Jeder Geschäftsvorfall ist ein Tausch
Am 3. September kauft Harry Butter für 420 € und bezahlt sofort bar. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Butter herein, Bargeld hinaus. Die zweite Antwort ist die Sicht des Händlers, nicht die der Bäckerei — gebucht wird immer von der eigenen Seite aus. Ein Zahlungsversprechen gäbe Harry nur, wenn er auf Rechnung kaufte.
Am 5. September kauft Harry Zucker für 260 € auf Rechnung; bezahlt wird erst in vier Wochen. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Auch ohne einen einzigen Cent hat Harry etwas hergegeben: das Versprechen, in vier Wochen 260 € zu zahlen. Genau dieses Versprechen steht als Schuld auf der rechten Seite der Bilanz.
Am 8. September verkauft Harry Brot für 175 € über den Ladentisch; die Kunden zahlen bar. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Geld kommt herein, Ware geht hinaus. Wer nur die Einnahme sieht, übersieht die Gegenleistung — die Brote sind aus dem Regal verschwunden. Die dritte Antwort ist die Sicht der Kundschaft.
Am 12. September liefert Harry Semmeln für 340 € an die Schulkantine und schreibt eine Rechnung. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Die Kantine hat noch nichts bezahlt, also bekommt Harry zunächst nur einen Anspruch auf 340 €. Dieser Anspruch heißt Forderung und ist Vermögen der Bäckerei.
Am 16. September überweist die Schulkantine die 340 € aus der Rechnung vom 12. September. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Der Anspruch verschwindet, das Geld ist da — aus der Forderung wird Bankguthaben. Die Semmeln hat Harry schon am 12. September hergegeben; das war ein eigener Geschäftsvorfall.
Am 19. September überweist Harry der Mühle die 260 € für den Zucker vom 5. September. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Harry wird eine Schuld los — das ist die Gegenleistung für sein Geld. Den Zucker hat er schon am 5. September bekommen; die Zahlung holt nur das Versprechen ein.
Am 23. September nimmt Harry bei der Sparkasse ein Darlehen über 11.500 € auf; das Geld liegt auf dem Bankkonto. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Für das Geld gibt Harry sein Versprechen, es zurückzuzahlen. Die dritte Antwort ist die Sicht der Sparkasse: Sie gibt das Geld und bekommt das Versprechen.
Am 26. September kauft Harry eine Kaffeemaschine für 1.750 € und zahlt bar aus der Kasse. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Aus Geld wird eine Maschine, die im Laden stehen bleibt. Ärmer ist die Bäckerei dadurch nicht — sie hat nur eine andere Form von Vermögen als vorher.
Am 30. September überweist Harry 1.320 € Miete für den September, den er im Laden gebacken hat. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Auch eine Dienstleistung ist eine Gegenleistung: Harry hat den Laden einen Monat lang benutzt. Bezahlt wird per Überweisung, also sinkt das Bankguthaben, nicht die Kasse.
Am 2. Oktober bringt Harry 850 € aus der Kasse zur Bank und zahlt sie auf das Geschäftskonto ein. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Beide Seiten des Tauschs sind hier Geld — nur in verschiedener Form. Die zweite Antwort ist die Sicht der Bank, die das Bargeld bekommt und das Guthaben gutschreibt.
Am 5. Oktober putzt eine Aushilfe den ganzen Tag die Backstube; Harry überweist ihr am Abend 120 € Lohn. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Auch Arbeit ist eine Gegenleistung: Die Backstube ist sauber. Dass davon nichts im Regal steht, ändert nichts daran — die Bäckerei hat die Arbeit bekommen und dafür Geld gegeben. Die dritte Antwort ist die Sicht der Aushilfe.
Am 8. Oktober bestellt Harry telefonisch zwei Backbleche für 640 €; geliefert und berechnet wird im November. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?
Erklärung: Am 8. Oktober hat noch kein Tausch stattgefunden: kein Blech im Laden, keine Schuld auf dem Papier. Erst die Lieferung im November ist ein Geschäftsvorfall.
Am 12. Oktober kauft Harry Backpapier für 180 € auf Rechnung. Weil kein Geld fließt, hat die Bäckerei bei diesem Vorfall nichts hergegeben.
Erklärung: Nein. Sie hat ein Zahlungsversprechen über 180 € hergegeben; deshalb steht die Schuld beim Händler ab dem 12. Oktober in der Bilanz.
Am 15. Oktober verkauft Harry Kuchen für 240 € über den Ladentisch; die Kundin zahlt bar. Aus Sicht von Harrys Bäckerei gilt: Sie bekommt 240 € Bargeld und gibt Kuchen.
Erklärung: Ja, so herum stimmt es. Aus Sicht der Kundin ist es genau andersherum: Sie gibt das Bargeld und bekommt den Kuchen. Wer die Seiten vertauscht, bucht den ganzen Vorfall verkehrt herum.
Harry kauft am 19. Oktober Mandeln für 310 € auf Rechnung. Er bekommt die Mandeln und gibt dafür ein ___.
Erklärung: Jeder Tausch hat zwei Seiten. Wo kein Geld fließt, ist die Gegenleistung das Versprechen zu zahlen — und das ist ab sofort eine Schuld der Bäckerei.
Am 20. Oktober liefert Harry einem Café Torten für 410 € auf Rechnung, am 27. Oktober überweist das Café den Betrag. Wie viele Geschäftsvorfälle sind das zusammen?
Erklärung: Zwei. Am 20. Oktober werden Torten gegen eine Forderung getauscht, am 27. Oktober die Forderung gegen Bankguthaben. Die Zahlung ist ein eigener Tausch, kein Nachtrag zum ersten.