Was der andere nicht weiĂź
Emil war beim Zahnarzt und kommt zur zweiten Stunde in die Klasse. Nora weiĂź nichts davon. Welcher Satz reicht fĂĽr Nora?
Erklärung: Emil weiß, wo er war — Nora nicht. Wer mittendrin anfängt, lässt genau das weg, was nur er selbst schon weiß.
Lea erklärt ihrer Oma am Telefon den Weg zum neuen Spielplatz. Ihre Oma war noch nie dort. Welcher Satz reicht für die Oma?
Erklärung: Ein Weg braucht Punkte, die auch ein Fremder findet. „Wo wir immer langgehen" gibt es nur in Leas Kopf.
Ravi hat mit Tim ein Kartenspiel erfunden. Jetzt erklärt er es Mira, die noch nie mitgespielt hat. Welcher Satz reicht für Mira?
Erklärung: „Wie letztes Mal" hilft nur dem, der letztes Mal dabei war. Mira war es nicht.
Ida kommt zu spät, weil das Auto ihrer Mutter nicht angesprungen ist. Frau Wagner fragt nach dem Grund. Welcher Satz reicht für Frau Wagner?
Erklärung: Nur ein Satz nennt die Sache selbst. Die anderen beiden setzen voraus, dass Frau Wagner sie schon kennt.
Samir ist seit Montag neu in der Klasse und sucht die Turnhalle. Ben zeigt ihm den Weg. Welcher Satz reicht fĂĽr Samir?
Erklärung: Samir kennt weder das „wie immer" noch die letzte Woche — da war er noch nicht da. Für ihn zählt nur, was man auch beim ersten Mal sieht.
Marie schreibt in den Klassenchat, weil sie bei einer Aufgabe nicht weiterkommt. Die anderen sehen ihr Heft nicht. Welcher Satz reicht fĂĽr die Klasse?
Erklärung: Marie sieht ihre Seite vor sich, die anderen nicht. Im Chat muss die Stelle mit hinein, sonst raten alle.
Tom erzählt Anna von einem Film, den nur er gesehen hat. Welcher Satz reicht für Anna?
Erklärung: Tom kennt den ganzen Film, Anna keine Minute davon. Wer beim Ende anfängt, erzählt für sich selbst.
Elif steht vor der WohnungstĂĽr und findet ihren SchlĂĽssel nicht. Sie ruft ihren Papa an, der im BĂĽro ist. Welcher Satz reicht fĂĽr ihren Papa?
Erklärung: Ihr Papa sieht die Tür nicht und weiß nicht, was fehlt. Erst mit Schlüssel und Ort kann er etwas tun.
Noah soll Herrn Öztürk erklären, warum der Ball nicht zurückkam. Herr Öztürk war in der Pause nicht auf dem Hof. Welcher Satz reicht für Herrn Öztürk?
Erklärung: „Alle haben es gesehen" — nur Herr Öztürk nicht, und genau der fragt. Was er nicht gesehen hat, muss in den Satz.
Jana muss um 12 Uhr weg und legt Pia einen Zettel auf den Tisch. Pia weiĂź nichts davon. Welcher Satz reicht fĂĽr Pia?
Erklärung: Auf einem Zettel kann man nicht nachfragen. Deshalb muss beides drinstehen — warum, und was Pia tun soll.
Leon hat gesehen, dass Frau Berger den Ausflug abgesagt hat. Kim war krank. Leon sagt zu Kim — „Das mit dem Ausflug ist jetzt ja anders." Kim weiß damit, was gemeint ist.
Erklärung: Kim war nicht dabei und hat nichts gehört. Für sie ist „anders" ein Wort ohne Inhalt — der Ausflug ist abgesagt, das muss dastehen.
Merve sagt zu ihrer Lehrerin — „Ich kann heute nicht länger bleiben, meine Schwester hat Geburtstag." Die Lehrerin kennt damit den Grund.
Erklärung: Merve nennt die Sache, die nur sie wusste. Mehr braucht die Lehrerin nicht.
Aylins Hamster heißt Keks. Sie sagt zu dem neuen Kind in der Klasse — „Keks hat heute gar nichts gefressen." Das neue Kind weiß damit, worum es geht.
Erklärung: Für Aylin ist „Keks" ein Name, für das neue Kind ein Gebäck. Namen aus dem eigenen Leben muss man erklären.
Fabian hat den Krimi zu Ende gelesen, Sarah erst die Hälfte. Fabian sagt — „Der Gärtner war ganz schön schlau, oder?" Sarah kann damit etwas anfangen.
Erklärung: Fabian vergisst, dass er das Ende kennt und Sarah nicht. Genau das ist der Fluch des Wissens — man merkt nicht mehr, was man erst gelernt hat.
Mert erzählt Frau Klein von einem Streit und fängt so an — „Und dann hat er mich einfach geschubst!" Frau Klein weiß jetzt, wer „er" ist.
Erklärung: In Merts Kopf ist völlig klar, wer gemeint ist. In Frau Kleins Kopf steht dort nichts — Namen zuerst, dann die Sache.
Yara sagt zu ihrem kleinen Bruder — „Zieh die Jacke an, draußen sind es nur vier Grad." Der Bruder weiß damit, warum er die Jacke anziehen soll.
Erklärung: Yara war schon draußen, ihr Bruder nicht. Sie gibt ihm genau das mit, was ihm fehlt.