schritt ungefÀhr die Anzahl korrekter Dezimalstellen (quadratische Konvergenz). Es ist damit deutlich schneller als z. B. Intervallhalbierung.
Newton-Verfahren fĂŒr f(x) = xÂł â 2, Startwert xâ = 1. Berechne xâ als Dezimalzahl auf 2 Nachkommastellen.
ErklĂ€rung: f(1) = â1; f'(x) = 3xÂČ, f'(1) = 3. xâ = 1 â (â1)/3 = 1 + 1/3 = 4/3 â 1,33.
f(x) = xÂł â 3xÂČ + 3x â 1 = (xâ1)Âł. Was liegt bei x = 1 vor?
ErklĂ€rung: f'(x) = 3(xâ1)ÂČ, f'(1) = 0, aber ohne Vorzeichenwechsel â kein Extremum. f''(x) = 6(xâ1), f''(1) = 0, f'''(1) = 6 â 0 â Wendestelle mit waagrechter Tangente (Sattelpunkt). AuĂerdem f(1) = 0 â zugleich Nullstelle.
Kurvendiskussion von f(x) = xÂł â 3x. In welcher Reihenfolge analysiert man ĂŒblicherweise?
ErklĂ€rung: Eine systematische Kurvendiskussion beginnt mit dem Definitionsbereich, prĂŒft Symmetrie, bestimmt Nullstellen, Extrema, Wendepunkte und zeichnet dann den Graphen.
f(x) = x⎠â 8xÂČ + 16. Wie viele Wendestellen hat f?
ErklĂ€rung: f'(x) = 4xÂł â 16x. f''(x) = 12xÂČ â 16 = 0 â xÂČ = 4/3 â x = ±2/â3 â ±1,15. f'''(x) = 24x. f'''(±2/â3) â 0 â zwei Wendestellen.
Bei einer vollstĂ€ndigen Kurvendiskussion prĂŒft man das Fernverhalten: FĂŒr f(x) = â2xÂł + x gilt lim(xâ+â) f(x) = ___.
ErklĂ€rung: Der fĂŒhrende Term â2xÂł dominiert. Da â2 < 0 und der Grad ungerade ist, gilt f(x) â ââ fĂŒr x â +â.
f(x) = xÂł â 6xÂČ + 9x. Bestimme die x-Koordinate der Wendestelle.
ErklĂ€rung: f'(x) = 3xÂČ â 12x + 9. f''(x) = 6x â 12 = 0 â x = 2. f'''(2) = 6 â 0 â Wendestelle bei x = 2.
f(x) = xÂł â 3x. Die Funktion ist punktsymmetrisch zum Ursprung. Welche Eigenschaft folgt daraus?
ErklĂ€rung: Punktsymmetrie zum Ursprung bedeutet f(âx) = âf(x). Probe: f(âx) = âxÂł + 3x = â(xÂł â 3x) = âf(x). â
An einer Wendestelle hat die Tangente die gröĂte oder kleinste Steigung in der Umgebung.
ErklÀrung: Richtig. An der Wendestelle hat f' ein Extremum, d.h. die Steigung ist lokal maximal oder minimal.