Die Schere — was Gemeinsein mit dem Alter tut
In einer 2. Klasse schließt ein Kind regelmäßig andere vom Spielen aus. Was zeigen die Messungen für dieses Alter?
Erklärung: Bei den jüngeren Kindern fand man gar keinen positiven Zusammenhang zwischen Gemeinsein und Ansehen. In diesem Alter stimmt der Satz „wer gemein ist, wird unbeliebt“ noch für beide Listen.
In einer 8. Klasse schließt jemand regelmäßig andere aus und streut Gerüchte. Was zeigen die Messungen für dieses Alter?
Erklärung: Ab etwa 11 gehen die zwei Linien auseinander. Das Ansehen kann steigen; das Gemochtwerden sinkt trotzdem, und zwar in jedem Alter.
In der Untersuchung mit 905 Kindern liegt die Linie fĂĽr Gemochtwerden von 10 bis 14 durchgehend unterhalb der Nulllinie. Was heiĂźt das?
Erklärung: Unterhalb der Nulllinie heißt negativer Zusammenhang. Die Linie bewegt sich über die fünf Jahre kaum — das ist der Teil, der nie aufhört zu stimmen.
In derselben Untersuchung steigt die Linie fĂĽr Ansehen von 10 bis 14 an. Welcher Fall passt dazu?
Erklärung: Genau diesen Fall macht die steigende Ansehen-Linie zusammen mit der unten bleibenden Gemocht-Linie häufiger. Er ist kein Widerspruch — es sind zwei Messungen.
Was passiert in derselben Untersuchung mit Schubsen und Schlagen zwischen 10 und 14?
Erklärung: Körperliche Aggression läuft genau andersherum als Ausschließen und Gerüchte. Wer sich durch Zuschlagen einen Namen machen will, liegt gerade in diesem Alter falsch.
In 148 Untersuchungen wurde der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen gemessen. Wie groß war er beim Ausschließen und Gerüchtestreuen?
Erklärung: Ausschließen und Gerüchte sind keine Mädchensache — das ist ein häufiger Satz, aber die Messung findet dort fast keinen Unterschied.
In denselben 148 Untersuchungen — wie groß war der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen beim Schlagen und Beschimpfen?
Erklärung: Nur diese Hälfte des bekannten Satzes stimmt. Beim direkten Zuschlagen gibt es den Unterschied wirklich — beim Ausschließen nicht.
Schlagen und Ausschließen hängen mit 0,76 zusammen, beliebt und gemocht mit 0,45. Was folgt daraus?
Erklärung: 0,76 liegt deutlich näher an 1 als 0,45. Wer das eine tut, tut meistens auch das andere — es sind zwei Gesichter derselben Sache.
Ein Neuntklässler sagt — „Ich schlage doch niemanden.“ Er lässt aber seit Wochen jemanden bei allem außen vor. Welcher Satz passt zu den Befunden?
Erklärung: Der Zusammenhang von 0,76 zerlegt genau diese Ausrede. „Ich schlage niemanden“ ist keine Verteidigung dafür, jemanden systematisch außen vor zu lassen.
Der Satz „wer gemein ist, wird unbeliebt“ war in der Grundschule falsch und wird erst in der Mittelstufe richtig.
Erklärung: Es ist genau umgekehrt. In der Grundschule stimmte der Satz für beide Listen; ab etwa 11 stimmt er nur noch für das Gemochtwerden.
Ausschließen und Gerüchtestreuen können in einer 8. Klasse das Ansehen erhöhen und gleichzeitig das Gemochtwerden senken.
Erklärung: Ja, und das ist der Kern der Schere — beides passiert bei denselben Personen zur selben Zeit, weil es zwei verschiedene Messungen sind.
Wer andere ausschlieĂźt, wird mit 14 mehr gemocht als mit 10.
Erklärung: Die Gemocht-Linie bleibt über alle fünf Jahre unter der Null. Was sich verändert, ist nur die andere Linie — das Ansehen.