Dieselben Leute, mehr Ergebnis

The same people, more output

Wirtschaft und Recht Klasse 8 16 Aufgaben
WirtschaftUnternehmenArbeitsteilungSpezialisierungWirtschaftlichkeitsprinzipKerncurriculum

Drei Freunde am Waffelstand schaffen 30 Waffeln in der Stunde, wenn jeder alles allein macht; teilen sie die Arbeit — einer portioniert, einer backt, einer verpackt —, sind es 40. Die Schülerin rechnet diesen Zuwachs an konkreten Fällen selbst aus, statt ihn zu glauben: Spezialisierung spart den Werkzeugwechsel, Kooperation setzt die Teile zusammen, Koordination bringt sie in Takt. Verdrängt wird die Nullsummen- oder Lump-of-Labour-Intuition, nach der die Menge an Arbeit und Ergebnis feststeht und Umorganisieren sie nur umverteilen kann. Die Kluft zwischen Alltagsdeutung und Fachurteil bei ökonomischen Grundfragen ist bei Blendon u. a. (1997) dokumentiert; für den Tausch misst sie der TEL-4 direkt: nur 41–50 % der Jugendlichen halten einen freiwilligen Tausch für beidseitig vorteilhaft (Walstad, Rebeck & Butters 2013). Die Kosten stehen als eigene Aufgaben daneben: Monotonie, Abhängigkeit vom Ausfall eines Einzelnen, Stau vor dem langsamsten Schritt. Vorbereitet wird damit wirtschaft-und-recht.grade8.aufbau-und-ablauforganisation.

Leicht
Multiple Choice #1 25s ▶ Testen

Drei Freunde verkaufen am Schulfest Waffeln. Jeder macht alles allein: Teig portionieren, backen, verpacken, kassieren. So braucht jeder 6 Minuten für eine Waffel. Wie viele Waffeln schaffen sie in einer Stunde?

  • ● 30 Waffeln
  • ○ 10 Waffeln
  • ○ 18 Waffeln
In 60 Minuten schafft jeder 60 ÷ 6 = 10 Waffeln, und es sind drei: 30 Waffeln. Das ist der Ausgangswert, gegen den jede Umstellung gemessen wird.
Multiple Choice #2 25s ▶ Testen

In einer Pizzeria arbeiten vier Leute. Macht jeder eine Pizza komplett — Teig ausrollen, belegen, backen, schneiden und einpacken —, braucht er 12 Minuten. Wie viele Pizzen schaffen sie in einer Stunde?

  • ● 20 Pizzen
  • ○ 5 Pizzen
  • ○ 48 Pizzen
Jeder schafft 60 ÷ 12 = 5 Pizzen, vier Leute also 20. Wieder der Ausgangswert vor jeder Umstellung.
Mittel
Multiple Choice #1 30s ▶ Testen

Dieselben drei teilen die Arbeit: Einer portioniert nur Teig, einer backt nur, einer verpackt und kassiert nur. Niemand wechselt mehr Werkzeug, jeder wird in seinem Schritt schnell. Alle 1,5 Minuten ist eine Waffel fertig. Wie viele Waffeln schaffen sie in einer Stunde?

  • ● 40 Waffeln
  • ○ 30 Waffeln
  • ○ 120 Waffeln
60 ÷ 1,5 = 40. Dieselben drei Personen, dieselbe Stunde, zehn Waffeln mehr — das Umstellen selbst hat sie gebracht: kein Werkzeugwechsel mehr und Übung im einzelnen Handgriff. 120 wären es nur, wenn jeder alle 1,5 Minuten eine ganze Waffel fertig hätte; die drei Schritte gehören aber zu einer einzigen Waffel.
Multiple Choice #2 30s ▶ Testen

In einer Fahrradwerkstatt montieren zwei Mechanikerinnen Räder. Allein braucht jede 30 Minuten für ein ganzes Rad. Teilen sie sich die Arbeit — eine macht Rahmen und Schaltung, die andere Laufräder und Bremsen —, ist alle 12 Minuten ein Rad fertig. Wie viele Räder schaffen sie so in einer Stunde?

  • ● 5 Räder
  • ○ 4 Räder
  • ○ 10 Räder
60 ÷ 12 = 5. Ohne Arbeitsteilung wären es 2 + 2 = 4 gewesen. Ein Rad mehr pro Stunde, ohne dass jemand länger arbeitet oder mehr Werkzeug gekauft wird.
Multiple Choice #3 25s ▶ Testen

Dieselben vier teilen die Arbeit: einer rollt aus, einer belegt, einer bedient den Ofen, einer schneidet und packt ein. Alle 2 Minuten ist eine Pizza fertig. Wie viele Pizzen schaffen sie in einer Stunde?

  • ● 30 Pizzen
  • ○ 20 Pizzen
  • ○ 120 Pizzen
60 ÷ 2 = 30, also zehn Pizzen mehr als vorher — mit denselben vier Leuten in derselben Zeit. Genau das meint das Wirtschaftlichkeitsprinzip: aus dem gegebenen Einsatz das größere Ergebnis holen.
Zahleneingabe #4 25s ▶ Testen

Ein Schülerteam faltet Programmhefte für das Schulkonzert. Ohne Arbeitsteilung schaffen sechs Schüler zusammen 180 Hefte in der Stunde. Als jeder nur noch einen Handgriff macht — falten, heften, stapeln —, sind es 300 Hefte in der Stunde. Um wie viele Hefte pro Stunde ist die Leistung gestiegen?

✓ Antwort: 120
300 − 180 = 120 Hefte mehr, mit denselben sechs Schülern in derselben Stunde. Der Zuwachs ist ausgerechnet, nicht behauptet — und er entsteht allein daraus, wie die Arbeit aufgeteilt ist.
Multiple Choice #5 25s ▶ Testen

Am Samstag ist der Freund krank, der am Waffelstand immer nur backt. Die beiden anderen haben das Backen noch nie gemacht. Was passiert an diesem Tag am Stand?

  • ● Der Stand steht, bis einer der beiden das Backen neu lernt
  • ○ Die beiden anderen backen einfach doppelt so schnell wie sonst
  • ○ Am Stand ändert sich nichts, es sind ja zwei von drei da
Wer nur einen Schritt kann, ist unersetzlich und gleichzeitig ersetzbar durch niemanden. Das ist der Preis der Spezialisierung: Abhängigkeit. Ein Betrieb beantwortet sie mit Einarbeitung mehrerer Leute auf denselben Schritt.
Multiple Choice #6 25s ▶ Testen

Der Freund, der drei Stunden lang nur Waffeln verpackt und kassiert hat, sagt hinterher, das mache er nie wieder. Was ist an diesem Nachmittag passiert?

  • ● Er hat drei Stunden denselben Handgriff gemacht und sich gelangweilt
  • ○ Er hat weniger Waffeln geschafft als in der Woche zuvor allein
  • ○ Er hat dabei den ganzen Ablauf des Stands von A bis Z kennengelernt
Geschafft hat der Stand mehr — angenehmer wurde die Arbeit dadurch nicht. Monotonie ist die zweite Kostenseite der Arbeitsteilung, und wer nur einen Handgriff macht, sieht vom Ganzen weniger statt mehr.
Multiple Choice #7 25s ▶ Testen

Eine Fahrradwerkstatt schweißt ihre Rahmen nicht mehr selbst, sondern kauft sie bei einem Zulieferer. Im Mai liefert der Zulieferer drei Wochen lang nichts. Was passiert in diesen drei Wochen in der Werkstatt?

  • ● Es werden keine Räder fertig, obwohl alle Mitarbeiter da sind
  • ○ Die Werkstatt schweißt die Rahmen in dieser Zeit einfach selbst
  • ○ Die Werkstatt verkauft genauso viele Räder wie in jedem anderen Monat
Arbeitsteilung zwischen Betrieben bringt denselben Gewinn und dieselbe Abhängigkeit wie im Betrieb: Wer einen Schritt abgibt, kann ihn nach ein paar Jahren nicht mehr selbst. Betriebe kaufen deshalb oft bei zwei Zulieferern.
Wahr / Falsch #8 20s ▶ Testen

Drei Schüler falten Programmhefte. Als jeder nur noch einen Handgriff macht — falten, heften, stapeln —, steigt ihre Zahl von 90 auf 150 Hefte pro Stunde. Die drei haben damit zusammen mehr geschafft, ohne länger zu arbeiten.

✓ Wahr
Ja. Dieselben drei, dieselbe Stunde, 60 Hefte mehr. Die Menge an Arbeit, die drei Leute leisten können, steht nicht fest — sie hängt davon ab, wie die Arbeit aufgeteilt ist.
Wahr / Falsch #9 20s ▶ Testen

Die Mechanikerin, die in der Werkstatt seit zwei Jahren nur Laufräder einspeicht, kann jederzeit auch die Schaltung einstellen.

✓ Falsch
Nein. Sie ist im Einspeichen sehr schnell geworden und in allem anderen aus der Übung. Spezialisierung macht in einem Schritt schneller und in den übrigen unsicherer — deshalb braucht ein Betrieb für jeden Schritt mehr als eine Person.
Wahr / Falsch #10 25s ▶ Testen

Eine Bäckerei backt Brot und kauft ihre Papiertüten bei einer Papierfabrik, die umgekehrt ihr Brot bei der Bäckerei kauft. Zusammen stellen die beiden Betriebe so mehr her, als wenn jeder beides selbst machen würde.

✓ Wahr
Ja — beide Seiten gewinnen, nicht nur eine. Auf dem TEL-4-Test wählen nur 41–50 % der Jugendlichen bei einem freiwilligen Tausch „beide gewinnen“; die häufigste falsche Antwort ist, dass nur der Käufer etwas davon hat (Walstad, Rebeck & Butters 2013).
Lückentext #11 20s ▶ Testen

Am Waffelstand macht jeder nur noch einen Handgriff und wird darin schnell. Dass dabei die drei Schritte zeitlich zusammenpassen müssen und niemand wartet, ist Aufgabe der ___.

✓ Antwort: Koordination
Spezialisierung macht die einzelnen Schritte schnell, Kooperation setzt sie zusammen, Koordination bringt sie in Takt. Fehlt der dritte Teil, staut sich die Arbeit vor dem langsamsten Schritt.
Schwer
Multiple Choice #1 35s ▶ Testen

Lena und Tim machen die Schülerzeitung. Lena schreibt einen Artikel in 20 Minuten und braucht 30 Minuten für ein Layout. Bei Tim ist es umgekehrt: 30 Minuten für einen Artikel, 20 Minuten für ein Layout. Jede Seite braucht genau einen Artikel und ein Layout. Wenn jeder nur das macht, was er schneller kann — wie viele Seiten schaffen sie in einer Stunde?

  • ● 3 Seiten
  • ○ 2 Seiten
  • ○ 6 Seiten
Lena schreibt in der Stunde 3 Artikel, Tim macht 3 Layouts — zusammen 3 fertige Seiten. Macht jeder ganze Seiten, braucht er 50 Minuten pro Seite, also nur 2 Seiten in der Stunde zu zweit. 6 wäre doppelt gezählt: eine Seite braucht beides.
Multiple Choice #2 30s ▶ Testen

Am Waffelstand ist der Teigmacher alle 30 Sekunden mit einer Portion fertig, das Backeisen braucht aber 1,5 Minuten pro Waffel. Was passiert in dieser Stunde am Stand?

  • ● Vor dem Backeisen stapeln sich Teigportionen; fertig werden 40 Waffeln
  • ○ Es werden 120 Waffeln fertig, weil der Teigmacher so schnell ist
  • ○ Es wird gar nichts fertig, weil die Schritte nicht zusammenpassen
Die Kette ist so schnell wie ihr langsamster Schritt. Der Teig davor läuft ins Leere. Genau dafür ist Koordination da: die Schritte so aufeinander abzustimmen, dass niemand wartet und nichts liegen bleibt.
Multiple Choice #3 30s ▶ Testen

In einer Nudelfabrik übernimmt eine neue Maschine das Verpacken, das vorher acht Leute von Hand gemacht haben. Die Fabrik verkauft danach doppelt so viele Packungen und stellt vier Leute für Wartung und Auslieferung ein. Was passiert mit der Zahl der Arbeitsplätze in dieser Fabrik?

  • ● Sie sinkt um vier
  • ○ Sie sinkt um acht
  • ○ Sie bleibt genau gleich
Acht Stellen fallen weg, vier kommen dazu: unterm Strich vier weniger. Wer nur die acht zählt, sieht die Hälfte — die verlorenen Stellen stehen sichtbar an der alten Verpackung, die neuen entstehen woanders im Betrieb.