Kritik annehmen
Herr Kunz sagt zu Rieke — „Dein Bericht ist unvollständig." Welche Antwort bringt heraus, was genau gemeint ist?
Erklärung: Nur die Frage bringt Rieke die Stelle, an der sie etwas ändern kann. Die zweite Antwort verteidigt Rieke, die dritte verurteilt sie — beide lassen den Bericht, wie er ist.
Frau Wimmer sagt zu Anton — „Dein Vortrag war zu schnell." Welche Antwort bringt heraus, was genau gemeint ist?
Erklärung: Mit der Stelle kann Anton beim nächsten Mal genau dort langsamer werden. Die Zeitbeschränkung und der Satz über sich selbst ändern am Vortrag nichts.
Die Anleiterin sagt zu Mira im Praktikum — „So kann man das Regal nicht einräumen." Welche Antwort bringt heraus, was genau gemeint ist?
Erklärung: Mira braucht das Zielbild, nicht die Schuldfrage. Wer erklärt, wer es gesagt hat, oder ganz aufhört, steht in fünf Minuten vor demselben Regal.
Herr Lindner sagt zu Selim — „Deine Mail an die Firma war unhöflich." Welche Antwort bringt heraus, was genau gemeint ist?
Erklärung: Erst die Stelle macht aus „unhöflich" etwas Änderbares. Die Aufzählung der eigenen Mühe und der Gegenangriff beenden das Gespräch, bevor Selim es erfährt.
Frau Sorge sagt zu Paulina — „Bei der Kasse warst du zu langsam." Welche Antwort bringt heraus, was genau gemeint ist?
Erklärung: Die Frage holt die Beobachtung dahinter — vielleicht die Schlange, vielleicht das Suchen nach den Tüten. Erst dann weiß Paulina, was sie üben muss.
Herr Baumeister sagt zu Ilyas — „Du hast am Montag gefehlt, ohne Bescheid zu geben." Ilyas war da. Welche Antwort bringt heraus, was genau gemeint ist?
Erklärung: Auch eine falsche Kritik klärt man mit einer Frage — hier findet Ilyas die Verwechslung. Widersprechen macht daraus ein Duell, und Zustimmen macht ihn zu dem, der gefehlt hat.
Greta bekommt eine RĂĽckmeldung zu ihrem Praktikumsbericht. Welcher Satz sagt etwas ĂĽber die Arbeit und nicht ĂĽber Greta?
Erklärung: Der erste Satz zeigt auf eine Seite; man kann hingehen und nachschauen. Die beiden anderen sprechen über Gretas Charakter — daran lässt sich heute nichts ändern.
Fenja bekommt eine Rückmeldung zu ihrer Präsentation. Welcher Satz sagt etwas über die Arbeit und nicht über Fenja?
Erklärung: Folien kann Fenja heute Abend ändern. „Nie" und „von dir" reden über die Person und geben ihr nichts in die Hand.
Bastian bekommt eine RĂĽckmeldung zu seinem Kassendienst am Schulfest. Welcher Satz sagt etwas ĂĽber die Arbeit und nicht ĂĽber Bastian?
Erklärung: Eine Zahl kann man nachrechnen und beim nächsten Mal anders machen. Die beiden anderen Sätze sind Urteile über Bastian, aus denen keine nächste Handlung folgt.
Frau Haslinger sagt zu Sude — „An deiner Zeichnung stimmt etwas nicht." Sude fragt — „Welches Maß meinen Sie?" Damit weiß Sude hinterher, was sie ändern soll.
Erklärung: Ja — aus einem Urteil wird ein Maß, das man nachmessen kann. Genau dafür ist die Nachfrage da, und sie ist auch dann erlaubt, wenn die Kritik unangenehm war.
Frau Wimmer sagt — „Das war zu leise." Amaru antwortet — „Ich bin halt so." Damit weiß Amaru, was er beim nächsten Mal anders macht.
Erklärung: Nein — „ich bin halt so" macht aus einer Beobachtung über eine Minute eine Aussage über den ganzen Menschen. Danach gibt es nichts mehr zu ändern.
Frau Öztürk sagt zu Kian — „Du hast den Kassenbon von Dienstag nicht abgeheftet." Kian fragt — „In welchem Ordner haben Sie geschaut?" Frau Öztürk sieht noch einmal nach und sagt — „Entschuldige, er ist da, ich hatte im falschen Ordner gesucht." Kians Nachfrage hat hier den Fehler gefunden.
Erklärung: Ja — Nachfragen ist nicht Nachgeben. Es ist auch der einzige Weg, eine Kritik zu prüfen, die gar nicht stimmt.
Levin sagt nach der Kritik nichts weiter und legt am nächsten Tag genau die eine Stelle geändert vor. Levin hat die Kritik angenommen.
Erklärung: Ja — angenommen ist sie an der geänderten Stelle, nicht an einem Satz. Wer nur „ja, stimmt" sagt und nichts ändert, hat sie nur weggehört.
Der Anleiter sagt zu Paulina — „Das dauert zu lang." Paulina erklärt zwei Minuten lang, warum die Maschine so alt ist. Danach weiß sie, was sie schneller machen soll.
Erklärung: Nein — die Erklärung war vielleicht sogar richtig, aber sie kam vor der Frage. „Woran liegt es Ihrer Meinung nach?" hätte zuerst die Stelle geklärt.