Jeder Geschäftsvorfall ist ein Tausch

Every transaction is an exchange

Wirtschaft und Recht Klasse 9 16 Aufgaben
RechnungswesenGeschäftsvorfallDoppelte BuchführungKerncurriculum

Jeder Geschäftsvorfall in Harrys Bäckerei ist ein Tausch: Der Betrieb gibt etwas und bekommt etwas dafür — Leistung und Gegenleistung, Güterstrom und Geldstrom. Die Schülerin benennt zu einem datierten Vorfall beide Seiten, und zwar immer aus der Sicht der Bäckerei: Beim Barkauf von Butter bekommt sie Butter und gibt Bargeld; beim Kauf auf Rechnung bekommt sie Butter und gibt ein Zahlungsversprechen. Damit fällt die Vorstellung, ohne Geldfluss sei nichts geschehen (Berding & Jahncke 2020: Liquiditätsabfluss- und Liquiditätszuflussvorstellung), und ebenso der Perspektivfehler, den Türling u. a. (2011) als häufigen Prozessfehler messen — das Buchen aus Sicht des Geschäftspartners. Die Zweiseitigkeit ist hier eine Tatsache über den Vorgang und noch keine Regel über ein Konto; deshalb ist die doppelte Buchführung danach keine Vorschrift, sondern die Folge daraus. Vorbereitet werden wirtschaft-und-recht.grade9.bestandskonten und wirtschaft-und-recht.grade9.buchungssatz-erfolgsneutral, dessen zwei Seiten genau diese zwei Seiten des Vorgangs sind.

Leicht
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

Am 3. September kauft Harry Butter für 420 € und bezahlt sofort bar. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt Butter, sie gibt 420 € Bargeld.
  • â—‹ Sie bekommt 420 € Bargeld, sie gibt Butter.
  • â—‹ Sie bekommt Butter, sie gibt ein Zahlungsversprechen ĂĽber 420 €.
Butter herein, Bargeld hinaus. Die zweite Antwort ist die Sicht des Händlers, nicht die der Bäckerei — gebucht wird immer von der eigenen Seite aus. Ein Zahlungsversprechen gäbe Harry nur, wenn er auf Rechnung kaufte.
Multiple Choice #2 20s â–¶ Testen

Am 8. September verkauft Harry Brot für 175 € über den Ladentisch; die Kunden zahlen bar. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt 175 € Bargeld, sie gibt Brot.
  • â—‹ Sie bekommt 175 € Bargeld und gibt nichts dafĂĽr her.
  • â—‹ Sie bekommt Brot, sie gibt 175 € Bargeld.
Geld kommt herein, Ware geht hinaus. Wer nur die Einnahme sieht, übersieht die Gegenleistung — die Brote sind aus dem Regal verschwunden. Die dritte Antwort ist die Sicht der Kundschaft.
Multiple Choice #3 20s â–¶ Testen

Am 26. September kauft Harry eine Kaffeemaschine für 1.750 € und zahlt bar aus der Kasse. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt eine Kaffeemaschine, sie gibt 1.750 € Bargeld.
  • â—‹ Sie gibt 1.750 € Bargeld und bekommt nichts, was ihr bleibt.
  • â—‹ Sie bekommt eine Kaffeemaschine, sie gibt ein Zahlungsversprechen ĂĽber 1.750 €.
Aus Geld wird eine Maschine, die im Laden stehen bleibt. Ärmer ist die Bäckerei dadurch nicht — sie hat nur eine andere Form von Vermögen als vorher.
LĂĽckentext #4 15s â–¶ Testen

Harry kauft am 19. Oktober Mandeln für 310 € auf Rechnung. Er bekommt die Mandeln und gibt dafür ein ___.

âś“ Antwort: Zahlungsversprechen
Jeder Tausch hat zwei Seiten. Wo kein Geld fließt, ist die Gegenleistung das Versprechen zu zahlen — und das ist ab sofort eine Schuld der Bäckerei.
Mittel
Multiple Choice #1 25s â–¶ Testen

Am 5. September kauft Harry Zucker für 260 € auf Rechnung; bezahlt wird erst in vier Wochen. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt Zucker, sie gibt ein Zahlungsversprechen ĂĽber 260 €.
  • â—‹ Sie bekommt Zucker, sie gibt 260 € Bargeld.
  • â—‹ Sie bekommt Zucker und gibt vorerst nichts.
Auch ohne einen einzigen Cent hat Harry etwas hergegeben: das Versprechen, in vier Wochen 260 € zu zahlen. Genau dieses Versprechen steht als Schuld auf der rechten Seite der Bilanz.
Multiple Choice #2 25s â–¶ Testen

Am 12. September liefert Harry Semmeln für 340 € an die Schulkantine und schreibt eine Rechnung. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt eine Forderung ĂĽber 340 €, sie gibt Semmeln.
  • â—‹ Sie bekommt 340 € Bargeld, sie gibt Semmeln.
  • â—‹ Sie bekommt Semmeln, sie gibt eine Forderung ĂĽber 340 €.
Die Kantine hat noch nichts bezahlt, also bekommt Harry zunächst nur einen Anspruch auf 340 €. Dieser Anspruch heißt Forderung und ist Vermögen der Bäckerei.
Multiple Choice #3 25s â–¶ Testen

Am 23. September nimmt Harry bei der Sparkasse ein Darlehen über 11.500 € auf; das Geld liegt auf dem Bankkonto. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt 11.500 € Bankguthaben, sie gibt ein RĂĽckzahlungsversprechen ĂĽber 11.500 €.
  • â—‹ Sie bekommt 11.500 € Bankguthaben und gibt nichts dafĂĽr her.
  • â—‹ Sie bekommt ein RĂĽckzahlungsversprechen, sie gibt 11.500 € Bankguthaben.
FĂĽr das Geld gibt Harry sein Versprechen, es zurĂĽckzuzahlen. Die dritte Antwort ist die Sicht der Sparkasse: Sie gibt das Geld und bekommt das Versprechen.
Multiple Choice #4 25s â–¶ Testen

Am 30. September überweist Harry 1.320 € Miete für den September, den er im Laden gebacken hat. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt einen Monat Nutzung des Ladens, sie gibt 1.320 € Bankguthaben.
  • â—‹ Sie gibt 1.320 € Bankguthaben und bekommt nichts dafĂĽr.
  • â—‹ Sie bekommt einen Monat Nutzung des Ladens, sie gibt 1.320 € Bargeld.
Auch eine Dienstleistung ist eine Gegenleistung: Harry hat den Laden einen Monat lang benutzt. Bezahlt wird per Ăśberweisung, also sinkt das Bankguthaben, nicht die Kasse.
Multiple Choice #5 25s â–¶ Testen

Am 2. Oktober bringt Harry 850 € aus der Kasse zur Bank und zahlt sie auf das Geschäftskonto ein. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt 850 € Bankguthaben, sie gibt 850 € Bargeld.
  • â—‹ Sie bekommt 850 € Bargeld, sie gibt 850 € Bankguthaben.
  • â—‹ Sie gibt 850 € Bargeld und bekommt nichts dafĂĽr.
Beide Seiten des Tauschs sind hier Geld — nur in verschiedener Form. Die zweite Antwort ist die Sicht der Bank, die das Bargeld bekommt und das Guthaben gutschreibt.
Wahr / Falsch #6 20s â–¶ Testen

Am 12. Oktober kauft Harry Backpapier für 180 € auf Rechnung. Weil kein Geld fließt, hat die Bäckerei bei diesem Vorfall nichts hergegeben.

âś“ Falsch
Nein. Sie hat ein Zahlungsversprechen über 180 € hergegeben; deshalb steht die Schuld beim Händler ab dem 12. Oktober in der Bilanz.
Wahr / Falsch #7 20s â–¶ Testen

Am 15. Oktober verkauft Harry Kuchen für 240 € über den Ladentisch; die Kundin zahlt bar. Aus Sicht von Harrys Bäckerei gilt: Sie bekommt 240 € Bargeld und gibt Kuchen.

âś“ Wahr
Ja, so herum stimmt es. Aus Sicht der Kundin ist es genau andersherum: Sie gibt das Bargeld und bekommt den Kuchen. Wer die Seiten vertauscht, bucht den ganzen Vorfall verkehrt herum.
Zahleneingabe #8 25s â–¶ Testen

Am 20. Oktober liefert Harry einem Café Torten für 410 € auf Rechnung, am 27. Oktober überweist das Café den Betrag. Wie viele Geschäftsvorfälle sind das zusammen?

âś“ Antwort: 2
Zwei. Am 20. Oktober werden Torten gegen eine Forderung getauscht, am 27. Oktober die Forderung gegen Bankguthaben. Die Zahlung ist ein eigener Tausch, kein Nachtrag zum ersten.
Schwer
Multiple Choice #1 30s â–¶ Testen

Am 16. September überweist die Schulkantine die 340 € aus der Rechnung vom 12. September. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt 340 € Bankguthaben, sie gibt ihre Forderung gegen die Kantine her.
  • â—‹ Sie bekommt 340 € Bankguthaben und gibt nichts dafĂĽr her.
  • â—‹ Sie bekommt 340 € Bankguthaben, sie gibt Semmeln.
Der Anspruch verschwindet, das Geld ist da — aus der Forderung wird Bankguthaben. Die Semmeln hat Harry schon am 12. September hergegeben; das war ein eigener Geschäftsvorfall.
Multiple Choice #2 30s â–¶ Testen

Am 19. September überweist Harry der Mühle die 260 € für den Zucker vom 5. September. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt ihr Zahlungsversprechen zurĂĽck, sie gibt 260 € Bankguthaben.
  • â—‹ Sie gibt 260 € Bankguthaben und bekommt nichts dafĂĽr.
  • â—‹ Sie bekommt Zucker, sie gibt 260 € Bankguthaben.
Harry wird eine Schuld los — das ist die Gegenleistung für sein Geld. Den Zucker hat er schon am 5. September bekommen; die Zahlung holt nur das Versprechen ein.
Multiple Choice #3 25s â–¶ Testen

Am 5. Oktober putzt eine Aushilfe den ganzen Tag die Backstube; Harry überweist ihr am Abend 120 € Lohn. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt die Arbeit der Aushilfe, sie gibt 120 € Bankguthaben.
  • â—‹ Sie gibt 120 € Bankguthaben und bekommt nichts dafĂĽr.
  • â—‹ Sie bekommt 120 € Bankguthaben, sie gibt die Arbeit der Aushilfe.
Auch Arbeit ist eine Gegenleistung: Die Backstube ist sauber. Dass davon nichts im Regal steht, ändert nichts daran — die Bäckerei hat die Arbeit bekommen und dafür Geld gegeben. Die dritte Antwort ist die Sicht der Aushilfe.
Multiple Choice #4 25s â–¶ Testen

Am 8. Oktober bestellt Harry telefonisch zwei Backbleche für 640 €; geliefert und berechnet wird im November. Was bekommt die Bäckerei, und was gibt sie?

  • â—Ź Sie bekommt nichts, und sie gibt nichts.
  • â—‹ Sie bekommt zwei Backbleche, sie gibt ein Zahlungsversprechen ĂĽber 640 €.
  • â—‹ Sie bekommt zwei Backbleche, sie gibt 640 € Bargeld.
Am 8. Oktober hat noch kein Tausch stattgefunden: kein Blech im Laden, keine Schuld auf dem Papier. Erst die Lieferung im November ist ein Geschäftsvorfall.