Kreisbahn im Magnetfeld
Ein Elektron lÀuft im Magnetfeld gegen den Uhrzeigersinn auf einem Kreis. Im obersten Punkt der Bahn fliegt es gerade nach links. Wohin zeigt dort die Kraft auf das Elektron?
ErklĂ€rung: Die Lorentzkraft steht immer senkrecht zur Bewegungsrichtung und zeigt zum Kreismittelpunkt â im obersten Punkt also nach unten. Sie wirkt als Zentripetalkraft: Sie Ă€ndert nur die Richtung, nicht den Betrag der Geschwindigkeit, und erzwingt so die Kreisbahn. Eine Kraft in Flugrichtung ist nicht nötig, um das Elektron in Bewegung zu halten, und eine nach auĂen ziehende Kraft gibt es nicht.
Die Lorentzkraft verrichtet an dem Elektron auf seiner Kreisbahn Arbeit und macht es dadurch immer schneller.
ErklĂ€rung: Falsch â eine verbreitete Fehlvorstellung! Da F_L stets senkrecht auf dem Weg steht, verrichtet sie keine Arbeit: Die kinetische Energie und damit |v| bleiben konstant. Die Lorentzkraft Ă€ndert nur die Richtung der Geschwindigkeit.
Auf der Kreisbahn ĂŒbernimmt die Lorentzkraft die Rolle der ___.
ErklĂ€rung: Der Kraftansatz Lorentzkraft = Zentripetalkraft, also qvB = mvÂČ/r, liefert die Radiusformel r = mv/(qB).
Ein Teilchen mit q = 1,6·10â»Âčâč C und m = 3,2·10â»ÂČâ¶ kg bewegt sich mit v = 1,0·10â” m/s senkrecht zu einem Magnetfeld mit B = 0,1 T. Berechne den Radius seiner Kreisbahn r = mv/(qB). (Antwort in m)
ErklĂ€rung: r = mv/(qB) = 3,2·10â»ÂČⶠ· 1,0·10â” / (1,6·10â»Âčâč · 0,1) = 3,2·10â»ÂČÂč / 1,6·10â»ÂČâ° = 0,2 m. Schwerere oder schnellere Teilchen ziehen gröĂere Kreise.
Ein Elektron erfĂ€hrt bei doppelter Geschwindigkeit die doppelte Lorentzkraft. Trotzdem wird sein Bahnradius dabei gröĂer. Warum?
ErklĂ€rung: FĂŒr eine Kreisbahn mit gleichem Radius brĂ€uchte man F_Z = mvÂČ/r, also das Vierfache. Die Lorentzkraft qvB verdoppelt sich nur â das Elektron weicht auf einen gröĂeren Kreis aus, r = mv/(qB) â v.
Die Umlaufdauer T = 2Ïm/(qB) eines geladenen Teilchens im homogenen Magnetfeld ist unabhĂ€ngig von seiner Geschwindigkeit.
ErklĂ€rung: Schnellere Teilchen laufen auf gröĂeren Kreisen (r â v), der lĂ€ngere Umfang gleicht die höhere Geschwindigkeit genau aus. Diese Eigenschaft macht das Zyklotron erst möglich.
Wie bestimmt man mit dem Fadenstrahlrohr die spezifische Ladung e/m des Elektrons?
ErklĂ€rung: Aus r = mv/(eB) und eU = œmvÂČ folgt e/m = 2U/(BÂČrÂČ). Alle drei GröĂen U, B und r sind im Versuch messbar â der Kreis wird im Restgas als Leuchtspur sichtbar.
Im Fadenstrahlrohr wird bei U = 220 V und B = 1,0 mT ein Kreisradius von r = 5,0 cm gemessen. Berechne e/m = 2U/(BÂČrÂČ). (Antwort in 10ÂčÂč C/kg)
ErklĂ€rung: e/m = 2 · 220 / ((10â»Âł)ÂČ Â· (0,05)ÂČ) = 440 / 2,5·10â»âč = 1,76·10ÂčÂč C/kg. Das ist genau der Literaturwert der spezifischen Elektronenladung.
Bewegt sich ein Elektron parallel zu den Magnetfeldlinien, so wirkt keine Lorentzkraft und es fliegt geradlinig weiter.
ErklĂ€rung: Die Lorentzkraft wirkt nur auf die Geschwindigkeitskomponente senkrecht zum Feld. Bei paralleler Bewegung ist diese Komponente null â die Bahn bleibt unbeeinflusst.
Ein Elektron tritt schrÀg (weder parallel noch senkrecht) in ein homogenes Magnetfeld ein. Welche Bahn ergibt sich?
ErklĂ€rung: Die Parallelkomponente von v bleibt unbeeinflusst, die Senkrechtkomponente erzwingt einen Kreis. Zusammen ergibt das eine Schraubenlinie â so bewegen sich die Sonnenwindteilchen im Erdmagnetfeld, die die Polarlichter auslösen.
Die Kreisbahn von Elektronen im Magnetfeld macht man mit dem ___ sichtbar, in dem Restgasatome entlang der Bahn zum Leuchten angeregt werden.
ErklÀrung: Im Fadenstrahlrohr werden Elektronen zunÀchst elektrisch beschleunigt und treten dann in ein homogenes Magnetfeld ein. Der leuchtende Kreis erlaubt die Messung des Bahnradius und damit die Bestimmung von e/m.
Was gilt fĂŒr die kinetische Energie eines Elektrons, das im homogenen Magnetfeld eine volle Kreisbahn durchlĂ€uft?
ErklĂ€rung: Kraft senkrecht zum Weg bedeutet W = 0. Nur der elektrische Beschleunigungsteil einer Apparatur Ă€ndert die Energie â das Magnetfeld Ă€ndert allein die Richtung.
Ein schnelleres Elektron erfĂ€hrt eine gröĂere Lorentzkraft und lĂ€uft deshalb im selben Magnetfeld auf einem kleineren Kreis.
ErklĂ€rung: Falsch! Wegen r = mv/(qB) wĂ€chst der Radius proportional zu v. Die gröĂere Lorentzkraft reicht nicht aus, um die mit vÂČ wachsende Zentripetalkraft fĂŒr einen kleinen Kreis aufzubringen.
Die Flussdichte B des Magnetfelds im Fadenstrahlrohr wird verdoppelt, alles andere bleibt gleich. Wie Àndert sich der Bahnradius?
ErklĂ€rung: In r = mv/(qB) steht B im Nenner. Ein stĂ€rkeres Feld liefert bei gleicher Geschwindigkeit eine gröĂere Lorentzkraft und zwingt das Elektron auf einen engeren Kreis.