Ăberlagerung elektrischer Felder
Zwei Ladungen erzeugen an einem Punkt die EinzelfeldstĂ€rken Eâ und Eâ. Wie ergibt sich die resultierende FeldstĂ€rke?
ErklĂ€rung: FeldstĂ€rken addieren sich wie die KrĂ€fte, aus denen sie definiert sind â vektoriell mit Richtung. BetrĂ€ge einfach zu addieren ist der Standardfehler und stimmt nur im Spezialfall gleicher Richtung; Felder verdrĂ€ngen einander nicht.
Zeigen die EinzelfeldstĂ€rken Eâ = 300 N/C und Eâ = 400 N/C an einem Punkt in verschiedene Richtungen, so ist die resultierende FeldstĂ€rke trotzdem stets 700 N/C.
ErklĂ€rung: 700 N/C ergibt sich nur, wenn beide Vektoren exakt gleichgerichtet sind â bei jedem Winkel dazwischen ist die Resultierende kleiner, senkrecht z.B. 500 N/C. Die Betragssumme ignoriert die Richtungen und ĂŒberschĂ€tzt das Feld.
An einem Punkt stehen die EinzelfeldstĂ€rken Eâ = 300 N/C und Eâ = 400 N/C senkrecht aufeinander. Berechne den Betrag der resultierenden FeldstĂ€rke. (Antwort in N/C)
ErklĂ€rung: Vektoraddition senkrechter Komponenten mit Pythagoras â E = â(300ÂČ + 400ÂČ) = 500 N/C. Die Betragssumme 700 N/C wĂ€re falsch, weil sie die Richtungen unterschlĂ€gt.
Zwei EinzelfeldstÀrken von 500 N/C und 200 N/C zeigen an einem Punkt in entgegengesetzte Richtungen. Berechne den Betrag der resultierenden FeldstÀrke. (Antwort in N/C)
ErklĂ€rung: Antiparallele Vektoren subtrahieren sich, 500 â 200 = 300 N/C in Richtung des stĂ€rkeren Feldes. Die Addition zu 700 N/C wĂ€re der typische Betragsfehler.
Genau in der Mitte zwischen zwei gleich groĂen positiven Ladungen erzeugt jede Ladung die EinzelfeldstĂ€rke 800 N/C. Berechne den Betrag der resultierenden FeldstĂ€rke. (Antwort in N/C)
ErklĂ€rung: Die beiden Feldvektoren sind gleich groĂ und exakt entgegengerichtet â sie heben sich auf, der Mittelpunkt ist ein neutraler Punkt des Feldes. Die Betragssumme 1600 N/C wĂ€re grob falsch.
In der Mitte zwischen den Ladungen +Q und âQ (Dipol) erzeugt jede Ladung die EinzelfeldstĂ€rke 1000 N/C. Berechne den Betrag der resultierenden FeldstĂ€rke. (Antwort in N/C)
ErklĂ€rung: Beide Feldvektoren zeigen von +Q weg bzw. zu âQ hin â also in dieselbe Richtung â und addieren sich zu 2000 N/C. Der Vergleich mit den gleichnamigen Ladungen zeigt, dass allein die Richtungen ĂŒber das Ergebnis entscheiden.
Wie ergibt sich das Gesamtpotential eines von mehreren Ladungen erzeugten Feldes an einem Ort?
ErklĂ€rung: Das Potential ist eine skalare GröĂe â Zahlen mit Vorzeichen werden schlicht addiert, was Rechnungen oft deutlich abkĂŒrzt. Voraussetzung ist ein gemeinsamer Bezugspunkt (beim Coulombpotential das Unendliche); eine Vektorsumme gibt es hier nicht.
An einem Punkt erzeugt die Ladung Qâ das Potential Ïâ = 120 V, die Ladung Qâ das Potential Ïâ = â40 V (gleicher Bezugspunkt). Berechne das Gesamtpotential. (Antwort in V)
ErklĂ€rung: Potentiale addieren sich skalar mitsamt Vorzeichen, Ï = 120 + (â40) = 80 V. Negative Ladungen liefern negative BeitrĂ€ge â hier braucht es keine Vektorzerlegung.
In der Mitte zwischen den Ladungen +Q und âQ ist das Gesamtpotential null, obwohl die FeldstĂ€rke dort nicht null ist.
ErklĂ€rung: Die Einzelpotentiale +Ï und âÏ sind betragsgleich und heben sich skalar auf, wĂ€hrend die Feldvektoren gleichgerichtet sind und sich addieren (auf der Verbindungslinie ist das sogar die kleinste FeldstĂ€rke zwischen den Ladungen, aber eben nicht null). FeldstĂ€rke null und Potential null fallen also keineswegs zusammen â beide GröĂen antworten auf verschiedene Fragen.
Ein Feldlinienbild zeigt bogenförmige Linien, die alle an der linken Ladung beginnen und an der rechten enden. Welche Ladungen sind das?
ErklĂ€rung: Feldlinien beginnen an positiven und enden an negativen Ladungen. Linien, die von der einen Ladung zur anderen laufen, zeigen einen Dipol, die Quelle liegt links: +Q links, âQ rechts. Zwei gleichnamige Ladungen sĂ€hen anders aus â ihre Linien laufen voneinander weg, und dazwischen liegt ein feldfreier neutraler Punkt.
Zwei gleich groĂe positive Ladungen liegen nebeneinander. Was zeigt ihr Feldlinienbild in der Mitte zwischen den Ladungen?
ErklĂ€rung: Die Felder gleichnamiger Ladungen heben sich in der Mitte auf â die Feldlinien weichen einander aus, als wĂŒrden sich die Felder "wegdrĂŒcken". Verbindende dichte Linien zeigt nur der Dipol; kreuzen dĂŒrfen sich Feldlinien nie.
FeldstĂ€rken ĂŒberlagern sich ___, Potentiale dagegen skalar.
ErklÀrung: Die FeldstÀrke erbt ihren Vektorcharakter von der Kraft, das Potential seine Skalarnatur von der Energie. Diese Arbeitsteilung macht den Potentialweg bei vielen Aufgaben zum schnelleren Rechenweg.
Die Anwesenheit einer dritten Ladung verÀndert die EinzelfeldstÀrken, die die beiden anderen Ladungen an einem Punkt erzeugen.
ErklĂ€rung: Das Superpositionsprinzip besagt gerade, dass jede Ladung ihr Feld unabhĂ€ngig von den ĂŒbrigen aufbaut â die BeitrĂ€ge werden erst am betrachteten Punkt vektoriell zusammengesetzt. Felder stören einander nicht, sie ĂŒberlagern sich.