Einen Streit zu Ende bringen
Nuri hat Selins Stift eingesteckt und behauptet, es sei seiner. Selin will den Stift zurück. Welcher nächste Zug bringt sie da hin?
Erklärung: Selins Ziel ist der Stift. Den Radiergummi zu nehmen ist Rache, und wegzugehen beendet den Streit — aber der Stift bleibt in beiden Fällen bei Nuri.
Nuri hat Selins Stift eingesteckt. Diesmal will Selin, dass Nuri so etwas nicht wieder macht. Welcher nächste Zug bringt sie da hin?
Erklärung: Dasselbe Ereignis, ein anderes Ziel, ein anderer Zug. Den Stift zurückzufordern löst heute etwas, sagt aber nichts über morgen — und Ärger holen sorgt für Strafe, nicht für eine Abmachung.
Levi hat Fatimas Turnbeutel in den Matsch geworfen. Fatima will, dass der Beutel wieder sauber wird. Welcher nächste Zug bringt sie da hin?
Erklärung: Nur ein Zug führt zu einem sauberen Beutel. Die anderen beiden zielen darauf, dass es Levi schlecht geht — ein anderes Ziel, und der Beutel bleibt dreckig.
Sena und Anton streiten seit einer Woche darüber, wer beim Fußball ins Tor muss. Sena will weiter mitspielen, ohne dass es jedes Mal Streit gibt. Welcher nächste Zug bringt sie da hin?
Erklärung: Ein Vorschlag, in dem auch für Anton etwas drin ist, kann angenommen werden. Recht behalten hält den Streit am Laufen — und nicht mehr mitzuspielen beendet zwar den Streit, kostet Sena aber genau das, was sie behalten wollte.
Milan hat im Klassenchat über Dilara gelästert. Dilara will, dass es aus dem Chat verschwindet. Welcher nächste Zug bringt sie da hin?
Erklärung: Nur der erste Zug räumt die Nachricht weg. Zurückschreiben macht zwei Nachrichten daraus, und alle zu beschimpfen ändert an der einen nichts.
Bruno hat Gretas Vortrag ausgelacht. Greta will, dass Bruno merkt, was er angerichtet hat. Welcher nächste Zug bringt sie da hin?
Erklärung: Wenn das Ziel ist, dass Bruno es versteht, muss er hören, was passiert ist und was es gekostet hat. Eine Drohung bringt ihn in Verteidigung, und „ist mir egal" nimmt ihm den Anlass zum Nachdenken.
Ilias hat Klaras Platz in der Schlange eingenommen und sie geschubst. Klara will vor allem, dass er sie nicht mehr anfasst. Welcher nächste Zug bringt sie da hin?
Erklärung: Klaras Ziel ist nicht der Platz, sondern das Anfassen. Zurückschubsen erlaubt genau das, was aufhören soll, und den Platz aufzugeben löst ein Problem, das sie gar nicht meint.
Jakob und Amina wollen beide am Freitag den Beamer für ihr Referat. Jakob will, dass sein Referat trotzdem stattfindet. Welcher nächste Zug bringt ihn da hin?
Erklärung: Das Ziel ist das Referat, nicht der Freitag. Wer auf dem Tag beharrt, verwechselt den Weg mit dem Ziel — und ganz aufzugeben verliert beides.
Timo hat Nele beim Völkerball absichtlich hart abgeworfen. Nele will, dass er sich entschuldigt. Welcher nächste Zug bringt sie da hin?
Erklärung: Wer eine Entschuldigung will, muss sie verlangen — Timo kann Neles Ziel nicht raten. Zurückzuwerfen dreht die Sache um, dann geht es plötzlich um Nele. Und Schweigen lässt Timo glauben, es sei nichts gewesen.
Marek will seinen Fußball von Emre zurück. Er sagt — „Du kriegst nie wieder was von mir." Damit kommt Marek an sein Ziel.
Erklärung: Nein — der Satz bestraft Emre, holt aber den Ball nicht. Wenn das Ziel der Ball ist, muss der Zug den Ball betreffen.
Sophie will, dass Tobias aufhört, sie im Unterricht anzustupsen. Sie sagt zu ihm — „Hör auf, mich anzustupsen. Sonst setze ich mich um." Damit kommt Sophie an ihr Ziel.
Erklärung: Ja — der Zug betrifft genau das Verhalten, das aufhören soll, und nennt, was sonst passiert. Beides zielt auf Sophies Ziel und nicht auf Tobias' schlechtes Gewissen.
Ayla will, dass Deniz ihr das geliehene Buch zurĂĽckgibt. Sie haut ihm auf den Arm, weil das beim letzten Mal schnell gewirkt hat. Deniz steckt das Buch in seinen Rucksack und geht. Damit kommt Ayla an ihr Ziel.
Erklärung: Nein — das Buch ist weg, und Ärger hat Ayla jetzt auch noch. „Es hat beim letzten Mal gewirkt" ist genau die Erwartung, die Kinder häufiger zuschlagen lässt; sie stimmt schon beim nächsten Mal nicht mehr. Hauen gehört außerdem gar nicht zu den Zügen, unter denen man auswählt.
Fatima will, dass Levi sie beim Gruppenprojekt mitentscheiden lässt. Sie sagt — „Ich will bei der Überschrift mitreden. Sollen wir jeder einen Vorschlag machen?" Damit kommt Fatima an ihr Ziel.
Erklärung: Ja — sie sagt ihr Ziel und legt gleich einen Weg dazu, den Levi annehmen kann. Ein Vorschlag, bei dem die andere Seite auch etwas hat, wird eher angenommen.
Anton will, dass Sena aufhört, ihn Zwerg zu nennen. Ihm fällt nur ein, sie ebenfalls zu beschimpfen, und dabei bleibt er. Damit kommt Anton an sein Ziel.
Erklärung: Nein — und das Problem ist nicht der eine Einfall, sondern dass es beim ersten geblieben ist. Wer nur einen Zug hat, nimmt ihn auch dann, wenn er nicht zum Ziel passt. Anton hätte noch andere: es Sena einmal klar sagen — und wenn sie weitermacht, Frau Hofer dazuholen.