Aufwand ist nicht Auszahlung
Die Bäckerei kauft einen Backofen für 6.000 € und bezahlt sofort. Wie hoch ist der Aufwand dieses Monats?
Erklärung: Aus Geld wurde ein Ofen — verbraucht ist noch nichts. Die 6.000 € sind eine Auszahlung, kein Aufwand. Verbraucht wird der Ofen erst über die Jahre, und dieser Verbrauch heißt Abschreibung.
Die Bäckerei kauft Mehl für 400 € auf Rechnung. Verbacken wird in diesem Monat nichts davon, wohl aber Zucker im Wert von 120 € aus dem alten Lagerbestand. Wie hoch ist der Aufwand dieses Monats?
Erklärung: Verbraucht wurde allein der Zucker: 120 €. Das neue Mehl liegt im Lager — es ist Vermögen, kein Verbrauch, und bezahlt ist es auch noch nicht.
Die Bäckerei verbäckt Mehl im Wert von 250 € aus ihrem Lager. Bezahlt wurde das Mehl schon im letzten Monat. Wie hoch ist der Aufwand dieses Monats?
Erklärung: Hier fließt kein Cent, und trotzdem ist Aufwand entstanden: 250 € an Wert sind verbraucht. Aufwand fragt nach dem Verbrauch, nicht nach der Zahlung.
Die Bäckerei zahlt im Dezember 3.000 € Miete für Januar, Februar und März. Wie hoch ist der Aufwand im Dezember?
Erklärung: Im Dezember ist das Geld weg, aber genutzt wurde noch kein einziger Miettag. Die Bäckerei hat eine Forderung auf drei Monate Nutzung. Der Aufwand fällt in Januar, Februar und März an — je 1.000 €.
Der Backofen kostete 6.000 € und wird zehn Jahre lang genutzt. In diesem Jahr fließt dafür kein Geld. Wie hoch ist der Aufwand dieses Jahres?
Erklärung: Ein Jahr Nutzung verbraucht ein Zehntel des Ofens: 6.000 € ÷ 10 = 600 €. Dass kein Geld fließt, ändert daran nichts — Abschreibung ist Aufwand ohne Auszahlung.
Die Bäckerei nimmt einen Kredit über 10.000 € auf; das Geld liegt auf dem Konto. Noch im selben Monat zahlt sie dafür 250 € Zinsen. Wie hoch ist der Aufwand dieses Monats?
Erklärung: Der Kredit selbst ist kein Aufwand: Die Bäckerei hat 10.000 € mehr auf dem Konto und 10.000 € mehr Schulden — verbraucht wurde nichts. Verbraucht ist allein der Preis für das geliehene Geld, die 250 € Zinsen.
Die Bäckerei überweist 1.040 € an die Bank: 1.000 € Tilgung und 40 € Zinsen. Wie hoch ist der Aufwand dieses Monats?
Erklärung: Die Tilgung macht nur Schulden kleiner — Geld gegen Schuld, kein Verbrauch. Verbraucht ist allein der Preis für das geliehene Geld: die 40 € Zinsen.
Harry nimmt 500 € aus der Kasse für einen privaten Urlaub. Im selben Monat zahlt die Bäckerei 300 € Strom. Wie hoch ist der Aufwand dieses Monats?
Erklärung: Verbraucht hat die Bäckerei nur den Strom. Die Entnahme ist kein Aufwand — Harry hat sich einen Teil seines Eigenkapitals ausgezahlt, und das mindert das Eigenkapital direkt, ohne durch die GuV zu gehen.
Die Aushilfe hat diesen Monat für 2.000 € gearbeitet; überwiesen wird ihr Lohn erst nächsten Monat. In diesem Monat überweist die Bäckerei dafür die 1.800 € Lohn des Vormonats. Wie hoch ist der Lohnaufwand dieses Monats?
Erklärung: Verbraucht wurde in diesem Monat die Arbeit für 2.000 €. Die 1.800 € sind eine Auszahlung für Arbeit des Vormonats — dort war ihr Aufwand. Wer 1.800 € wählt, hat den Kontoauszug gelesen statt den Verbrauch.
In einem Monat, in dem die Bäckerei keinen einzigen Cent auszahlt, kann trotzdem Aufwand entstehen.
Erklärung: Ja. Abschreibung, verbrauchtes Lagermehl und noch nicht ausgezahlte Löhne sind Aufwand ohne jede Zahlung in diesem Monat.
Die Bäckerei bezahlt im Januar einen Lieferwagen bar mit 18.000 €. Der Aufwand im Januar beträgt 18.000 €.
Erklärung: Nein. Im Januar wurde ein Fahrzeug gekauft, nicht verbraucht. Der Aufwand verteilt sich als Abschreibung über die Jahre der Nutzung.
Im März gilt: Wareneinkauf 800 € (bar bezahlt), davon verbraucht 500 €; Miete 400 € (bar bezahlt und der Monat März ist genutzt). Welche Rechnung ergibt den Aufwand des Monats März?
Erklärung: Es zählt, was verbraucht wurde: 500 € Ware und 400 € Miete. Die restlichen 300 € Ware liegen noch im Lager und sind Vermögen, kein Aufwand.
Am 20. März bestellt die Bäckerei Hefe, am 5. April wird sie geliefert und sofort verbraucht, am 30. April wird sie bezahlt. In welchem Monat entsteht der Aufwand?
Erklärung: Verbraucht wurde die Hefe am 5. April. Die Bestellung im März ist noch kein Geschäftsvorfall, und die Zahlung Ende April bewegt nur Geld.
Geld flieĂźt ab, aber es wird nichts verbraucht: Das ist eine Auszahlung, aber kein ___.
Erklärung: Auszahlung fragt „Ist Geld geflossen?“, Aufwand fragt „Ist Wert verbraucht worden?“. Die beiden Fragen haben oft verschiedene Antworten.
Eine Teigknetmaschine kostet 12.000 € und wird acht Jahre genutzt. Wie hoch ist der Abschreibungsaufwand pro Jahr in Euro?
Erklärung: 12.000 € ÷ 8 Jahre = 1.500 € pro Jahr. Jedes Jahr wird ein Achtel des Werts verbraucht — ganz ohne dass Geld fließt.