Zwei Fragen, zwei Listen
Welcher Satz sagt etwas über den Ruf in der Gruppe?
Erklärung: Ein Ruf ist das, was alle glauben, dass alle glauben. Der zweite Satz sagt nur, was eine einzelne Person fühlt — das ist die andere Liste.
Welcher Satz sagt etwas über den Ruf in der Gruppe?
Erklärung: Die Parallelklasse kennt Elif nicht persönlich — sie kennt nur ihren Ruf. Genau das misst die Frage „wer ist beliebt?“.
Welcher Satz sagt etwas über den Ruf in der Gruppe?
Erklärung: Der Zusatz „auch die, die nie mit ihm reden“ ist das Entscheidende. Einen Ruf können Leute vergeben, die einen gar nicht kennen — gemocht werden kann man nur von Leuten, die einen kennen.
Welcher Satz sagt etwas über das Gemochtwerden?
Erklärung: Gemochtwerden ist ein eigenes Gefühl für eine einzelne Person. Der zweite Satz sagt nichts darüber, was der Sprecher selbst fühlt — nur, was er über den Ruf glaubt.
Welcher Satz sagt etwas über das Gemochtwerden?
Erklärung: Wer zu jemandem geht, wenn es ihm schlecht geht, sagt damit etwas über die eigene Beziehung zu ihm. Eine Wahl dagegen misst, was viele über ihn denken.
Welcher Satz sagt etwas über den Ruf in der Gruppe?
Erklärung: Worüber geredet wird, entsteht in der ganzen Gruppe. Der zweite Satz ist eine Aussage über genau zwei Personen — das ist die andere Frage.
In einer Klasse werden beide Fragen gestellt. Welches Ergebnis passt zu dem, was in der Forschung gemessen wurde?
Erklärung: Über einen Ruf sind sich fast alle einig, über das eigene Mögen niemand. Deshalb sind es zwei Listen und nicht eine.
Der gemessene Zusammenhang zwischen den beiden Listen ist 0,45 auf einer Skala von 0 bis 1. Welcher Satz passt zu dieser Zahl?
Erklärung: 0,45 liegt ungefähr in der Mitte zwischen 0 und 1. Nicht 0, also gibt es einen Zusammenhang — aber weit weg von 1, also sind es nicht dieselben Namen.
Rechnet man 0,45 auf 100 Kinder um, kommen 36 auf beiden Listen oben vor, 36 auf keiner, 14 nur auf der Beliebt-Liste und 14 nur auf der Gemocht-Liste. Bei wie vielen widersprechen sich die beiden Antworten?
Erklärung: Widersprechen heißt — oben auf genau einer der beiden Listen. Das sind die zwei mittleren Felder zusammen, also 14 + 14 = 28.
Der Zusammenhang beträgt 0,47 am Ende der Grundschule und 0,37 in den Klassen 9 bis 12. Was folgt daraus?
Erklärung: 0,37 ist kleiner als 0,47. Ein kleinerer Wert heißt weniger Zusammenhang — die Listen trennen sich mit dem Alter stärker.
Die Frage „wer ist beliebt?“ kann auch jemand beantworten, der die genannte Person noch nie gesprochen hat.
Erklärung: Ja — ein Ruf reicht weiter als der eigene Kontakt. Genau deshalb misst diese Frage etwas anderes als „neben wem willst du sitzen?“.
Wenn 22 von 24 Kindern denselben Namen als beliebt nennen, wollen auch 22 von 24 neben dieser Person sitzen.
Erklärung: Einigkeit gibt es nur bei der Ruf-Frage. Beim eigenen Mögen antwortet fast jedes Kind anders — das ist der gemessene Unterschied zwischen den beiden Fragen.