Ladungstrennung in der Wolke
Ein Blitz verbraucht die elektrische Ladung der Wolke â danach ist sie endgĂŒltig weg.
ErklĂ€rung: Ladung wird niemals verbraucht, sondern nur getrennt und transportiert. Der Blitz fĂŒhrt getrennte Ladungen wieder zusammen; solange Graupel und Eiskristalle im Aufwind weiter Ladung trennen, lĂ€dt sich die Wolke erneut auf â deshalb blitzt es viele Male hintereinander.
Wodurch lÀdt sich eine Gewitterwolke auf?
ErklĂ€rung: Bei jedem StoĂ geht negative Ladung bevorzugt auf das schwere Graupelkorn ĂŒber. Der Aufwind trĂ€gt die positiven Kristalle nach oben, der Graupel sinkt zur Wolkenbasis â aus vielen kleinen StöĂen wird eine groĂrĂ€umige Trennung.
Der Erdboden unter der Gewitterwolke ist mit nichts verbunden und wird nicht berĂŒhrt. Was passiert dort, wĂ€hrend sich die Wolkenbasis negativ auflĂ€dt?
ErklĂ€rung: Der Boden ist ein Leiter. Die negative Wolkenbasis verschiebt seine frei beweglichen Elektronen nach unten â direkt unter der Wolke bleibt eine positive FlĂ€che zurĂŒck. Das ist Influenz, derselbe Effekt wie beim Elektroskop, dem ein geladener Stab genĂ€hert wird.
Wolkenbasis und Erdboden werden als Plattenkondensator modelliert. Welche Aussage ĂŒber das Feld dazwischen passt zu diesem Modell?
ErklĂ€rung: Zwei ausgedehnte, entgegengesetzt geladene FlĂ€chen erzeugen dazwischen ein nĂ€herungsweise homogenes Feld. Feldlinien laufen von + nach â â hier also vom Boden nach oben zur Wolkenbasis.
Experiment im Applet â erhöhe die Wolkenladung Q. Was zeigt das Feldlinienbild?
ErklĂ€rung: Mehr getrennte Ladung bedeutet ein stĂ€rkeres Feld zwischen den âPlatten". Im Feldlinienbild zeigt sich das als höhere Liniendichte â E und U wachsen in den Anzeigen mit.
Bei StöĂen im Aufwind wird das schwere Graupelkorn ___ geladen.
ErklĂ€rung: Unterhalb von etwa â10 °C bleibt die negative Ladung am Graupel, der leichte Eiskristall fliegt positiv nach oben.
Angenommen, der Aufwind wĂ€re so stark, dass er auch den Graupel nach oben trĂ€gt, wĂ€hrend die Kristalle unten bleiben. Wo sĂ€Ăe dann die negative Ladung?
ErklĂ€rung: Die Ladung sitzt dort, wohin die Teilchen sortiert werden. Der Graupel trĂ€gt die negative Ladung; steigt er auf, steigt sie mit. Nicht der StoĂ allein trennt die Ladung groĂrĂ€umig, sondern die Sortierung danach.
Die Verschiebung der Elektronen im Erdboden, ohne dass die Wolke ihn berĂŒhrt, heiĂt ___.
ErklĂ€rung: Influenz: Ein geladener Körper verschiebt die frei beweglichen Ladungen eines Leiters ohne BerĂŒhrung, wie beim Elektroskop.
Ein Gewitter mit negativer Ladung im unteren Teil zieht ĂŒber ein Dorf hinweg. Wie ist der Boden geladen, direkt unter der Wolke und 30 km entfernt?
ErklÀrung: Die Influenzladung sitzt dort, wo das Feld der Wolke hinreicht: direkt darunter. Zieht die Wolke weiter, wandert die positive BodenflÀche mit, wie ein Schatten.
Elektrische Ladung kann weder erzeugt noch ___ werden; sie wird nur getrennt und verschoben.
ErklĂ€rung: Ladungserhaltung: Der Blitz fĂŒhrt getrennte Ladung wieder zusammen. Die Wolke trennt sie danach von neuem.
Die Wolke trĂ€gt 40 C, ein Blitzschlag bringt 5 C zum Boden. Nach wie vielen SchlĂ€gen wĂ€re die Ladung aufgebraucht, wenn die Wolke nicht nachladen wĂŒrde?
ErklÀrung: 40 C : 5 C = 8. TatsÀchlich blitzt eine Gewitterzelle oft weit öfter, weil Graupel und Kristalle die Ladung laufend neu trennen. Die Ladung verschwindet dabei nie, sie wird nur zum Boden gebracht.
Stelle in der Figur Q = 40 C ein. Welche FeldstÀrke E zeigt die Anzeige (in kV/m)?
ErklÀrung: E = 2,5 kV/m pro Coulomb · 40 C = 100 kV/m, das mittlere Feld des Lehrbuchmodells (10➠V auf 1 km).
Im Wolkenmodell (d = 1 km, E = 2,5 kV/m pro Coulomb) trÀgt die Wolke 60 C. Welche Spannung liegt zwischen Wolke und Boden (in MV)?
ErklÀrung: E = 2,5 kV/m · 60 = 150 kV/m, U = E · d = 150 kV/m · 1000 m = 150 MV.