Ein Stück, tausend Stücke
Eine Schreinerei baut für ein Ehepaar einen Esstisch nach Maß, in genau dieser Größe und aus genau diesem Holz, und zwar ein einziges Mal. Welcher Fertigungstyp passt hier?
Erklärung: Ein Stück, ein eigener Plan, keine Wiederholung: Einzelfertigung. Sie ist je Stück teuer, weil sich Planung und Einrichtung auf nichts verteilen.
Ein Werk füllt jedes Jahr 2.000.000 Flaschen Mineralwasser ab; alle Flaschen sind identisch. Welcher Fertigungstyp passt hier?
Erklärung: Immer dasselbe Erzeugnis in großer Zahl: Massenfertigung. Weil sich die teure Anlage auf sehr viele Flaschen verteilt, ist jede einzelne billig.
Ein Autohersteller baut ein Modell in 4 Karosserieformen, 12 Farben und 3 Ausstattungen; jedes Auto wird nach Kundenwunsch aus diesen Bausteinen zusammengestellt. Welcher Fertigungstyp passt hier?
Erklärung: Die Teile sind Massenware, das fertige Auto ist es nicht: Aus wenigen Bausteinen entstehen sehr viele verschiedene Enderzeugnisse. Das ist Variantenfertigung — der Mittelweg zwischen dem einmaligen Stück und der immer gleichen Flasche.
Eine Werft baut für eine Reederei ein einzelnes Kreuzfahrtschiff nach deren Plänen; ein zweites dieser Art ist nicht vorgesehen. Welcher Fertigungstyp passt hier?
Erklärung: Auch ein riesiger, jahrelanger Auftrag ist Einzelfertigung, wenn er genau einmal ausgeführt wird. Nicht die Größe entscheidet, sondern die Wiederholung.
Eine Großbäckerei backt jeden Morgen 3.000 völlig gleiche Semmeln für ihre Filialen. Welcher Fertigungstyp passt hier?
Erklärung: Gleiches Erzeugnis, große Zahl, jeden Tag wieder: Massenfertigung. Dass es sich um Lebensmittel und nicht um Maschinenteile handelt, ändert am Typ nichts.
Dieselbe Bäckerei nimmt Bestellungen für Motivtorten an: Der Kunde wählt aus 5 Böden, 6 Füllungen und 4 Dekoren; jede Torte wird daraus zusammengesetzt. Welcher Fertigungstyp passt hier?
Erklärung: 120 mögliche Torten aus 15 vorbereiteten Bausteinen — jede Bestellung ist anders, und trotzdem erfindet die Bäckerei nichts neu. Einzelfertigung wäre es erst, wenn ein Kunde ein Dekor bestellt, das es noch nie gab.
Ein Möbelhaus verkauft ein Regal in 3 Breiten und 4 Farben. Die Böden und Seiten werden in großer Stückzahl vorgefertigt und erst nach der Bestellung zum passenden Regal zusammengestellt. Welcher Fertigungstyp passt hier?
Erklärung: Die Bauteile laufen in Massenfertigung, das Enderzeugnis gibt es in 12 Ausführungen — gefragt ist immer der Typ des Erzeugnisses, das der Kunde bekommt.
Die Schreinerei baut jeden Monat etwa 20 verschiedene Möbelstücke nach Maß; kein Stück gleicht dem anderen, und jedes braucht andere Arbeitsschritte. Wie sollte sie ihre Halle einrichten?
Erklärung: Bei ständig wechselnden Arbeitsfolgen muss jedes Stück seinen eigenen Weg durch die Halle nehmen können — das ist die Werkstattfertigung. Eine feste Reihe wäre bei 20 verschiedenen Wegen die meiste Zeit falsch aufgestellt.
Das Mineralwasserwerk füllt Tag für Tag dieselbe Flasche in großer Zahl ab: spülen, füllen, verschließen, etikettieren, palettieren — immer in dieser Reihenfolge. Wie sollte es seine Halle einrichten?
Erklärung: Wenn alle Stücke denselben Weg nehmen, lohnt es sich, den Weg fest einzubauen: die Fließfertigung. Transport und Wartezeit zwischen den Schritten fallen fast ganz weg.
Eine kleine Kunststofffabrik stellt je nach Auftrag mal Eimer, mal Gießkannen, mal Blumentöpfe her — jede Serie mit anderen Formen und anderer Schrittfolge. Wie sollte sie ihre Halle einrichten?
Erklärung: Wechselnde Erzeugnisse brauchen eine Halle, die sich nicht auf einen Weg festlegt. Der Preis dafür sind längere Wege und Zwischenlager — Werkstattfertigung ist beweglich, aber nicht schnell.
Ein Werk montiert täglich 900 gleiche Kaffeemaschinen aus immer denselben 40 Teilen, in immer derselben Schrittfolge. Wie sollte es seine Halle einrichten?
Erklärung: Gleiches Erzeugnis, gleiche Schrittfolge, große Zahl: Fließfertigung. Genau dieselbe Halle wäre für die Kunststofffabrik mit ihren wechselnden Serien die falsche Wahl — das Verfahren folgt der Stückzahl, nicht der Mode.
Die Abfüllstraße des Mineralwasserwerks kostet 200.000 € im Jahr, gleichgültig wie viel abgefüllt wird. Im Jahr laufen 100.000 Kisten durch. Wie viel Euro von diesen 200.000 € entfallen auf eine Kiste?
Erklärung: 200.000 € ÷ 100.000 Kisten = 2 € je Kiste. Die Anlage ist teuer, die einzelne Kiste trotzdem nicht — weil sich die Kosten auf sehr viele Stücke verteilen.
Eine kleine Quelle kauft dieselbe Abfüllstraße; auch bei ihr kostet sie 200.000 € im Jahr. Durch ihre Straße laufen aber nur 10.000 Kisten im Jahr. Wie viel Euro entfallen bei ihr auf eine Kiste?
Erklärung: 200.000 € ÷ 10.000 Kisten = 20 € je Kiste, zehnmal so viel wie beim großen Werk — bei genau derselben Anlage. Fließfertigung rechnet sich nur bei großer Stückzahl; darum ist die modernste Anlage für einen kleinen Betrieb oft die falsche Wahl.
In der Schreinerei müssen die Maschinen vor jedem neuen Möbelstück 30 Minuten umgerüstet werden. An einem Tag werden 8 verschiedene Stücke gebaut. Wie viele Minuten Rüstzeit fallen an diesem Tag an?
Erklärung: 8 × 30 = 240 Minuten, also vier Stunden, in denen nichts entsteht. Jede zusätzliche Variante kostet Rüstzeit — das ist der Grund, warum Betriebe die Zahl ihrer Varianten begrenzen.
Im Mineralwasserwerk fällt die Verschließmaschine mitten in der Reihe aus. Die Flaschen laufen an dieser Stelle vorbei und werden am Ende trotzdem fertig.
Erklärung: Nein. In der Fließfertigung hängt alles an einer Kette: Steht eine Station, steht die ganze Straße. Die Werkstattfertigung ist an dieser Stelle unempfindlicher — dort kann ein Stück eine defekte Maschine umgehen.
In der Schreinerei stehen alle Sägen zusammen in einem Bereich und alle Lackierplätze in einem anderen; jedes Möbelstück wandert dorthin, wo es gerade bearbeitet wird. Dieses Fertigungsverfahren heißt ___.
Erklärung: Werkstattfertigung ordnet nach Maschinenart, Fließfertigung nach Arbeitsschritt. Die erste ist beweglich und langsam, die zweite schnell und starr.