Interferenz an dĂŒnnen Schichten
Woher stammen bei der Interferenz an dĂŒnnen Schichten die zwei kohĂ€renten Teilwellen?
ErklĂ€rung: Der einfallende Strahl wird zweimal teilreflektiert â die beiden zurĂŒcklaufenden Wellen stammen aus derselben Quelle und sind daher kohĂ€rent. Das ersetzt den Doppelspalt als Methode, zwei interferenzfĂ€hige Wellen zu erzeugen.
Wie groĂ ist der Gangunterschied der beiden reflektierten Strahlen bei fast senkrechtem Einfall auf einen Luftkeil der Dicke d (Reflexion unten am Glas)?
ErklĂ€rung: Der untere Strahl lĂ€uft die Keildicke zweimal ab (hin und zurĂŒck, also 2d) und erleidet bei der Reflexion am optisch dichteren Glas zusĂ€tzlich einen Phasensprung, der wie ein zusĂ€tzlicher Weg von λ/2 wirkt.
Ein Phasensprung von λ/2 tritt bei der Reflexion am optisch dichteren Medium auf.
ErklĂ€rung: Wie die Seilwelle am festen Ende kehrt die Welle bei der Reflexion am dichteren Medium ihr Vorzeichen um â das entspricht einem zusĂ€tzlichen Gangunterschied von λ/2. Bei der Reflexion am dĂŒnneren Medium entfĂ€llt der Sprung.
Wie entsteht bei den Newtonschen Ringen die dĂŒnne Schicht?
ErklĂ€rung: Die schwach gekrĂŒmmte Linse berĂŒhrt die Platte nur im Zentrum â nach auĂen wĂ€chst die Luftspaltdicke kontrolliert an. Jeder Ring ist eine Linie gleicher Spaltdicke, deshalb sind die Ringe konzentrische Kreise um den BerĂŒhrpunkt.
Welche geometrische Beziehung verknĂŒpft bei den Newtonschen Ringen den Abstand r von der BerĂŒhrstelle mit der Spaltdicke d (Linsenradius R, d âȘ R)?
ErklĂ€rung: Nach dem Höhensatz gilt rÂČ = (2R â d)·d = 2dR â dÂČ; wegen d âȘ R darf man dÂČ vernachlĂ€ssigen. Die Spaltdicke wĂ€chst also quadratisch mit dem Abstand vom Zentrum â der Grund, warum die Ringe auĂen enger werden.
Bei welchem Radius liegt der k-te dunkle Newtonsche Ring (WellenlÀnge λ, Linsenradius R)?
ErklĂ€rung: Dunkel heiĂt destruktiv, also Îs = 2d + λ/2 = (2k+1)·λ/2 und damit 2d = kλ; mit d = rÂČ/(2R) folgt r_k = â(kλR). Die Wurzel aus k sorgt dafĂŒr, dass die Ringe nach auĂen zusammenrĂŒcken.
Die Newtonschen Ringe haben alle den gleichen Abstand voneinander.
ErklĂ€rung: Wegen r_k â âk wĂ€chst der Radius immer langsamer â von Ring 1 auf Ring 4 verdoppelt er sich nur (â4 = 2). Nach auĂen rĂŒcken die Ringe enger zusammen; Ă€quidistante Ringe wĂ€ren das Kennzeichen einer linear wachsenden Schichtdicke.
Im Zentrum der Newtonschen Ringe, wo Linse und Platte sich berĂŒhren (d = 0), sieht man im reflektierten Licht einen dunklen Fleck. Warum?
ErklĂ€rung: Bei d = 0 bleibt vom Gangunterschied nur der Phasensprung-Anteil λ/2 ĂŒbrig â die Bedingung fĂŒr destruktive Interferenz, und zwar fĂŒr jede WellenlĂ€nge. Der dunkle Zentralfleck ist der direkte Fingerabdruck des Phasensprungs.
Beleuchtet man die Newtonschen Ringe mit weiĂem Licht, sind die Ringe farbig gesĂ€umt. Warum?
ErklĂ€rung: Rotes Licht (groĂes λ) bildet seine dunklen Ringe weiter auĂen als blaues â die Ringsysteme der Farben liegen versetzt ĂŒbereinander, an den RĂ€ndern schimmern die KomplementĂ€rfarben. Mit Dispersion im Prisma hat das nichts zu tun; es ist reine Interferenz.
Wie prĂŒft die Optik-Werkstatt mit Newtonschen Ringen die QualitĂ€t einer LinsenoberflĂ€che?
ErklĂ€rung: Jeder Ring ist eine Höhenlinie gleicher Spaltdicke im Bruchteil der LichtwellenlĂ€nge. Eine perfekte sphĂ€rische FlĂ€che liefert perfekte Kreise â schon Dellen von wenigen hundert Nanometern verformen das Ringbild sichtbar.
BrillenglĂ€ser und Objektive werden mit einer dĂŒnnen Schicht âentspiegelt". Wie funktioniert das?
ErklĂ€rung: Die Schichtdicke ist so gewĂ€hlt, dass die beiden reflektierten Teilwellen fĂŒr mittlere (grĂŒne) WellenlĂ€ngen gegenphasig sind â die Reflexion löscht sich aus, das Licht geht stattdessen durch das Glas. An den SpektralrĂ€ndern klappt das nicht perfekt, daher der violette Restschimmer entspiegelter Objektive.
Bei der destruktiven Interferenz der beiden reflektierten Wellen wird Lichtenergie vernichtet.
ErklĂ€rung: Energie verschwindet nie â was nicht reflektiert wird, lĂ€uft durch die Schicht hindurch. Genau das macht die Entspiegelung nĂŒtzlich, denn die Energie landet im durchgehenden Strahl, im Objektiv also auf dem Sensor statt im Reflex.
Man misst bei einer Newton-Anordnung (R = 10 m) den ersten dunklen Ring bei râ = 2,3 mm. Welche WellenlĂ€nge hat das Licht?
ErklĂ€rung: Aus r_k = â(kλR) folgt mit k = 1 die WellenlĂ€nge λ = râÂČ/R = (2,3·10â»Âł m)ÂČ/10 m â 5,3·10â»â· m. Die Ringanordnung ist damit ein WellenlĂ€ngen-MessgerĂ€t â ganz ohne Gitter.
Ein Luftkeil ist an einer Stelle d = 100 nm dick und wird fast senkrecht mit Licht der WellenlĂ€nge λ = 600 nm beleuchtet (Reflexion unten am Glas). Berechne den Gangunterschied Îs = 2d + λ/2 der beiden reflektierten Strahlen. (Antwort in nm)
ErklĂ€rung: Îs = 2 · 100 nm + 300 nm = 500 nm. Der untere Strahl lĂ€uft die Dicke zweimal, und der Phasensprung am Glas zĂ€hlt wie ein halber WellenlĂ€ngen-Umweg.
Eine Linse mit dem KrĂŒmmungsradius R = 2,0 m liegt auf einer Glasplatte und wird mit Licht der WellenlĂ€nge λ = 500 nm beleuchtet. Berechne den Radius des ersten dunklen Rings (k = 1) mit r_k = â(k·λ·R). (Antwort in mm)
ErklĂ€rung: râ = â(1 · 500·10â»âč m · 2,0 m) = â(10â»â¶ mÂČ) = 10â»Âł m = 1 mm. Die Ringe sind also millimeterklein â man betrachtet sie mit der Lupe.