Lenz im Alltag
Das Magnetfeld des Induktionsstroms ist immer dem Ă€uĂeren Magnetfeld entgegengesetzt gerichtet.
ErklĂ€rung: Der Induktionsstrom wirkt der ĂNDERUNG des Flusses entgegen, nicht der Feldrichtung. Nimmt der Fluss ab â etwa wenn der Magnet weggezogen wird â, zeigt das induzierte Feld parallel zum Ă€uĂeren Feld und hĂ€lt den Magneten fest.
Ein starker Magnet fÀllt durch ein senkrechtes Kupferrohr deutlich langsamer als durch ein gleiches Kunststoffrohr. Warum?
ErklĂ€rung: Kupfer ist nicht ferromagnetisch â der Magnet haftet nicht. Aber jede Rohrzone sieht einen sich Ă€ndernden Fluss, und die induzierten Kreisströme wirken der Bewegung entgegen â vor dem Magneten abstoĂend, hinter ihm anziehend.
Im geschlitzten Kupferrohr fÀllt derselbe Magnet fast ungebremst. Was fehlt hier?
ErklĂ€rung: Induziert wird auch hier â aber die ringförmigen Strombahnen um die Rohrachse sind durchtrennt. Ohne geschlossenen Strom kein Gegenfeld und keine Bremskraft, genau wie beim geschlitzten Ring am Ringpendel.
Die Wirbelstrombremse des ICE bremst verschleiĂfrei und stufenlos. Warum braucht der Zug trotzdem zusĂ€tzlich eine mechanische Bremse?
ErklĂ€rung: Die Bremskraft entsteht aus der FlussĂ€nderung, und die ist proportional zur Geschwindigkeit. Ein stehender Zug erfĂ€hrt keine Wirbelstrombremskraft mehr â die letzten Meter ĂŒbernimmt die Reibungsbremse.
Ein Magnet wird von einem leichten, drehbar gelagerten geschlossenen Metallring weggezogen. Wie reagiert der Ring?
ErklĂ€rung: Die Ursache ist die Flussabnahme. Der Induktionsstrom stemmt sich dagegen â sein Feld zeigt parallel zum Magnetfeld und zieht den Ring hinter dem Magneten her. Beim AnnĂ€hern passiert das Umgekehrte â der Ring weicht zurĂŒck.
Nach der Lenzschen Regel drĂ€ngt das Feld der Wirbelströme das Spulenfeld aus dem Topfboden heraus, sodass die Energie in einer dĂŒnnen unteren Bodenschicht deponiert wird.
ErklĂ€rung: Das Gegenfeld der Wirbelströme schwĂ€cht das Spulenfeld im Inneren des Bodens â das Feld bleibt auf eine dĂŒnne Schicht beschrĂ€nkt (Skineffekt), und genau dort entsteht die Joulesche WĂ€rme.
Lenzsche Regel: Der Induktionsstrom wirkt der ___ des magnetischen Flusses entgegen.
ErklĂ€rung: Entgegen heiĂt: der Ănderung entgegen, nicht der Feldrichtung. Nimmt der Fluss ab, zeigt das induzierte Feld sogar parallel zum Ă€uĂeren.
Der Nordpol eines Magneten wird von einem leichten Metallring weggezogen. Welcher Pol des Ringfelds zeigt zum Magneten?
ErklĂ€rung: Der Fluss durch den Ring nimmt ab; der Induktionsstrom stemmt sich dagegen, sein Feld zeigt parallel zum Magnetfeld. Dem Nordpol gegenĂŒber liegt dann ein SĂŒdpol, und der Ring folgt dem Magneten. Beim AnnĂ€hern wĂ€re es ein Nordpol.
Schiebe in der Figur die Zeit t, bis Magnet 1 im geschlossenen Rohr unten liegt. Nach wie vielen Sekunden ist das?
ErklÀrung: Magnet 1 sinkt mit konstant 0,10 m/s durch 0,94 m und braucht 9,4 s. Magnet 2 im geschlitzten Rohr ist schon nach 0,44 s unten.
Ein Magnet sinkt mit konstant 0,05 m/s durch ein 1,5 m langes Kupferrohr. Wie lange braucht er (in s)?
ErklĂ€rung: t = s/v = 1,5 m / 0,05 m/s = 30 s. Im freien Fall wĂ€ren es nur gut 0,5 s â die Wirbelströme bremsen ihn auf eine konstante Geschwindigkeit.
Bei niedrigem Tempo ist die Kraft der Wirbelstrombremse proportional zur Geschwindigkeit. Bei 40 km/h bremst sie mit 100 %. Mit wie viel Prozent bremst sie bei 20 km/h?
ErklÀrung: Halbe Geschwindigkeit, halbe FlussÀnderung, halbe Bremskraft: 50 %. Im Stand ist sie null.
Ein Zug bremst von 80 km/h ab, die Kraft der Wirbelstrombremse ist proportional zur Geschwindigkeit. Bei welcher Geschwindigkeit liefert sie nur noch ein Viertel ihrer Anfangskraft (in km/h)?
ErklĂ€rung: F â v: ein Viertel der Kraft bei einem Viertel der Geschwindigkeit, 80 km/h / 4 = 20 km/h. Wer an P = R·IÂČ denkt und die Wurzel zieht (40 km/h), verwechselt Kraft und Leistung.