Interferenz an dĂŒnnen Schichten

Thin-Film Interference

Physik Klasse 12 15 Aufgaben
InterferenzWellenKerncurriculum

Bei einer dĂŒnnen Schicht liefern nicht zwei Spalte, sondern die zwei Reflexionen an Ober- und Unterseite die kohĂ€renten Teilwellen. Ihr Gangunterschied Δs = 2d + λ/2 setzt sich aus der Geometrie und dem Phasensprung bei Reflexion am optisch dichteren Medium zusammen — der Summand λ/2 ist der dokumentierte Stolperstein (Wosilait et al. 1999). Die Newtonschen Ringe machen daraus ein MessgerĂ€t: Der Luftkeil zwischen plankonvexer Linse und Glasplatte erfĂŒllt nach dem Höhensatz rÂČ â‰ˆ 2dR, also liegt der k-te dunkle Ring bei r_k = √(kλR) — die Ringe rĂŒcken nach außen enger zusammen, sie sind nicht Ă€quidistant. Anwendungen sind die PrĂŒfung von LinsenoberflĂ€chen und die Entspiegelung von Brillen und Objektiven durch eine λ/4-Schicht. Setzt die im Seifenblasen-Artikel aufgebaute Anschauung formal fort.

Können & Üben

Wellenoptik-Werkstatt — von der Wasserwelle zum Licht

workshop

90 min · once

physiksaal

Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – ErklĂ€ren in Kleingruppen, Rotation nach etwa 20 Minuten. Roter Faden: Alles, was die Wasserwelle in der Wanne sichtbar vormacht — Elementarwellen, Beugung, Auslöschung —, tut Licht genauso, nur fĂŒnfzigtausendfach feiner. Station 1 — Wellenwanne: Huygens und Beugung. Vermuten: Was passiert mit einer geraden Wellenfront hinter einer engen Öffnung — lĂ€uft sie als schmaler Streifen weiter oder breitet sie sich aus? Beobachten: Im Stroboskoplicht friert das Wellenbild ein; hinter der weiten Öffnung lĂ€uft die Front fast geradlinig weiter, hinter der engen Öffnung entsteht eine Kreiswelle, die tief in den Schattenraum eindringt. Zwei Kreiswellen-Erreger zeichnen ein festes Streifenmuster aus VerstĂ€rkung und Auslöschung ins Wasser. ErklĂ€ren: Jeder Punkt einer Front ist Ausgangspunkt einer Elementarwelle — die enge Öffnung lĂ€sst nur eine davon ĂŒbrig (Huygens); wo sich zwei Wellen treffen, addieren sich die Auslenkungen (Interferenz). Modellgrenze: Die Wasserwelle ist ein Analogiemodell — sie zeigt die Geometrie, aber weder E-Feld noch TransversalitĂ€t. Sicherheitshinweis: Wasser von Netzteilen fernhalten, Spritzer sofort aufwischen. Station 2 — Polfilter-Parcours. Vermuten: Zwei gekreuzte Filter auf dem Projektor sperren das Licht — was Ă€ndert ein dritter Filter, der schrĂ€g dazwischen gelegt wird? Beobachten: Mit dem dritten Filter dazwischen wird das Feld wieder hell — obwohl ein Filter dazugekommen ist. Ein Geodreieck oder eine CD-HĂŒlle zwischen den gekreuzten Filtern zeigt schillernde Spannungsbilder, die sich beim Biegen live verĂ€ndern; durch das Zuckerlösungs-Röhrchen gedreht wandert die Sperrstellung des Analysators um einen messbaren Winkel. ErklĂ€ren: Jeder Filter lĂ€sst nur die E-Feld-Komponente lĂ€ngs seiner Durchlassrichtung passieren — der schrĂ€ge Mittelfilter erzeugt eine neue Schwingungsrichtung, von der der letzte Filter wieder eine Komponente durchlĂ€sst; doppelbrechende und optisch aktive Stoffe drehen die Schwingungsebene. Modellgrenze: Das Zeigerbild beschreibt nur die Richtung des E-Felds, nicht seine Entstehung im Material. Station 3 — Newtonsche Ringe und Seifenhaut. Vermuten: Die Linse liegt nur auf der Glasplatte — warum sollten da Ringe entstehen, und liegen sie gleich weit auseinander? Beobachten: Unter der Natriumlampe erscheinen scharfe Hell-Dunkel-Ringe, die nach außen enger zusammenrĂŒcken; im weißen Licht sind sie farbig gesĂ€umt. Die senkrecht gehaltene Seifenhaut im Drahtring zeigt waagrechte Farbstreifen, die nach unten wandern, oben wird sie kurz vor dem Platzen fast schwarz. ErklĂ€ren: An der Linsenunterseite und der Plattenoberseite entstehen zwei reflektierte Wellen; ihr Gangunterschied wĂ€chst mit dem Luftspalt, und Auslöschung bei 2d = k·λ liefert r = Wurzel(k·λ·R) — dieselbe Zwei-Reflexionen-Logik fĂ€rbt die Seifenhaut nach ihrer Dicke. Modellgrenze: Die NĂ€herung gilt nur fĂŒr fast senkrechten Lichteinfall und d klein gegen R. Vorbereitung oder Nachbereitung: der Seifenblasen-Artikel in der App. Sicherheitshinweis: Glas nur am Rand anfassen, Seifenlösung vom Boden fernhalten. Station 4 — Spektroskop: sichtbar und unsichtbar. Vermuten: Zerlegt das Gitter das Licht der Hg-Lampe in denselben Regenbogen wie das der Halogenlampe? Und hört das Spektrum am roten Rand wirklich auf? Beobachten: Die Halogenlampe liefert ein kontinuierliches Band, die Hg-Lampe wenige scharfe Linien; jenseits des roten Endes schlĂ€gt die ThermosĂ€ule aus (IR), jenseits des violetten Endes leuchtet der Fluoreszenzschirm auf (UV). ErklĂ€ren: Jede Farbe ist eine WellenlĂ€nge, jedes Element sendet seinen Linien-Fingerabdruck, und das sichtbare Band ist nur ein Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums. Modellgrenze: Warum die Linien genau dort liegen, beantwortet erst die Quantenphysik der 13. Jahrgangsstufe. Sicherheitshinweis: Nicht direkt in Bogen- oder Hg-Lampe blicken, Lampen abkĂŒhlen lassen. Abschluss in der Runde: Die Kette schließen — die Wanne zeigt die Geometrie der Elementarwellen, die Filter beweisen die TransversalitĂ€t, Ringe und Seifenhaut rechnen mit dem Gangunterschied, das Spektroskop sortiert nach λ. Welche Beobachtung wĂ€re mit einem Teilchenstrom aus LichtkĂŒgelchen unerklĂ€rbar?

physik-experimente-lead

4–16

Die Seifenblase hat es vorgemacht: Zwei Reflexionen an einer dĂŒnnen Schicht erzeugen zwei kohĂ€rente Wellen, und ihr Gangunterschied entscheidet ĂŒber Auslöschung und Farbe. Aber die Blase ist ein Zufallsprodukt — ihre Dicke schwankt, wandert, zerfließt. Isaac Newton hat aus demselben Effekt ein PrĂ€zisionsinstrument gebaut, indem er die Schichtdicke unter Kontrolle brachte.

Zur Erinnerung der Kern: Trifft Licht fast senkrecht auf eine dĂŒnne Schicht, wird ein Teil an der Oberseite reflektiert (Strahl 1), ein Teil an der Unterseite (Strahl 2). Strahl 2 lĂ€uft die Dicke zweimal ab; dazu kommt der Phasensprung von bei der Reflexion am optisch dichteren Medium. Zusammen:

Newtons Anordnung: eine schwach gekrĂŒmmte plankonvexe Linse (KrĂŒmmungsradius , mehrere Meter!) liegt auf einer ebenen Glasplatte. Zwischen beiden bleibt ein keilförmiger Luftspalt: in der Mitte Dicke null, nach außen sanft anwachsend. Die dĂŒnne Schicht ist hier also Luft — und ihre Dicke an jeder Stelle exakt durch die Geometrie festgelegt.

Schritt 1 zeigt die Geometrie (Höhen stark ĂŒberhöht, Maße illustrativ): Glasplatte, Linsenunterseite, Spaltdicke d an der Position r. Schritt 2 ergĂ€nzt die beiden reflektierten Strahlen, Schritt 3 die dunklen Ringe bei r₁ 
 r₄ — verschiebe λ und R und beobachte, wie die Ringe wandern.

Wie hĂ€ngt die Spaltdicke vom Abstand zur BerĂŒhrstelle ab? Der Höhensatz im Kreis liefert , und weil winzig gegen ist, darf das weg:

Jetzt greifen die ZahnrÀder ineinander. Dunkelheit (destruktive Interferenz) verlangt , also . Setze ein:

Der -te dunkle Ring liegt bei — nicht bei . Die Ringe sind also nicht Ă€quidistant: Von Ring 1 zu Ring 4 verdoppelt sich der Radius nur, nach außen drĂ€ngen sich die Ringe zusammen. PrĂŒfe es im Bild: r₄ steht dem Nachbarn r₃ viel nĂ€her als r₂ dem r₁. Und im Zentrum, wo ist, bleibt trotzdem ein dunkler Fleck — dort wirkt allein der Phasensprung, und löscht jede WellenlĂ€nge aus. Der schwarze Punkt in der Mitte ist der sichtbare Beweis, dass es den Phasensprung wirklich gibt.

Mit weißem Licht bekommt jedes λ sein eigenes Ringsystem — rot weiter außen, blau weiter innen —, die Ringe sĂ€umen sich farbig. Das ist Interferenz, keine Prismen-Dispersion: Nicht das Glas zerlegt das Licht, sondern die Geometrie des Spalts wĂ€hlt fĂŒr jeden Radius andere WellenlĂ€ngen zur Auslöschung aus.

Warum das ein MessgerÀt ist:

  • WellenlĂ€ngenmessung. Miss bei bekanntem , und fĂ€llt heraus — auf Nanometer genau, mit einem Lineal und einer Lupe.
  • OberflĂ€chenprĂŒfung. Jeder Ring ist eine Höhenlinie gleicher Spaltdicke. Legt die Werkstatt eine frisch geschliffene Linse auf ein PrĂŒfglas, verraten verbeulte oder unrunde Ringe jede Abweichung von der Sollform — Dellen von Bruchteilen einer LichtwellenlĂ€nge werden sichtbar.
  • Entspiegelung. Dreht man den Spieß um und wĂ€hlt die Schichtdicke so, dass die beiden Reflexe sich fĂŒr mittlere WellenlĂ€ngen genau auslöschen, verschwindet die Spiegelung: die λ/4-Schicht auf BrillenglĂ€sern und Objektiven. Die Energie geht dabei nicht verloren — was nicht reflektiert wird, lĂ€uft durchs Glas, im Objektiv also auf den Sensor.

Damit ist die dĂŒnne Schicht neben Doppelspalt und Gitter die dritte Bauart des Interferenzexperiments — und die einzige, die dir im Alltag stĂ€ndig begegnet: im Ölfilm auf der PfĂŒtze, im violetten Schimmer des Kameraobjektivs und in jeder Seifenblase.

Materialien (1)

Physische Manipulativa, die dieses Konzept konkret verankern — optional, gebrĂŒckt zum Symbol.

Leicht
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Woher stammen bei der Interferenz an dĂŒnnen Schichten die zwei kohĂ€renten Teilwellen?

  • ● Aus der Reflexion desselben Strahls an Ober- und Unterseite der Schicht
  • ○ Aus zwei getrennten Lampen, die gleichphasig schwingen
  • ○ Aus der Beugung des Lichts an den RĂ€ndern der Schicht
  • ○ Aus der Aufspaltung des Lichts in seine Spektralfarben
Der einfallende Strahl wird zweimal teilreflektiert — die beiden zurĂŒcklaufenden Wellen stammen aus derselben Quelle und sind daher kohĂ€rent. Das ersetzt den Doppelspalt als Methode, zwei interferenzfĂ€hige Wellen zu erzeugen.
Multiple Choice #2 25s ▶ Testen

Wie groß ist der Gangunterschied der beiden reflektierten Strahlen bei fast senkrechtem Einfall auf einen Luftkeil der Dicke d (Reflexion unten am Glas)?

  • ● Δs = 2d + λ/2
  • ○ Δs = d
  • ○ Δs = 2d
  • ○ Δs = d + λ
Der untere Strahl lĂ€uft die Keildicke zweimal ab (hin und zurĂŒck, also 2d) und erleidet bei der Reflexion am optisch dichteren Glas zusĂ€tzlich einen Phasensprung, der wie ein zusĂ€tzlicher Weg von λ/2 wirkt.
Wahr / Falsch #3 20s ▶ Testen

Ein Phasensprung von λ/2 tritt bei der Reflexion am optisch dichteren Medium auf.

✓ Wahr
Wie die Seilwelle am festen Ende kehrt die Welle bei der Reflexion am dichteren Medium ihr Vorzeichen um — das entspricht einem zusĂ€tzlichen Gangunterschied von λ/2. Bei der Reflexion am dĂŒnneren Medium entfĂ€llt der Sprung.
Multiple Choice #4 20s ▶ Testen

Wie entsteht bei den Newtonschen Ringen die dĂŒnne Schicht?

  • ● Als keilförmiger Luftspalt zwischen einer plankonvexen Linse und einer Glasplatte
  • ○ Als aufgedampfte Metallschicht auf der Linse
  • ○ Als Wasserfilm zwischen zwei Glasplatten
  • ○ Als Seifenhaut, die ĂŒber die Linse gespannt wird
Die schwach gekrĂŒmmte Linse berĂŒhrt die Platte nur im Zentrum — nach außen wĂ€chst die Luftspaltdicke kontrolliert an. Jeder Ring ist eine Linie gleicher Spaltdicke, deshalb sind die Ringe konzentrische Kreise um den BerĂŒhrpunkt.
Multiple Choice #5 30s ▶ Testen

Welche geometrische Beziehung verknĂŒpft bei den Newtonschen Ringen den Abstand r von der BerĂŒhrstelle mit der Spaltdicke d (Linsenradius R, d â‰Ș R)?

  • ● rÂČ â‰ˆ 2dR
  • ○ r ≈ 2dR
  • ○ rÂČ â‰ˆ d/R
  • ○ r ≈ d·R
Nach dem Höhensatz gilt rÂČ = (2R − d)·d = 2dR − dÂČ; wegen d â‰Ș R darf man dÂČ vernachlĂ€ssigen. Die Spaltdicke wĂ€chst also quadratisch mit dem Abstand vom Zentrum — der Grund, warum die Ringe außen enger werden.
Multiple Choice #6 30s ▶ Testen

Bei welchem Radius liegt der k-te dunkle Newtonsche Ring (WellenlÀnge λ, Linsenradius R)?

  • ● r_k = √(k·λ·R)
  • ○ r_k = k·λ·R
  • ○ r_k = k·√(λ·R)
  • ○ r_k = √(λ·R)/k
Dunkel heißt destruktiv, also Δs = 2d + λ/2 = (2k+1)·λ/2 und damit 2d = kλ; mit d = rÂČ/(2R) folgt r_k = √(kλR). Die Wurzel aus k sorgt dafĂŒr, dass die Ringe nach außen zusammenrĂŒcken.
Wahr / Falsch #7 20s ▶ Testen

Die Newtonschen Ringe haben alle den gleichen Abstand voneinander.

✓ Falsch
Wegen r_k ∝ √k wĂ€chst der Radius immer langsamer — von Ring 1 auf Ring 4 verdoppelt er sich nur (√4 = 2). Nach außen rĂŒcken die Ringe enger zusammen; Ă€quidistante Ringe wĂ€ren das Kennzeichen einer linear wachsenden Schichtdicke.
Wahr / Falsch #8 20s ▶ Testen

Bei der destruktiven Interferenz der beiden reflektierten Wellen wird Lichtenergie vernichtet.

✓ Falsch
Energie verschwindet nie — was nicht reflektiert wird, lĂ€uft durch die Schicht hindurch. Genau das macht die Entspiegelung nĂŒtzlich, denn die Energie landet im durchgehenden Strahl, im Objektiv also auf dem Sensor statt im Reflex.
Mittel
Zahleneingabe #1 30s ▶ Testen

Ein Luftkeil ist an einer Stelle d = 100 nm dick und wird fast senkrecht mit Licht der WellenlĂ€nge λ = 600 nm beleuchtet (Reflexion unten am Glas). Berechne den Gangunterschied Δs = 2d + λ/2 der beiden reflektierten Strahlen. (Antwort in nm)

✓ Antwort: 500
Δs = 2 · 100 nm + 300 nm = 500 nm. Der untere Strahl lĂ€uft die Dicke zweimal, und der Phasensprung am Glas zĂ€hlt wie ein halber WellenlĂ€ngen-Umweg.
Zahleneingabe #2 40s ▶ Testen

Eine Linse mit dem KrĂŒmmungsradius R = 2,0 m liegt auf einer Glasplatte und wird mit Licht der WellenlĂ€nge λ = 500 nm beleuchtet. Berechne den Radius des ersten dunklen Rings (k = 1) mit r_k = √(k·λ·R). (Antwort in mm)

✓ Antwort: 1
r₁ = √(1 · 500·10⁻âč m · 2,0 m) = √(10⁻⁶ mÂČ) = 10⁻³ m = 1 mm. Die Ringe sind also millimeterklein — man betrachtet sie mit der Lupe.
Schwer
Multiple Choice #1 30s ▶ Testen

Im Zentrum der Newtonschen Ringe, wo Linse und Platte sich berĂŒhren (d = 0), sieht man im reflektierten Licht einen dunklen Fleck. Warum?

  • ● Wegen des Phasensprungs betrĂ€gt der Gangunterschied dort λ/2 — die Wellen löschen sich aus
  • ○ Dort kommt gar kein Licht an, weil die Linse es abschattet
  • ○ Der Gangunterschied ist dort unendlich groß
  • ○ Das Glas verschluckt am BerĂŒhrpunkt alles Licht
Bei d = 0 bleibt vom Gangunterschied nur der Phasensprung-Anteil λ/2 ĂŒbrig — die Bedingung fĂŒr destruktive Interferenz, und zwar fĂŒr jede WellenlĂ€nge. Der dunkle Zentralfleck ist der direkte Fingerabdruck des Phasensprungs.
Multiple Choice #2 30s ▶ Testen

Beleuchtet man die Newtonschen Ringe mit weißem Licht, sind die Ringe farbig gesĂ€umt. Warum?

  • ● Die Ringradien hĂ€ngen ĂŒber r_k = √(kλR) von der WellenlĂ€nge ab — jede Farbe hat ihr eigenes Ringsystem
  • ○ Das Glas wirkt als Prisma und zerlegt das Licht durch Dispersion
  • ○ Die Luft im Spalt fĂ€rbt das Licht
  • ○ Weißes Licht kann nicht interferieren
Rotes Licht (großes λ) bildet seine dunklen Ringe weiter außen als blaues — die Ringsysteme der Farben liegen versetzt ĂŒbereinander, an den RĂ€ndern schimmern die KomplementĂ€rfarben. Mit Dispersion im Prisma hat das nichts zu tun; es ist reine Interferenz.
Multiple Choice #3 25s ▶ Testen

Wie prĂŒft die Optik-Werkstatt mit Newtonschen Ringen die QualitĂ€t einer LinsenoberflĂ€che?

  • ● UnregelmĂ€ĂŸige oder verbeulte Ringe verraten Abweichungen der OberflĂ€che von der Sollform
  • ○ Die Anzahl der Ringe gibt die Brennweite an
  • ○ Je heller die Ringe, desto besser das Glas
  • ○ Ringe erscheinen nur bei fehlerhaften Linsen
Jeder Ring ist eine Höhenlinie gleicher Spaltdicke im Bruchteil der LichtwellenlĂ€nge. Eine perfekte sphĂ€rische FlĂ€che liefert perfekte Kreise — schon Dellen von wenigen hundert Nanometern verformen das Ringbild sichtbar.
Multiple Choice #4 30s ▶ Testen

BrillenglĂ€ser und Objektive werden mit einer dĂŒnnen Schicht „entspiegelt". Wie funktioniert das?

  • ● Die Reflexe von Schicht-Oberseite und Schicht-Unterseite löschen sich durch destruktive Interferenz gegenseitig aus
  • ○ Die Schicht ist so glatt, dass gar kein Licht reflektiert wird
  • ○ Die Schicht verschluckt das reflektierte Licht in WĂ€rme
  • ○ Die Schicht lenkt die Reflexe seitlich aus dem Blickfeld
Die Schichtdicke ist so gewĂ€hlt, dass die beiden reflektierten Teilwellen fĂŒr mittlere (grĂŒne) WellenlĂ€ngen gegenphasig sind — die Reflexion löscht sich aus, das Licht geht stattdessen durch das Glas. An den SpektralrĂ€ndern klappt das nicht perfekt, daher der violette Restschimmer entspiegelter Objektive.
Multiple Choice #5 35s ▶ Testen

Man misst bei einer Newton-Anordnung (R = 10 m) den ersten dunklen Ring bei r₁ = 2,3 mm. Welche WellenlĂ€nge hat das Licht?

  • ● λ = r₁ÂČ/R ≈ 530 nm
  • ○ λ = r₁/R ≈ 230 nm
  • ○ λ = 2·r₁·R ≈ 46 mm
  • ○ λ = R/r₁ÂČ â‰ˆ 1,9 ”m
Aus r_k = √(kλR) folgt mit k = 1 die WellenlĂ€nge λ = r₁ÂČ/R = (2,3·10⁻³ m)ÂČ/10 m ≈ 5,3·10⁻⁷ m. Die Ringanordnung ist damit ein WellenlĂ€ngen-MessgerĂ€t — ganz ohne Gitter.