Geschwindigkeitsfilter und Massenspektrometer
Unter welcher Bedingung durchquert ein geladenes Teilchen den Wien-Filter unabgelenkt?
ErklĂ€rung: Im Wien-Filter stehen elektrisches und magnetisches Feld senkrecht zueinander. Nur wenn sich beide KrĂ€fte aufheben, fliegt das Teilchen geradeaus durch die Blende â das ist genau bei v = E/B der Fall.
In einem Wien-Filter herrschen die FeldstÀrke E = 3,0·10⎠V/m und die Flussdichte B = 0,1 T. Mit welcher Geschwindigkeit passieren Teilchen den Filter unabgelenkt? (v = E/B, Antwort in 10┠m/s)
ErklÀrung: v = E/B = 3,0·10⎠/ 0,1 = 3,0·10┠m/s. Alle schnelleren oder langsameren Teilchen werden abgelenkt und von der Blende aufgefangen.
Die Durchlassgeschwindigkeit v = E/B des Wien-Filters ist unabhÀngig von Ladung und Masse des Teilchens.
ErklĂ€rung: In der Gleichgewichtsbedingung qE = qvB kĂŒrzt sich die Ladung heraus, und die Masse kommt gar nicht vor. Der Filter sortiert also wirklich nur nach Geschwindigkeit â deshalb funktioniert er fĂŒr alle Ionensorten gleichzeitig.
Ein Teilchen fliegt schneller als v = E/B in den Wien-Filter. Was passiert?
ErklĂ€rung: Die Lorentzkraft qvB wĂ€chst mit der Geschwindigkeit, die elektrische Kraft qE nicht. Bei v > E/B kippt das Gleichgewicht zugunsten der magnetischen Kraft â das Teilchen wird in Richtung der Lorentzkraft, also weg von der Seite der elektrischen Kraft, abgelenkt und verfehlt die Blende. Zu langsame Teilchen weichen zur anderen Seite aus.
Eine Atomart mit bestimmter Protonenzahl Z und Neutronenzahl N nennt man ein ___.
ErklĂ€rung: Nuklide mit gleicher Protonen-, aber verschiedener Neutronenzahl heiĂen Isotope. Sie verhalten sich chemisch gleich, haben aber verschiedene Kernmassen â genau daran trennt sie das Massenspektrometer.
Worin unterscheiden sich zwei Isotope desselben Elements?
ErklĂ€rung: Isotope haben gleiche Protonenzahl (Kernladungszahl) und verhalten sich chemisch gleich. Nur ihre Massen unterscheiden sich â chemisch sind sie deshalb nicht trennbar, physikalisch ĂŒber die Kreisbahn schon.
Ein einfach geladenes Ion (q = 1,6·10â»Âčâč C) verlĂ€sst den Geschwindigkeitsfilter mit v = 1,0·10â” m/s und lĂ€uft im Magnetfeld B = 0,5 T auf einem Kreis mit r = 0,2 m. Berechne seine Masse m = qBr/v. (Antwort in 10â»ÂČâ” kg)
ErklĂ€rung: m = qBr/v = 1,6·10â»Âčâč · 0,5 · 0,2 / 10â” = 1,6·10â»ÂČâ” kg. Aus dem gemessenen Radius folgt direkt die Teilchenmasse â das ist das Messprinzip des Massenspektrometers.
Im Massenspektrometer gilt m â r â ein doppelt so schweres Ion gleicher Ladung und Geschwindigkeit lĂ€uft auf einem Kreis mit doppeltem Radius.
ErklÀrung: Aus m = qBr/v folgt bei festen q, B und v die ProportionalitÀt von Masse und Radius. Der Geschwindigkeitsfilter davor stellt sicher, dass wirklich alle Ionen dieselbe Geschwindigkeit haben.
Wozu dienen Massenspektrometer?
ErklĂ€rung: Da Isotope chemisch nicht unterscheidbar sind, trennt man sie ĂŒber ihre Masse. Aus den Auftrefforten auf der Fotoplatte liest man ab, welche Isotope ein Element enthĂ€lt und in welchem MischungsverhĂ€ltnis.
Zwei einfach geladene Neon-Ionen (Massenzahlen 20 und 22) verlassen denselben Geschwindigkeitsfilter und laufen im selben Magnetfeld. Neon-20 hat den Bahnradius 10 cm. Welchen Radius hat Neon-22? (Antwort in cm)
ErklĂ€rung: Wegen m â r verhalten sich die Radien wie die Massen, also rââ = 10 cm · 22/20 = 11 cm. Der eine Zentimeter Unterschied trennt die beiden Isotope auf der Fotoplatte sauber.
In welcher Reihenfolge durchlaufen die Teilchen ein Massenspektrometer?
ErklÀrung: Erst werden die Atome ionisiert und elektrisch beschleunigt. Der Wien-Filter lÀsst dann eine einzige Geschwindigkeit passieren, damit im letzten Magnetfeld allein die Masse den Radius bestimmt.
Im Wien-Filter verlaufen elektrisches Feld und Magnetfeld parallel zueinander.
ErklĂ€rung: Falsch! Die beiden Felder stehen senkrecht aufeinander (gekreuzte Felder), und beide senkrecht zur Flugrichtung. Nur so können sich elektrische Kraft und Lorentzkraft entgegengesetzt gegenĂŒberstehen.
Im Wien-Filter herrscht fĂŒr die durchgelassenen Teilchen ein ___ zwischen elektrischer Kraft und Lorentzkraft.
ErklÀrung: Beide KrÀfte sind gleich groà und entgegengesetzt gerichtet, die Resultierende ist null. Das Teilchen fliegt geradlinig und gleichförmig durch den Filter.