Dieselben Leute, mehr Ergebnis
Drei Freunde verkaufen am Schulfest Waffeln. Jeder macht alles allein: Teig portionieren, backen, verpacken, kassieren. So braucht jeder 6 Minuten fĂŒr eine Waffel. Wie viele Waffeln schaffen sie in einer Stunde?
ErklÀrung: In 60 Minuten schafft jeder 60 ÷ 6 = 10 Waffeln, und es sind drei: 30 Waffeln. Das ist der Ausgangswert, gegen den jede Umstellung gemessen wird.
Dieselben drei teilen die Arbeit: Einer portioniert nur Teig, einer backt nur, einer verpackt und kassiert nur. Niemand wechselt mehr Werkzeug, jeder wird in seinem Schritt schnell. Alle 1,5 Minuten ist eine Waffel fertig. Wie viele Waffeln schaffen sie in einer Stunde?
ErklĂ€rung: 60 Ă· 1,5 = 40. Dieselben drei Personen, dieselbe Stunde, zehn Waffeln mehr â das Umstellen selbst hat sie gebracht: kein Werkzeugwechsel mehr und Ăbung im einzelnen Handgriff. 120 wĂ€ren es nur, wenn jeder alle 1,5 Minuten eine ganze Waffel fertig hĂ€tte; die drei Schritte gehören aber zu einer einzigen Waffel.
In einer Fahrradwerkstatt montieren zwei Mechanikerinnen RĂ€der. Allein braucht jede 30 Minuten fĂŒr ein ganzes Rad. Teilen sie sich die Arbeit â eine macht Rahmen und Schaltung, die andere LaufrĂ€der und Bremsen â, ist alle 12 Minuten ein Rad fertig. Wie viele RĂ€der schaffen sie so in einer Stunde?
ErklÀrung: 60 ÷ 12 = 5. Ohne Arbeitsteilung wÀren es 2 + 2 = 4 gewesen. Ein Rad mehr pro Stunde, ohne dass jemand lÀnger arbeitet oder mehr Werkzeug gekauft wird.
Lena und Tim machen die SchĂŒlerzeitung. Lena schreibt einen Artikel in 20 Minuten und braucht 30 Minuten fĂŒr ein Layout. Bei Tim ist es umgekehrt: 30 Minuten fĂŒr einen Artikel, 20 Minuten fĂŒr ein Layout. Jede Seite braucht genau einen Artikel und ein Layout. Wenn jeder nur das macht, was er schneller kann â wie viele Seiten schaffen sie in einer Stunde?
ErklĂ€rung: Lena schreibt in der Stunde 3 Artikel, Tim macht 3 Layouts â zusammen 3 fertige Seiten. Macht jeder ganze Seiten, braucht er 50 Minuten pro Seite, also nur 2 Seiten in der Stunde zu zweit. 6 wĂ€re doppelt gezĂ€hlt: eine Seite braucht beides.
In einer Pizzeria arbeiten vier Leute. Macht jeder eine Pizza komplett â Teig ausrollen, belegen, backen, schneiden und einpacken â, braucht er 12 Minuten. Wie viele Pizzen schaffen sie in einer Stunde?
ErklÀrung: Jeder schafft 60 ÷ 12 = 5 Pizzen, vier Leute also 20. Wieder der Ausgangswert vor jeder Umstellung.
Dieselben vier teilen die Arbeit: einer rollt aus, einer belegt, einer bedient den Ofen, einer schneidet und packt ein. Alle 2 Minuten ist eine Pizza fertig. Wie viele Pizzen schaffen sie in einer Stunde?
ErklĂ€rung: 60 Ă· 2 = 30, also zehn Pizzen mehr als vorher â mit denselben vier Leuten in derselben Zeit. Genau das meint das Wirtschaftlichkeitsprinzip: aus dem gegebenen Einsatz das gröĂere Ergebnis holen.
Ein SchĂŒlerteam faltet Programmhefte fĂŒr das Schulkonzert. Ohne Arbeitsteilung schaffen sechs SchĂŒler zusammen 180 Hefte in der Stunde. Als jeder nur noch einen Handgriff macht â falten, heften, stapeln â, sind es 300 Hefte in der Stunde. Um wie viele Hefte pro Stunde ist die Leistung gestiegen?
ErklĂ€rung: 300 â 180 = 120 Hefte mehr, mit denselben sechs SchĂŒlern in derselben Stunde. Der Zuwachs ist ausgerechnet, nicht behauptet â und er entsteht allein daraus, wie die Arbeit aufgeteilt ist.
Am Samstag ist der Freund krank, der am Waffelstand immer nur backt. Die beiden anderen haben das Backen noch nie gemacht. Was passiert an diesem Tag am Stand?
ErklÀrung: Wer nur einen Schritt kann, ist unersetzlich und gleichzeitig ersetzbar durch niemanden. Das ist der Preis der Spezialisierung: AbhÀngigkeit. Ein Betrieb beantwortet sie mit Einarbeitung mehrerer Leute auf denselben Schritt.
Der Freund, der drei Stunden lang nur Waffeln verpackt und kassiert hat, sagt hinterher, das mache er nie wieder. Was ist an diesem Nachmittag passiert?
ErklĂ€rung: Geschafft hat der Stand mehr â angenehmer wurde die Arbeit dadurch nicht. Monotonie ist die zweite Kostenseite der Arbeitsteilung, und wer nur einen Handgriff macht, sieht vom Ganzen weniger statt mehr.
Am Waffelstand ist der Teigmacher alle 30 Sekunden mit einer Portion fertig, das Backeisen braucht aber 1,5 Minuten pro Waffel. Was passiert in dieser Stunde am Stand?
ErklĂ€rung: Die Kette ist so schnell wie ihr langsamster Schritt. Der Teig davor lĂ€uft ins Leere. Genau dafĂŒr ist Koordination da: die Schritte so aufeinander abzustimmen, dass niemand wartet und nichts liegen bleibt.
Eine Fahrradwerkstatt schweiĂt ihre Rahmen nicht mehr selbst, sondern kauft sie bei einem Zulieferer. Im Mai liefert der Zulieferer drei Wochen lang nichts. Was passiert in diesen drei Wochen in der Werkstatt?
ErklÀrung: Arbeitsteilung zwischen Betrieben bringt denselben Gewinn und dieselbe AbhÀngigkeit wie im Betrieb: Wer einen Schritt abgibt, kann ihn nach ein paar Jahren nicht mehr selbst. Betriebe kaufen deshalb oft bei zwei Zulieferern.
In einer Nudelfabrik ĂŒbernimmt eine neue Maschine das Verpacken, das vorher acht Leute von Hand gemacht haben. Die Fabrik verkauft danach doppelt so viele Packungen und stellt vier Leute fĂŒr Wartung und Auslieferung ein. Was passiert mit der Zahl der ArbeitsplĂ€tze in dieser Fabrik?
ErklĂ€rung: Acht Stellen fallen weg, vier kommen dazu: unterm Strich vier weniger. Wer nur die acht zĂ€hlt, sieht die HĂ€lfte â die verlorenen Stellen stehen sichtbar an der alten Verpackung, die neuen entstehen woanders im Betrieb.
Drei SchĂŒler falten Programmhefte. Als jeder nur noch einen Handgriff macht â falten, heften, stapeln â, steigt ihre Zahl von 90 auf 150 Hefte pro Stunde. Die drei haben damit zusammen mehr geschafft, ohne lĂ€nger zu arbeiten.
ErklĂ€rung: Ja. Dieselben drei, dieselbe Stunde, 60 Hefte mehr. Die Menge an Arbeit, die drei Leute leisten können, steht nicht fest â sie hĂ€ngt davon ab, wie die Arbeit aufgeteilt ist.
Die Mechanikerin, die in der Werkstatt seit zwei Jahren nur LaufrÀder einspeicht, kann jederzeit auch die Schaltung einstellen.
ErklĂ€rung: Nein. Sie ist im Einspeichen sehr schnell geworden und in allem anderen aus der Ăbung. Spezialisierung macht in einem Schritt schneller und in den ĂŒbrigen unsicherer â deshalb braucht ein Betrieb fĂŒr jeden Schritt mehr als eine Person.
Eine BĂ€ckerei backt Brot und kauft ihre PapiertĂŒten bei einer Papierfabrik, die umgekehrt ihr Brot bei der BĂ€ckerei kauft. Zusammen stellen die beiden Betriebe so mehr her, als wenn jeder beides selbst machen wĂŒrde.
ErklĂ€rung: Ja â beide Seiten gewinnen, nicht nur eine. Auf dem TEL-4-Test wĂ€hlen nur 41â50 % der Jugendlichen bei einem freiwilligen Tausch âbeide gewinnenâ; die hĂ€ufigste falsche Antwort ist, dass nur der KĂ€ufer etwas davon hat (Walstad, Rebeck & Butters 2013).
Am Waffelstand macht jeder nur noch einen Handgriff und wird darin schnell. Dass dabei die drei Schritte zeitlich zusammenpassen mĂŒssen und niemand wartet, ist Aufgabe der ___.
ErklÀrung: Spezialisierung macht die einzelnen Schritte schnell, Kooperation setzt sie zusammen, Koordination bringt sie in Takt. Fehlt der dritte Teil, staut sich die Arbeit vor dem langsamsten Schritt.