Was die zwei Listen wert sind
Wer kann diesen Satz sagen — jemand, der die Person kennt, oder auch jemand, der sie nie gesprochen hat?
Erklärung: Ein Ruf läuft weiter als der eigene Kontakt — „sollen sein“ verrät das schon. Die anderen beiden Sätze setzen voraus, dass man die Person erlebt hat.
Welche Auskunft kann nur jemand geben, der Zeit mit der Person verbracht hat?
Erklärung: Das kann man nur wissen, wenn man es erlebt hat. Die beiden anderen Sätze sind Aussagen über einen Ruf und brauchen keinerlei Kontakt.
In einer Untersuchung wurden 169 Jugendliche mit 15 gemessen und mit 25 wieder besucht. Was fanden die Forschenden bei denen mit einer starken engen Freundschaft?
Erklärung: Die enge Freundschaft mit 15 sagte gute Nachrichten mit 25 voraus. Das ist die Zeile, hinter der die Langzeitdaten stehen.
In derselben Untersuchung — was fand man bei denen, mit denen viele aus der Jahrgangsstufe zu tun haben wollten?
Erklärung: Die zwei Zeilen gingen in verschiedene Richtungen. Das heißt nicht, dass Ansehen schadet — es heißt, dass die zwei Listen verschiedene Dinge voraussagen.
1.013 Menschen zwischen 6 und 22 mussten sich zwischen Ansehen und anderen Dingen entscheiden. In welchem Alter wurde am häufigsten das Ansehen gewählt?
Erklärung: Die Kurve steigt bis etwa 13 an und geht danach wieder zurück. Vorher und nachher liegt sie messbar niedriger.
Ein Dreizehnjähriger merkt, dass ihm Ansehen gerade wichtiger ist als in der Grundschule. Was sagen die Daten dazu?
Erklärung: Die Kurve hat in der frühen Jugend ihren höchsten Punkt und fällt danach wieder ab. Mit 20 wählen dieselben Leute anders als mit 13.
Zwei Sätze über dieselbe Person. Welcher stammt von jemandem, der sie kennt?
Erklärung: Nur der erste Satz berichtet etwas Erlebtes. „Alle haben gehört“ und „ein Begriff“ beschreiben einen Ruf und sagen über die Person selbst nichts.
Welche Aussage lässt sich aus den beiden Langzeituntersuchungen ziehen?
Erklärung: Die Daten trennen die beiden Listen, sie verbieten nichts. Ansehen ist nicht schädlich — es sagt nur andere Dinge voraus als eine enge Freundschaft.
Ansehen wird zu groĂźen Teilen von Leuten vergeben, die die Person gar nicht kennen.
Erklärung: Ja — die Parallelklasse und die Stufe darüber kennen meist nur den Ruf. Gemocht werden kann man dagegen nur von Leuten, die einen erlebt haben.
Der Wunsch nach Ansehen ist bei Achtjährigen genauso stark wie bei Dreizehnjährigen.
Erklärung: Bei den Achtjährigen liegt die Kurve deutlich niedriger. Ihren höchsten Punkt erreicht sie in der frühen Jugend und fällt danach wieder ab.
Nach den Langzeitdaten sagt eine starke enge Freundschaft mit 15 mehr Selbstwert mit 25 voraus.
Erklärung: Ja, und dazu weniger Angst und weniger Niedergeschlagenheit. Das ist die Liste, hinter der die besseren Langzeitnachrichten stehen.