Was es wirklich kostet
Eine Anzeige wirbt: „Dein Klingelton für nur 0,99 €“. Im Kleingedruckten steht: Mit dem Kauf beginnt ein Abo für 4,99 € pro Woche, kündbar frühestens nach vier Wochen. Mia klickt und kündigt zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Wie viel zahlt sie am Ende wirklich?
Erklärung: 0,99 € + 4 · 4,99 € = 0,99 € + 19,96 € = 20,95 €. Der groß gedruckte Preis ist der Eintritt, nicht der Preis. Bei solchen Anzeigen steht die eigentliche Zahl immer im Kleingedruckten.
Sneaker kosten 89 €, wenn man sofort bezahlt. Im Onlineshop steht daneben: „Oder ganz bequem in 3 Raten zu je 32,90 €“. Lea wählt die Raten. Wie viel zahlt sie am Ende wirklich?
Erklärung: 3 · 32,90 € = 98,70 €, also 9,70 € mehr als bei sofortiger Zahlung. „Bequem“ heißt hier kleinere Beträge pro Termin und ein größerer Betrag insgesamt — beides gehört zusammen.
Ein Fitnessstudio wirbt mit „Probemonat für 1 €“. Im Vertrag steht: ab dem zweiten Monat 34,90 € monatlich, Mindestlaufzeit zwölf Monate. Tim unterschreibt. Wie viel zahlt er im ersten Jahr am Ende wirklich?
Erklärung: 1 € + 11 · 34,90 € = 1 € + 383,90 € = 384,90 €. Der Probemonat ist echt und kostet wirklich 1 € — er ist nur der erste von zwölf Monaten, die Tim mit der Unterschrift zusagt.
Nico will ein Trikot für 24 € bestellen; der Versand kostet 4,95 €. Der Shop wirbt: „Ab 50 € Bestellwert versandkostenfrei“. Nico legt ein Handtuch für 26 € dazu, das er nicht braucht. Wie viel zahlt er am Ende wirklich?
Erklärung: 24 € + 26 € = 50 €, der Versand entfällt. Nico spart 4,95 € Versand und zahlt dafür 21,05 € mehr als die 28,95 €, die das Trikot mit Versand gekostet hätte. Eine Ersparnis, für die man etwas Ungewolltes kauft, ist keine.
Ein Laden ändert das Preisschild für ein T-Shirt von 10,00 € auf 9,99 €. Lena kauft vier Stück. Wie viel weniger zahlt sie dadurch am Ende wirklich?
Erklärung: 4 · 0,01 € = 0,04 €. Der Preis fällt unter die Schwelle von zehn Euro und wirkt dadurch deutlich niedriger, obwohl er sich um einen Cent geändert hat. Genau dafür ist die Neun-vor-dem-Komma gemacht.
Ben hat im Mai eine Jahreskarte fürs Schwimmbad für 120 € gekauft und war bisher zweimal da. Heute hat er keine Lust, geht aber trotzdem, „damit sich die Karte lohnt“. Wie viel von den 120 € holt er sich durch diesen Besuch am Ende wirklich zurück?
Erklärung: Die 120 € sind bezahlt und kommen nicht zurück, egal wie oft Ben noch geht. Für die heutige Entscheidung zählt nur, ob ihm der Nachmittag im Schwimmbad mehr wert ist als das, was er sonst täte.
Ein Onlineshop zeigt: „Statt 149 € — jetzt nur 79 €“. Im Vergleichsportal kostet genau dasselbe Gerät bei fünf anderen Händlern zwischen 75 € und 82 €. Wie viel spart Ben gegenüber dem üblichen Preis am Ende wirklich?
Erklärung: 79 € liegen mitten im üblichen Bereich von 75 € bis 82 €. Die 149 € sind kein Preis, den jemand gezahlt hat, sondern eine Zahl, die den Blick auf die 79 € verschiebt. Vergleichen muss man mit dem, was andere Händler tatsächlich verlangen.
Ein Anbieter wirbt: „Dieses Handy für 0 €“ — zusammen mit einem Tarif für 29,99 € im Monat, 24 Monate Laufzeit. Derselbe Tarif ohne Handy kostet beim selben Anbieter 12,99 € im Monat. Wie viel zahlt Jonas für das Handy am Ende wirklich?
Erklärung: Der Aufpreis beträgt 29,99 € − 12,99 € = 17 € im Monat, über 24 Monate also 17 € · 24 = 408 €. Das Handy kostet nicht null, es steckt nur in der Monatsrate. Die 719,76 € sind der gesamte Tarif, nicht der Preis des Geräts.
Eine Anzeige wirbt: „Kopfhörer jetzt für 19,99 €“. Welche andere Anzeige benutzt denselben Trick?
Erklärung: Beide Anzeigen drücken den Preis knapp unter eine runde Zahl: 19,99 € statt 20 €, 49,95 € statt 50 €. Der Unterschied ist ein Cent beziehungsweise fünf Cent, die Wirkung ist eine ganze Zehnerstelle.
Eine Anzeige wirbt: „Unser Shampoo kostet dreimal so viel wie andere — Qualität hat eben ihren Preis.“ Welche andere Anzeige benutzt denselben Trick?
Erklärung: Beide Anzeigen benutzen den hohen Preis selbst als Beweis für Qualität. Der Preis ist aber kein Messwert: Was ein Kopfhörer taugt, steht im Testbericht, nicht auf dem Preisschild.
Eine Anzeige wirbt: „Nur noch 2 Stück auf Lager — 14 andere sehen sich das gerade an.“ Welche andere Anzeige benutzt denselben Trick?
Erklärung: Beide setzen eine Frist, die der Shop selbst gemacht hat, und drängen zur schnellen Entscheidung. Wer Zeit hat, kann prüfen — und genau die soll einem hier genommen werden.
Eine Anzeige wirbt: „Klingelton für 0,99 €“; im Kleingedruckten steht ein Wochenabo für 4,99 €. Welche andere Anzeige benutzt denselben Trick?
Erklärung: Beide nennen groß einen sehr kleinen Betrag und binden daran eine laufende Zahlung, die nur im Kleingedruckten steht. Der Dienst, der die 9,99 € groß auf die Startseite schreibt, macht das Gegenteil: Er nennt den Preis, den man wirklich zahlt.
Ein Musikdienst wirbt mit „Erster Monat 0,99 €“; im Vertrag stehen elf weitere Monate zu je 9,99 €. Lea schließt heute ab und gibt damit im ersten Jahr 0,99 € für dieses Abo aus.
Erklärung: Nein. Mit dem Abschluss gilt die Laufzeit von zwölf Monaten: 0,99 € + 11 · 9,99 € = 0,99 € + 109,89 € = 110,88 €.
Sofia hat einen Tanzkurs mit zehn Terminen für 60 € im Voraus bezahlt. Heute hat sie keine Lust und geht trotzdem hin, damit sich die 60 € lohnen. Durch diesen Termin holt sie einen Teil der 60 € zurück.
Erklärung: Nein. Die 60 € sind weg, ob sie hingeht oder nicht. Sie gibt zusätzlich einen Abend aus, den sie lieber anders verbracht hätte — der Termin macht die Sache also teurer, nicht billiger.
Der große Preis in der Anzeige ist die Werbung; was am Ende wirklich vom Konto geht, steht oft erst im ___.
Erklärung: Der große Preis ist die Werbung, der kleine Text ist der Vertrag. Beim Vergleich zählt immer die Summe, die am Ende vom Konto geht.
Ein Tablet kostet 155 €, wenn man sofort bezahlt, oder sechs Raten zu je 28 €. Wie viel Euro mehr zahlt man bei den Raten?
Erklärung: 6 · 28 € = 168 €, also 168 € − 155 € = 13 € mehr. Ratenzahlung kostet fast immer einen Aufschlag; sichtbar wird er erst, wenn man die Raten zusammenzählt.