Selbstinduktion und InduktivitÀt
Zwei gleiche Lampen sind parallel geschaltet â eine hinter einer Spule, eine hinter einem gleich groĂen ohmschen Widerstand. Was beobachtet man beim Einschalten?
ErklÀrung: Das sich aufbauende Magnetfeld der Spule induziert in ihr selbst eine Spannung, die nach der Lenzschen Regel der angelegten Spannung entgegenwirkt. Der Strom durch die Spule steigt deshalb nur allmÀhlich an.
Eine Spule (L = 0,5 H, R = 10 Ω) wird an eine 6-V-Quelle angeschlossen. Wie groà ist die Selbstinduktionsspannung im Augenblick des Einschaltens?
ErklĂ€rung: Induziert wird nicht durch den Strom selbst, sondern durch seine Ănderung. Im Einschaltmoment ist der Strom zwar noch null, steigt aber am schnellsten an: Am Widerstand fĂ€llt noch keine Spannung ab, die ganze Quellenspannung steht an der Spule â die Gegenspannung betrĂ€gt 6 V. Nach der Lenzschen Regel wirkt sie dem Stromanstieg entgegen. Mit wachsendem Strom wird sie kleiner, deshalb erreicht der Strom seinen Endwert 0,6 A nur allmĂ€hlich.
Beim Ăffnen des Schalters kann eine Glimmlampe mit 160 V ZĂŒndspannung aufblitzen, obwohl die Quelle nur Uâ = 3 V liefert.
ErklĂ€rung: Beim Abschalten bricht das Magnetfeld sehr schnell zusammen â die groĂe FlussĂ€nderung induziert eine Spannung, die die Betriebsspannung um ein Vielfaches ĂŒbersteigt. Genau dieser Versuch steht in der Quelle.
Durch eine Spule mit L = 0,50 H Ă€ndert sich die StromstĂ€rke gleichmĂ€Ăig um 2,0 A innerhalb von 0,10 s. Berechne den Betrag der Selbstinduktionsspannung in Volt.
ErklĂ€rung: U_ind = L·ÎI/Ît = 0,50 H · 2,0 A / 0,10 s = 10 V. Je schneller sich der Strom Ă€ndert, desto gröĂer die induzierte Spannung.
Berechne die InduktivitĂ€t einer eisenfreien, langgestreckten Spule mit N = 500 Windungen, QuerschnittsflĂ€che A = 20 cmÂČ und LĂ€nge l = 0,25 m in Millihenry. (ÎŒâ = 4Ï·10â»â· Vs/Am, auf eine Dezimalstelle gerundet)
ErklĂ€rung: L = ÎŒâ·NÂČ·A/l = 4Ï·10â»â· · 500ÂČ Â· 0,0020 / 0,25 â 2,5·10â»Âł H = 2,5 mH. Die Windungszahl geht quadratisch ein.
Die Einheit der InduktivitĂ€t, 1 Vs/A, heiĂt ___.
ErklÀrung: 1 H = 1 Vs/A, benannt nach Joseph Henry, dem Entdecker der Selbstinduktion. Eine Spule mit 1 H induziert 1 V, wenn sich der Strom um 1 A/s Àndert.
In eine luftgefĂŒllte Spule wird ein Eisenkern mit der PermeabilitĂ€tszahl ÎŒ_r = 1000 eingebracht. Um welchen Faktor wĂ€chst die InduktivitĂ€t? (Antwort als Zahl)
ErklĂ€rung: Mit Eisenkern gilt L = ÎŒ_r·Όâ·NÂČ·A/l â die InduktivitĂ€t wĂ€chst um den Faktor ÎŒ_r. Da ÎŒ_r von der Magnetisierung abhĂ€ngt, ist sie beim Eisenkern allerdings nicht konstant.
Was meint die Redeweise, die Selbstinduktion bewirke eine "TrÀgheit des elektrischen Stroms"?
ErklĂ€rung: Wie eine trĂ€ge Masse widersetzt sich der Spulenstrom jeder Ănderung seines Wertes â in beide Richtungen. Der Vergleich stammt direkt aus der Quelle.
An einem Elektromagneten (L = 2 H) mit 12-V-Quelle flieĂen 3 A. Ein Schalter unterbricht den Strom in 1 ms. Welche Spannungsspitze tritt an der Spule auf?
ErklĂ€rung: U_ind = L·ÎI/Ît = 2 H · 3 A / 0,001 s = 6000 V. Je schneller der Strom abbricht, desto höher die Spannungsspitze â sie ist nicht durch die Quellenspannung begrenzt und verschwindet auch nicht, nur weil der Schalter offen ist. Solche Spitzen erzeugen Funken und ĂberschlĂ€ge; deshalb brauchen Schalter fĂŒr Motoren und Elektromagnete eine Schutzbeschaltung.
Beim Einschalten erreicht der Strom durch eine Spule sofort seinen Endwert Uâ/R.
ErklĂ€rung: Die Selbstinduktionsspannung wirkt dem Stromanstieg entgegen. Der Strom wĂ€chst allmĂ€hlich und erreicht Uâ/R erst, wenn sich der magnetische Fluss nicht mehr Ă€ndert.
Wozu diente der Funkeninduktor, bevor es brauchbare Wechselstromtransformatoren gab (um 1881)?
ErklÀrung: Ein schneller Ausschaltvorgang erzeugt sehr hohe Selbstinduktionsspannungen. Der Funkeninduktor nutzte das systematisch zur Hochspannungserzeugung.
Die induktive RĂŒckwirkung eines Stroms auf seinen eigenen Leiterkreis nennt man ___.
ErklĂ€rung: Das Magnetfeld der Spule durchsetzt die Spule selbst. Ăndert sich der Strom, Ă€ndert sich dieser Fluss â und die Spule induziert in sich selbst eine Spannung.
Wovon hÀngt die InduktivitÀt einer eisenfreien Spule ab?
ErklĂ€rung: L = ÎŒâ·NÂČ·A/l enthĂ€lt ausschlieĂlich Spulendaten. Erst ein Eisenkern macht L ĂŒber ÎŒ_r vom Magnetisierungszustand abhĂ€ngig.
An einer Spule mit L = 0,40 H wird die Selbstinduktionsspannung 20 V gemessen. Berechne die momentane Ănderungsrate der StromstĂ€rke in A/s.
ErklÀrung: Aus U_ind = L·dI/dt folgt dI/dt = U_ind/L = 20 V / 0,40 H = 50 A/s.