Lenz im Alltag
Lenz's Law in Everyday Life
Der Induktionsstrom wirkt seiner Ursache entgegen â der Ănderung des Flusses, nicht der Feldrichtung. Im Alltag bremst derselbe Mechanismus den Magneten im Kupferrohr, das Waltenhofensche Pendel und ĂŒber die Wirbelstrombremse den ICE â verschleiĂfrei, aber wirkungslos im Stand. Nimmt der Fluss ab, zeigt das induzierte Feld sogar in Richtung des Ă€uĂeren: Die Fehlvorstellung âinduziertes Feld ist immer dem Ă€uĂeren entgegengesetzt" (Thong & Gunstone 2008) trifft nicht zu â ein weggezogener Magnet wird vom Ring verfolgt.
Können & Ăben
Induktions-Werkstatt â Spannung aus Bewegung
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physiksaal
Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten â Beobachten â ErklĂ€ren in Kleingruppen, Rotation nach etwa 20 Minuten. Roter Faden: Wann entsteht Induktionsspannung â und wogegen wehrt sie sich? Station 1 â Bewegung im Feld (Leiterschaukel und bewegte Spule). Vermuten: Was erhöht den Spannungsausschlag â schneller ziehen, mehr Windungen, stĂ€rkerer Magnet? Beobachten: Messreihen wie im Skript â bei halber Geschwindigkeit halbiert sich U, doppelte Windungszahl n verdoppelt es, schwĂ€cheres B senkt es. Ruht der Leiter, ist U null. ErklĂ€ren: Auf die mitbewegten Ladungen wirkt die Lorentzkraft; U hĂ€ngt von B, wirksamer LĂ€nge bzw. FlĂ€che und Geschwindigkeit ab. Modellgrenze: Die Schaukel misst Momentwerte nur grob â deshalb gleich Station 2. Station 2 â Feld Ă€ndern statt bewegen (Feldspule). Vermuten: Es bewegt sich nichts â kann trotzdem Spannung entstehen, wenn der Strom in der Feldspule hochgeregelt wird? Beobachten: WĂ€hrend der Strom sich Ă€ndert, zeigt die eingelegte Induktionsspule Spannung; sie ist umso gröĂer, je schneller geregelt wird, und verschwindet bei konstantem Strom. ErklĂ€ren: Beide FĂ€lle fasst der magnetische Fluss Ί = B·A zusammen â induziert wird bei jeder FlussĂ€nderung, U = -n·dΊ/dt. Modellgrenze: Die Handregelung macht dΊ/dt nur nĂ€herungsweise konstant; das Interface zeigt den echten Verlauf. Station 3 â Lenz-Parcours. An drei Teilaufbauten wird jeweils erst laut vermutet, dann geprĂŒft: (a) Thomson-Ring â der geschlossene Ring springt beim Einschalten vom Elektromagneten, der geschlitzte bleibt liegen; (b) der Magnet fĂ€llt durchs Kupferrohr in Zeitlupe, durchs Plastikrohr normal (Stoppuhr!); (c) das Waltenhofen-Pendel wird mit massiver Scheibe im Feld abgebremst, mit geschlitzter kaum. ErklĂ€ren: Der Induktionsstrom ist stets so gerichtet, dass er seiner Ursache entgegenwirkt â sonst brĂ€che die Energieerhaltung (ein sich selbst beschleunigender Magnet wĂ€re ein Perpetuum mobile). Modellgrenze: "Widersetzen" heiĂt hemmen, nicht verhindern â der Magnet fĂ€llt ja weiter. Vorbereitung oder Nachbereitung: der Induktionsherd-Artikel in der App â dort erhitzen dieselben Wirbelströme den Topfboden. Station 4 â Selbstinduktion (Ein-/Ausschaltversuch mit Glimmlampe). Vermuten: Die Glimmlampe zĂŒndet erst ab etwa 160 V â kann sie in einem Stromkreis mit kleiner Batteriespannung ĂŒberhaupt aufleuchten? Beobachten: Beim Einschalten leuchtet die Lampe hinter der Spule verzögert auf; beim Ăffnen des Schalters blitzt die Glimmlampe hell auf. ErklĂ€ren: Die Spule induziert sich selbst â beim Einschalten bremst die Gegenspannung den Stromanstieg, beim Abschalten treibt die schnelle FlussĂ€nderung die Spannung weit ĂŒber die Quellspannung. Sicherheitshinweis: Vorsicht Spannungsspitze â Spulenkontakte beim Abschalten nicht berĂŒhren und Spulen nie abrupt von Hand trennen; starke Neodymmagnete von Elektronik und Karten fernhalten, Quetschgefahr. Abschluss in der Runde: Alle vier Stationen in einem Satz â induziert wird bei FlussĂ€nderung, die Richtung bestimmt Lenz, und eine Spule tut das auch mit sich selbst.
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4â16
Die Wirbelströme im Topfboden haben eine Richtung â und die ist kein Zufall. Aus dem Kapitel zur Lenzschen Regel kennst du den Satz: Der Induktionsstrom ist stets so gerichtet, dass er der Ursache seiner Entstehung entgegenwirkt. Viele merken sich daraus âdas induzierte Feld ist dem Ă€uĂeren Feld entgegengesetzt". Klingt fast gleich â ist aber falsch, und der folgende Versuch trennt die beiden SĂ€tze, weil sie fĂŒr ihn Gegenteiliges vorhersagen.
Ein leichter Metallring hÀngt drehbar vor dem Nordpol eines
Stabmagneten. Das Feld
Beim AnnÀhern wÀchst der Fluss (
Jetzt ein Rennen. Ein starker Magnet fĂ€llt durch zwei gleiche, 1 m lange Kupferrohre â eines ist geschlossen, in das andere ist der LĂ€nge nach ein Schlitz gefrĂ€st. Sage voraus: Wer kommt zuerst unten an, und wie deutlich?
Magnet 2 ist nach 0,44 s unten, im freien Fall mit bis zu 4,3 m/s.
Magnet 1 sinkt mit 0,10 m/s und braucht 9,4 s. Im geschlossenen Rohr
sieht jeder Rohrabschnitt den Fluss des herannahenden Magneten wachsen
und den des davonfallenden schrumpfen; vor dem Magneten stemmen sich
die
Diese Bremse fĂ€hrt Zug: Die Wirbelstrombremse des ICE 3 senkt Elektromagnete dicht ĂŒber die Schiene; die FlussĂ€nderung induziert Wirbelströme in der Schiene, deren Feld die Bewegung hemmt. Ohne Kontakt, ohne VerschleiĂ, stufenlos â aber die FlussĂ€nderung ist proportional zur Geschwindigkeit, und bei niedrigem Tempo ist es auch die Bremskraft: Bei halbem Tempo bremst sie nur noch halb so stark, im Stand gar nicht. Die letzten Meter ĂŒbernimmt die Reibungsbremse.
Und der Herd? Im Topfboden Ă€ndert sich der Fluss 25 000-mal pro Sekunde, und die Wirbelströme stemmen sich in jedem Augenblick gegen diese Ănderung. Ihr Feld wirkt der Ănderung des Spulenfelds entgegen â in der untersten Schicht des Bodens, wo das Spulenfeld zuerst ankommt, fĂ€ngt es einen groĂen Teil davon ab. Wie tief kommt das Feld dann ĂŒberhaupt noch in den Boden?
Voraussetzungen (1)
Das Magnetfeld des Induktionsstroms ist immer dem Ă€uĂeren Magnetfeld entgegengesetzt gerichtet.
Ein starker Magnet fÀllt durch ein senkrechtes Kupferrohr deutlich langsamer als durch ein gleiches Kunststoffrohr. Warum?
Im geschlitzten Kupferrohr fÀllt derselbe Magnet fast ungebremst. Was fehlt hier?
Die Wirbelstrombremse des ICE bremst verschleiĂfrei und stufenlos. Warum braucht der Zug trotzdem zusĂ€tzlich eine mechanische Bremse?
Ein Magnet wird von einem leichten, drehbar gelagerten geschlossenen Metallring weggezogen. Wie reagiert der Ring?
Nach der Lenzschen Regel drĂ€ngt das Feld der Wirbelströme das Spulenfeld aus dem Topfboden heraus, sodass die Energie in einer dĂŒnnen unteren Bodenschicht deponiert wird.
Lenzsche Regel: Der Induktionsstrom wirkt der ___ des magnetischen Flusses entgegen.
Schiebe in der Figur die Zeit t, bis Magnet 1 im geschlossenen Rohr unten liegt. Nach wie vielen Sekunden ist das?
Bei niedrigem Tempo ist die Kraft der Wirbelstrombremse proportional zur Geschwindigkeit. Bei 40 km/h bremst sie mit 100 %. Mit wie viel Prozent bremst sie bei 20 km/h?
Der Nordpol eines Magneten wird von einem leichten Metallring weggezogen. Welcher Pol des Ringfelds zeigt zum Magneten?
Ein Magnet sinkt mit konstant 0,05 m/s durch ein 1,5 m langes Kupferrohr. Wie lange braucht er (in s)?
Ein Zug bremst von 80 km/h ab, die Kraft der Wirbelstrombremse ist proportional zur Geschwindigkeit. Bei welcher Geschwindigkeit liefert sie nur noch ein Viertel ihrer Anfangskraft (in km/h)?