Relativistische Masse und Energie
Was ergaben die Versuche von Kaufmann (1901) und Bucherer (1909) mit schnellen β-Elektronen in elektrischen und magnetischen Feldern?
Erklärung: Da die Ladung e nicht von der Geschwindigkeit abhängt, muss die Masse mit v zunehmen. Einsteins Spezielle Relativitätstheorie von 1905 erklärte diese Messkurve vollständig.
Die relativistische Massenzunahme bedeutet, dass ein schnelles Elektron aus mehr Materie besteht als ein langsames.
Erklärung: Falsch! Die relativistische Masse ist ein rechnerisches Hilfsmittel und darf nicht mit einer Substanzzunahme verwechselt werden. Physikalisch wächst die Trägheit â das Teilchen lässt sich immer schwerer weiter beschleunigen.
Berechne den Faktor Îł = 1/â(1âv²/c²) fĂźr ein Teilchen mit v = 0,6c. (Antwort als Dezimalzahl)
Erklärung: v²/c² = 0,36, also Îł = 1/â(0,64) = 1/0,8 = 1,25. Bei 60 % der Lichtgeschwindigkeit ist die Masse schon um ein Viertel grĂśĂer als die Ruhemasse.
Berechne die Ruheenergie Eâ = mâc² eines Elektrons. (m_e = 9,1¡10âťÂłÂš kg, c = 3,0¡10⸠m/s, Antwort in 10âťÂšâ´ J, zwei Dezimalstellen)
Erklärung: Eâ = 9,1¡10âťÂłÂš ¡ (3,0¡10â¸)² = 9,1¡10âťÂłÂš ¡ 9,0¡10š✠= 8,19¡10âťÂšâ´ J. In Elektronenvolt sind das etwa 511 keV â die berĂźhmte Ruheenergie des Elektrons.
Was besagt die Gleichung E = mc² fßr ein bewegtes Teilchen?
Erklärung: E = mc² verknĂźpft Masse und Gesamtenergie. FĂźr ein ruhendes Teilchen wird daraus die Ruheenergie Eâ = mâc², fĂźr ein bewegtes kommt die kinetische Energie E_kin = E â Eâ hinzu.
Die Energie Eâ = mâc², die ein Teilchen allein aufgrund seiner Ruhemasse besitzt, heiĂt ___.
Erklärung: Jedes Teilchen trägt schon in Ruhe die Energie mâc². Beim Elektron sind das etwa 511 keV â eine fĂźr Teilchenprozesse enorme Energiemenge.
Als Faustregel gilt, dass man erst ab Geschwindigkeiten Ăźber 0,1c relativistisch rechnen muss â darunter ist die klassische Formel E_kin = ½mv² eine gute Näherung.
Erklärung: Bei v = 0,1c weicht γ erst um etwa 0,5 % von 1 ab. Genau diese Grenze markiert auch, ab wann das klassische Zyklotron aus dem Takt gerät.
Der Linearbeschleuniger in Stanford brachte 1974 Elektronen auf 20,5 GeV. Die klassische Rechnung ergäbe eine Geschwindigkeit von 280c. Was wurde tatsächlich gemessen?
Erklärung: Trotz gewaltiger Energie blieb die gemessene Geschwindigkeit knapp unter c. Die zugefßhrte Energie steckt nicht in immer hÜherer Geschwindigkeit, sondern im wachsenden γ-Faktor.
Ein Elektron hat den Faktor Îł = 3. Seine Ruheenergie beträgt gerundet 0,5 MeV. Berechne seine kinetische Energie E_kin = E â Eâ = (Îłâ1)¡Eâ. (Antwort in MeV)
Erklärung: E_kin = (Îł â 1) ¡ Eâ = 2 ¡ 0,5 MeV = 1 MeV. Die Gesamtenergie ÎłEâ = 1,5 MeV teilt sich in Ruheenergie und kinetische Energie auf.
Wie lautet der relativistische Impuls eines Teilchens mit Ruhemasse mâ und Geschwindigkeit v?
Erklärung: An die Stelle des klassischen Impulses mâv tritt p = Îłmâv. FĂźr v ⪠c ist Îł â 1 und die klassische Formel bleibt als Näherung gĂźltig.
Bei wie viel Prozent der Lichtgeschwindigkeit hat ein Teilchen den Faktor Îł = 2, wiegt also rechnerisch doppelt so viel wie in Ruhe? (Antwort in Prozent, auf ganze Zahl gerundet)
Erklärung: Aus Îł = 2 folgt 1 â v²/c² = 1/4, also v = â(3)/2 ¡ c â 0,866c â 87 % der Lichtgeschwindigkeit. Erst nahe an c wächst Îł dann steil an.
Mit genĂźgend Energie kann man ein Elektron auf Lichtgeschwindigkeit oder darĂźber hinaus beschleunigen.
Erklärung: Falsch! FĂźr v â c wächst Îł und damit die nĂśtige Energie Ăźber alle Grenzen. Die Lichtgeschwindigkeit ist eine Grenzgeschwindigkeit, die kein massebehafteter KĂśrper erreichen kann.
Kaufmann zeigte, dass β-Strahlen aus schnellen ___ bestehen, die sich wie Kathodenstrahlen in Feldern ablenken lassen.
Erklärung: Aus dem Verhalten der Becquerel-Strahlen in elektrischen und magnetischen Feldern schloss Kaufmann auf Elektronen. Ihr kontinuierliches Geschwindigkeitsspektrum machte sie zur idealen Quelle fßr Messungen von e/m bei verschiedenen v.