Resonanz und RĂĽckkopplung
Wann spricht man von einer erzwungenen Schwingung?
Erklärung: Bei der erzwungenen Schwingung zwingt ein äußerer Erreger dem System seine Frequenz auf. Im Unterschied zur Rückkopplung erfolgt die Anregung von außen.
Bei welcher Erregerfrequenz f wird die Amplitude Ar des Resonators maximal?
Erklärung: Regt man das System mit seiner Eigenfrequenz an, wächst die Amplitude stark an. Diese starke Zunahme von Ar bei f = f₀ heißt Resonanz.
Ein Schwingkreis hat die Eigenfrequenz fâ‚€ = 500 Hz und wird induktiv von einem Funktionsgenerator angeregt. Bei welcher Erregerfrequenz beobachtet man die maximale Amplitude? (Antwort in Hz)
Erklärung: Resonanz tritt auf, wenn die Erregerfrequenz mit der Eigenfrequenz übereinstimmt. Das Maximum der Resonanzkurve liegt daher bei 500 Hz.
Wie verhält sich die Resonatoramplitude Ar für Erregerfrequenzen weit oberhalb der Eigenfrequenz (f ≫ f₀)?
Erklärung: Das träge System kann der schnellen Anregung nicht mehr folgen. In der Resonanzkurve fällt Ar für f ≫ f₀ gegen null ab.
Welche Phasenverschiebung zwischen Erreger und Resonator misst man im Resonanzfall f = fâ‚€?
Erklärung: Das Experiment zeigt drei Bereiche. Für f ≪ f₀ gleichphasig, im Resonanzfall π/2, für f ≫ f₀ Gegenphase π.
Für Erregerfrequenzen weit unterhalb der Eigenfrequenz (f ≪ f₀) schwingen Erreger und Resonator gleichphasig.
Erklärung: Richtig! Bei langsamer Anregung folgt der Resonator dem Erreger unmittelbar. Erst nahe der Eigenfrequenz baut sich die Phasenverschiebung bis π/2 auf, weit darüber bis π.
Tacoma-Narrows-Brücke, 7. November 1940: Ein gleichmäßiger Wind von etwa 68 km/h weht, die Fahrbahn verdreht sich immer stärker und stürzt ein. Welche Schwingung war das?
Erklärung: Der Wind war gleichmäßig, nicht periodisch — es gab keinen Erreger, dessen Frequenz die Eigenfrequenz hätte treffen können. Die Verdrehung der Fahrbahn veränderte selbst die Luftströmung, und diese schob die Bewegung im richtigen Takt weiter an: aeroelastisches Flattern, eine selbsterregte Schwingung wie bei der Meißner-Rückkopplung (Billah & Scanlan, Am. J. Phys. 59, 1991). Die oft erzählte „Resonanzkatastrophe“ ist hier ein verbreiteter Lehrbuchfehler; echte Resonanzgefahr besteht etwa, wenn eine Kolonne im Gleichschritt über eine Brücke marschiert.
Eine stärkere Dämpfung macht das Maximum der Resonanzkurve niedriger.
Erklärung: Richtig! Taucht das Pendelgewicht z. B. in Wasser ein, wird dem System laufend Energie entzogen. Die Resonanzamplitude bleibt dann deutlich kleiner — Dämpfung schützt vor der Resonanzkatastrophe.
Wie wird der elektromagnetische Schwingkreis im Experiment zu erzwungenen Schwingungen angeregt?
Erklärung: Die Erregerspule des Funktionsgenerators überträgt die Anregung induktiv auf die Schwingkreisspule. So lässt sich die Erregerfrequenz durchstimmen und die Resonanzkurve aufnehmen.
Welche Aufgabe erfĂĽllt die MeiĂźner-RĂĽckkopplungsschaltung?
Erklärung: Ohne Energiezufuhr klingt jede Schwingung wegen des ohmschen Widerstands ab. Die Rückkopplung gleicht die Verluste im Takt der Eigenfrequenz aus — die Amplitude bleibt konstant.
Welches Bauteil ĂĽbernimmt in der MeiĂźner-Schaltung die Rolle des Reglers?
Erklärung: Triode oder Transistor wirken als schneller elektrischer Schalter, den der Schwingkreis über die induktiv gekoppelte Spule selbst steuert. Genau das ist das Rückkopplungsprinzip.
Was ist in der Meißner-Schaltung die Störgröße im Sinne des Regelkreises?
Erklärung: Die Regelgröße ist die konstant zu haltende Amplitude, der Regler die Triode. Die Störgröße sind die ohmschen Energieverluste, die der Regelkreis ausgleicht.
Steuert der Schwingkreis den Zeitpunkt der Energiezufuhr selbst, spricht man von ___.
Erklärung: Bei der Rückkopplung erfährt der Regler über die Kopplung, wie sich die Regelgröße verändert hat. Mechanische Uhren nutzen dasselbe Prinzip zur Steuerung der Energiezufuhr.