Vier Werkzeuge, ein Kunde
Das Radlwerk nimmt ab März zusätzlich Kinderräder in Größe 16 Zoll ins Sortiment auf. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: Verändert wird, was der Laden überhaupt anbietet — das Sortiment. Das ist Produktpolitik. Ob und wie die neuen Räder beworben werden, ist eine zweite, getrennte Entscheidung.
Wer einen Schülerausweis vorzeigt, bekommt im Radlwerk 10 % Nachlass auf Helme und Schlösser. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: Der Helm bleibt derselbe, nur der zu zahlende Betrag ändert sich für eine bestimmte Gruppe. Rabatte und Zahlungsbedingungen gehören zur Preispolitik — auch dann, wenn das Angebot groß im Schaufenster steht.
Das Radlwerk hängt an drei Schulen Plakate mit dem Foto des neuen Kinderhelms auf. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: Am Helm und an seinem Preis ändert sich nichts — es ändert sich nur, wer von ihm erfährt. Alles, was Informationen über den Betrieb und seine Waren transportiert, ist Kommunikationspolitik.
Wer im Radlwerk ein Rad kauft, kann es sich ab sofort für 15 € nach Hause liefern lassen, statt es selbst abzuholen. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: Die Frage ist, auf welchem Weg die Ware zur Kundin kommt — das ist Distributionspolitik. Dass die Lieferung 15 € kostet, ist nur der Preis für diesen Weg und macht die Maßnahme nicht zur Preispolitik.
Auf alle Rahmen gibt das Radlwerk ab Januar fünf statt drei Jahre Garantie. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: Die Garantie ist Teil dessen, was die Kundin für ihr Geld bekommt — die Leistung selbst wird größer. Solche Serviceleistungen gehören zur Produktpolitik, auch wenn sie sich gut bewerben lassen. Diese Garantie gibt der Laden freiwillig; die gesetzlichen Rechte bei einem Mangel hat die Kundin ohnehin.
Ab Mai bietet das Radlwerk seine Räder zusätzlich auf einem großen Onlinemarktplatz an. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: Ein Onlinemarktplatz ist keine Anzeige, sondern ein zusätzlicher Verkaufsweg: Die Ware erreicht die Kundin dort auf einem zweiten Kanal. Das ist Distributionspolitik.
Zu jedem neuen Rad gehört im Radlwerk eine kostenlose Erstinspektion nach drei Monaten. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: „Kostenlos“ klingt nach Preis, aber der Preis des Rades bleibt unverändert — die Kundin bekommt zusätzlich eine Leistung. Zusatzleistungen rund um die Ware sind Produktpolitik.
Wer im Radlwerk ein Rad über 600 € kauft, kann in drei Raten ohne Aufschlag zahlen. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: Der Gesamtbetrag ist derselbe, verändert wird, wann und wie er zu zahlen ist. Solche Zahlungsbedingungen heißen Konditionen und gehören zur Preispolitik.
Das Radlwerk bezahlt die Trikots der Schulradmannschaft; auf dem Rücken steht der Name des Ladens. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: Verkauft wird über die Trikots nichts; sie sorgen dafür, dass der Name des Ladens bekannt wird und gut dasteht. Sponsoring ist Teil der Kommunikationspolitik.
Das Radlwerk eröffnet im September einen zweiten Laden direkt am Ostbahnhof. Zu welchem Instrument des Marketing-Mix gehört diese Maßnahme?
Erklärung: Die Räder sind dieselben; neu ist der Ort, an dem Kundinnen sie bekommen. Wo und über welche Wege verkauft wird, ist Distributionspolitik.
Das Radlwerk befragt 120 Schülerinnen und Schüler. 68 von ihnen wollen ein gebrauchtes Rad für unter 150 €, 9 ein neues Rad über 600 €. Welche Maßnahme folgt aus diesem Ergebnis?
Erklärung: Eine Marktanalyse ist erst dann etwas wert, wenn sie eine Entscheidung ändert. 68 von 120 sind mehr als die Hälfte der Befragten — dieser Wunsch ist groß genug, um dafür ein Angebot aufzubauen.
Bei derselben Befragung geben 90 der 120 Befragten an, sie kämen mit dem Bus aus den Nachbarorten und könnten ein gekauftes Rad gar nicht mitnehmen. Welche Maßnahme folgt aus diesem Ergebnis?
Erklärung: Das Ergebnis nennt kein Informations- und kein Preisproblem, sondern ein Transportproblem: Die Kundinnen wollen kaufen und können die Ware nicht nach Hause bringen. Passend ist deshalb eine Maßnahme aus der Distributionspolitik.
In der Stadt gibt es sieben Radläden, und jeder hat mehr Räder im Lager, als er in einer Saison verkauft. Das Radlwerk verkauft im Frühjahr 40 Räder weniger als geplant. Welche Maßnahme folgt daraus?
Erklärung: Bei sieben Läden und vollen Lagern können die Kunden auswählen — ein Käufermarkt. Wer hier zuerst auf den eigenen Geschmack oder auf höhere Preise setzt, verliert die Kunden an die anderen sechs Läden. Marktorientierung heißt: erst fragen, dann entscheiden.
Lena kauft im Radlwerk ein gebrauchtes Rad für 140 €. Weil das Radlwerk an diesem Verkauf verdient, hat Lena bei dem Geschäft verloren.
Erklärung: Nein. Lena hätte nicht gekauft, wenn ihr das Rad weniger wert wäre als 140 €, und das Radlwerk hätte nicht verkauft, wenn es ihm mehr wert wäre. Beide geben her, was sie weniger schätzen, und bekommen, was sie höher schätzen — deshalb gewinnen bei einem freiwilligen Tausch beide Seiten.
Es gibt in der Stadt mehr Räder zu kaufen, als Menschen kaufen wollen. Die Kunden können also auswählen. Ein solcher Markt heißt ___markt.
Erklärung: Auf einem Käufermarkt entscheidet nicht mehr, was ein Betrieb herstellen kann, sondern was jemand kaufen will. Genau darum beginnt Marketing mit einer Marktanalyse und nicht mit dem Produkt.
Im Einzugsgebiet des Radlwerks gehen 1.200 Schülerinnen und Schüler zur Schule. In der Umfrage des Radlwerks sagen 15 % von ihnen, sie wollten im nächsten Jahr ein Rad kaufen. Mit wie vielen möglichen Käuferinnen und Käufern kann das Radlwerk rechnen?
Erklärung: 15 % von 1.200 sind 180. Diese Zahl ist der Kern jeder Marktanalyse: Erst wenn man weiß, wie groß die Gruppe überhaupt ist, kann man entscheiden, ob sich ein eigenes Angebot für sie lohnt.