Was es wirklich kostet

What it really costs

Wirtschaft und Recht Klasse 8 16 Aufgaben
KonsumWerbungKaufpsychologieVerhaltensökonomieVerbraucherbildung

Der angeschriebene Preis und der tatsächlich gezahlte Betrag sind oft zwei verschiedene Zahlen. Die Schülerin rechnet an konkreten Anzeigen nach, was ein Angebot am Ende wirklich kostet: der Klingelton für 0,99 €, aus dem ein Wochenabo wird; das „kostenlose“ Handy, das im Tarif steckt; die drei bequemen Raten; der Probemonat für 1 € mit zwölf Monaten Mindestlaufzeit; die Bestellung, die auf 50 € aufgefüllt wird, um 4,95 € Versand zu sparen. Ein zweiter Itemtyp legt zwei Anzeigen nebeneinander und fragt, welche zweite Anzeige denselben Trick benutzt — so werden Schwelleneffekt (9,99 € statt 10 €), Preis-Qualitäts-Illusion, künstliche Verknappung und das Kleingedruckte an Beispielen unterschieden statt an Definitionen. Verdrängt werden die Fixierung auf die groß gedruckte Zahl (die PISA-Erhebung zur Finanzkompetenz zeigt sie als Standardfehler), der Sunk-Cost-Effekt („ich gehe hin, damit sich die Jahreskarte lohnt“) und der Ankerpreis „statt 149 €“. Vorbereitet wird damit wirtschaft-und-recht.grade8.privater-haushalt, wo dieselben Beträge im Haushaltsplan und in der Überschuldungsfrage wieder auftauchen.

Leicht
Lückentext #1 15s ▶ Testen

Der große Preis in der Anzeige ist die Werbung; was am Ende wirklich vom Konto geht, steht oft erst im ___.

✓ Antwort: Kleingedruckten
Der große Preis ist die Werbung, der kleine Text ist der Vertrag. Beim Vergleich zählt immer die Summe, die am Ende vom Konto geht.
Mittel
Multiple Choice #1 30s ▶ Testen

Eine Anzeige wirbt: „Dein Klingelton für nur 0,99 €“. Im Kleingedruckten steht: Mit dem Kauf beginnt ein Abo für 4,99 € pro Woche, kündbar frühestens nach vier Wochen. Mia klickt und kündigt zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Wie viel zahlt sie am Ende wirklich?

  • ● 20,95 €
  • ○ 0,99 €
  • ○ 5,98 €
0,99 € + 4 · 4,99 € = 0,99 € + 19,96 € = 20,95 €. Der groß gedruckte Preis ist der Eintritt, nicht der Preis. Bei solchen Anzeigen steht die eigentliche Zahl immer im Kleingedruckten.
Multiple Choice #2 30s ▶ Testen

Sneaker kosten 89 €, wenn man sofort bezahlt. Im Onlineshop steht daneben: „Oder ganz bequem in 3 Raten zu je 32,90 €“. Lea wählt die Raten. Wie viel zahlt sie am Ende wirklich?

  • ● 98,70 €
  • ○ 89 €
  • ○ 32,90 €
3 · 32,90 € = 98,70 €, also 9,70 € mehr als bei sofortiger Zahlung. „Bequem“ heißt hier kleinere Beträge pro Termin und ein größerer Betrag insgesamt — beides gehört zusammen.
Multiple Choice #3 30s ▶ Testen

Ein Fitnessstudio wirbt mit „Probemonat für 1 €“. Im Vertrag steht: ab dem zweiten Monat 34,90 € monatlich, Mindestlaufzeit zwölf Monate. Tim unterschreibt. Wie viel zahlt er im ersten Jahr am Ende wirklich?

  • ● 384,90 €
  • ○ 1 €
  • ○ 418,80 €
1 € + 11 · 34,90 € = 1 € + 383,90 € = 384,90 €. Der Probemonat ist echt und kostet wirklich 1 € — er ist nur der erste von zwölf Monaten, die Tim mit der Unterschrift zusagt.
Multiple Choice #4 25s ▶ Testen

Ein Laden ändert das Preisschild für ein T-Shirt von 10,00 € auf 9,99 €. Lena kauft vier Stück. Wie viel weniger zahlt sie dadurch am Ende wirklich?

  • ● 0,04 €
  • ○ 4,00 €
  • ○ 0,40 €
4 · 0,01 € = 0,04 €. Der Preis fällt unter die Schwelle von zehn Euro und wirkt dadurch deutlich niedriger, obwohl er sich um einen Cent geändert hat. Genau dafür ist die Neun-vor-dem-Komma gemacht.
Multiple Choice #5 30s ▶ Testen

Eine Anzeige wirbt: „Kopfhörer jetzt für 19,99 €“. Welche andere Anzeige benutzt denselben Trick?

  • ● Ein Rucksack wird beworben mit „49,95 € — unter 50 €!“
  • ○ Ein Rucksack ist angeblich nur noch heute zu diesem Preis zu haben.
  • ○ Ein Rucksack kostet doppelt so viel wie die anderen, weil er angeblich doppelt so gut ist.
Beide Anzeigen drücken den Preis knapp unter eine runde Zahl: 19,99 € statt 20 €, 49,95 € statt 50 €. Der Unterschied ist ein Cent beziehungsweise fünf Cent, die Wirkung ist eine ganze Zehnerstelle.
Multiple Choice #6 30s ▶ Testen

Eine Anzeige wirbt: „Unser Shampoo kostet dreimal so viel wie andere — Qualität hat eben ihren Preis.“ Welche andere Anzeige benutzt denselben Trick?

  • ● Ein Laden stellt die teuersten Kopfhörer nach vorne und schreibt dazu, dass sie deshalb am besten klingen.
  • ○ Ein Laden schreibt, die Kopfhörer hätten gestern noch 149 € gekostet und heute nur 79 €.
  • ○ Ein Laden schreibt, von diesen Kopfhörern seien nur noch zwei Stück da.
Beide Anzeigen benutzen den hohen Preis selbst als Beweis für Qualität. Der Preis ist aber kein Messwert: Was ein Kopfhörer taugt, steht im Testbericht, nicht auf dem Preisschild.
Multiple Choice #7 30s ▶ Testen

Eine Anzeige wirbt: „Nur noch 2 Stück auf Lager — 14 andere sehen sich das gerade an.“ Welche andere Anzeige benutzt denselben Trick?

  • ● Ein Zähler läuft rückwärts: „Dieses Angebot endet in 9 Minuten und 43 Sekunden.“
  • ○ Der Versand ist ab einem Bestellwert von 50 € kostenlos.
  • ○ Der Preis endet auf 9,99 € statt auf 10,00 €.
Beide setzen eine Frist, die der Shop selbst gemacht hat, und drängen zur schnellen Entscheidung. Wer Zeit hat, kann prüfen — und genau die soll einem hier genommen werden.
Wahr / Falsch #8 25s ▶ Testen

Ein Musikdienst wirbt mit „Erster Monat 0,99 €“; im Vertrag stehen elf weitere Monate zu je 9,99 €. Lea schließt heute ab und gibt damit im ersten Jahr 0,99 € für dieses Abo aus.

✓ Falsch
Nein. Mit dem Abschluss gilt die Laufzeit von zwölf Monaten: 0,99 € + 11 · 9,99 € = 0,99 € + 109,89 € = 110,88 €.
Zahleneingabe #9 30s ▶ Testen

Ein Tablet kostet 155 €, wenn man sofort bezahlt, oder sechs Raten zu je 28 €. Wie viel Euro mehr zahlt man bei den Raten?

✓ Antwort: 13
6 · 28 € = 168 €, also 168 € − 155 € = 13 € mehr. Ratenzahlung kostet fast immer einen Aufschlag; sichtbar wird er erst, wenn man die Raten zusammenzählt.
Schwer
Multiple Choice #1 35s ▶ Testen

Nico will ein Trikot für 24 € bestellen; der Versand kostet 4,95 €. Der Shop wirbt: „Ab 50 € Bestellwert versandkostenfrei“. Nico legt ein Handtuch für 26 € dazu, das er nicht braucht. Wie viel zahlt er am Ende wirklich?

  • ● 50 €
  • ○ 28,95 €
  • ○ 24 €
24 € + 26 € = 50 €, der Versand entfällt. Nico spart 4,95 € Versand und zahlt dafür 21,05 € mehr als die 28,95 €, die das Trikot mit Versand gekostet hätte. Eine Ersparnis, für die man etwas Ungewolltes kauft, ist keine.
Multiple Choice #2 30s ▶ Testen

Ben hat im Mai eine Jahreskarte fürs Schwimmbad für 120 € gekauft und war bisher zweimal da. Heute hat er keine Lust, geht aber trotzdem, „damit sich die Karte lohnt“. Wie viel von den 120 € holt er sich durch diesen Besuch am Ende wirklich zurück?

  • ● 0 €
  • ○ 120 €
  • ○ 40 €
Die 120 € sind bezahlt und kommen nicht zurück, egal wie oft Ben noch geht. Für die heutige Entscheidung zählt nur, ob ihm der Nachmittag im Schwimmbad mehr wert ist als das, was er sonst täte.
Multiple Choice #3 35s ▶ Testen

Ein Onlineshop zeigt: „Statt 149 € — jetzt nur 79 €“. Im Vergleichsportal kostet genau dasselbe Gerät bei fünf anderen Händlern zwischen 75 € und 82 €. Wie viel spart Ben gegenüber dem üblichen Preis am Ende wirklich?

  • ● ungefähr 0 €
  • ○ 70 €
  • ○ 149 €
79 € liegen mitten im üblichen Bereich von 75 € bis 82 €. Die 149 € sind kein Preis, den jemand gezahlt hat, sondern eine Zahl, die den Blick auf die 79 € verschiebt. Vergleichen muss man mit dem, was andere Händler tatsächlich verlangen.
Multiple Choice #4 35s ▶ Testen

Ein Anbieter wirbt: „Dieses Handy für 0 €“ — zusammen mit einem Tarif für 29,99 € im Monat, 24 Monate Laufzeit. Derselbe Tarif ohne Handy kostet beim selben Anbieter 12,99 € im Monat. Wie viel zahlt Jonas für das Handy am Ende wirklich?

  • ● 408 €
  • ○ 0 €
  • ○ 719,76 €
Der Aufpreis beträgt 29,99 € − 12,99 € = 17 € im Monat, über 24 Monate also 17 € · 24 = 408 €. Das Handy kostet nicht null, es steckt nur in der Monatsrate. Die 719,76 € sind der gesamte Tarif, nicht der Preis des Geräts.
Multiple Choice #5 35s ▶ Testen

Eine Anzeige wirbt: „Klingelton für 0,99 €“; im Kleingedruckten steht ein Wochenabo für 4,99 €. Welche andere Anzeige benutzt denselben Trick?

  • ● Ein Streamingdienst wirbt mit „30 Tage für 0 €“; im Kleingedruckten steht, dass danach 9,99 € im Monat abgebucht werden.
  • ○ Ein Streamingdienst wirbt damit, dass in dieser Woche besonders viele Leute ein Abo abschließen.
  • ○ Ein Streamingdienst nennt seinen Monatspreis von 9,99 € groß auf der Startseite.
Beide nennen groß einen sehr kleinen Betrag und binden daran eine laufende Zahlung, die nur im Kleingedruckten steht. Der Dienst, der die 9,99 € groß auf die Startseite schreibt, macht das Gegenteil: Er nennt den Preis, den man wirklich zahlt.
Wahr / Falsch #6 20s ▶ Testen

Sofia hat einen Tanzkurs mit zehn Terminen für 60 € im Voraus bezahlt. Heute hat sie keine Lust und geht trotzdem hin, damit sich die 60 € lohnen. Durch diesen Termin holt sie einen Teil der 60 € zurück.

✓ Falsch
Nein. Die 60 € sind weg, ob sie hingeht oder nicht. Sie gibt zusätzlich einen Abend aus, den sie lieber anders verbracht hätte — der Termin macht die Sache also teurer, nicht billiger.