Die Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen
Juni: Umsatzerlöse 18.470 €, Materialaufwand 6.150 €, Personalaufwand 4.820 €, Abschreibungen 1.310 €. Wie hoch ist der Erfolg des Monats Juni?
Erklärung: 18.470 € − 6.150 € − 4.820 € − 1.310 € = 6.190 €. Die 12.280 € sind die Summe der Aufwendungen, die 18.470 € allein die Ertragsseite — beides ist kein Erfolg, sondern eine halbe Rechnung.
Juli: Umsatzerlöse 21.300 €, Materialaufwand 7.480 €, Personalaufwand 5.150 €, Abschreibungen 1.870 €. Für die Abschreibungen ist im Juli kein Cent geflossen. Wie hoch ist der Erfolg des Monats Juli?
Erklärung: 21.300 € − 7.480 € − 5.150 € − 1.870 € = 6.800 €. Die 8.670 € kämen heraus, wenn man die Abschreibungen wegließe, weil kein Geld geflossen ist — verbraucht wurde der Backofen trotzdem.
August: Harry verkauft Brot für 15.600 € netto. Darauf kommen 7 % Umsatzsteuer, also 1.092 €; die Kunden zahlen zusammen 16.692 €. Wie hoch ist der Ertrag des Monats August?
Erklärung: Die 1.092 € kassiert Harry nur für das Finanzamt; sie sind vom ersten Tag an eine Verbindlichkeit und kein Ertrag. Geschaffen hat die Bäckerei Wert für 15.600 €.
September: Umsatzerlöse 16.400 €, Materialaufwand 5.900 €, Personalaufwand 4.300 €. Außerdem nimmt Harry ein Darlehen über 25.000 € auf, das Geld liegt auf dem Konto. Wie hoch ist der Erfolg des Monats September?
Erklärung: 16.400 € − 5.900 € − 4.300 € = 6.200 €. Das Darlehen bringt 25.000 € auf das Konto und 25.000 € Schulden dazu — geschaffen ist dabei nichts, also steht es in keiner Zeile der GuV.
Oktober: Umsatzerlöse 17.850 €, Materialaufwand 6.400 €, Personalaufwand 4.950 €. Außerdem überweist Harry 2.850 € Tilgung und 340 € Zinsen an die Bank. Wie hoch ist der Erfolg des Monats Oktober?
Erklärung: 17.850 € − 6.400 € − 4.950 € − 340 € = 6.160 €. Die Tilgung macht nur die Schuld kleiner und gehört nicht in die GuV; verbraucht ist allein der Preis für das geliehene Geld.
November: Umsatzerlöse 19.200 €, Materialaufwand 6.750 €, Personalaufwand 5.100 €, Abschreibungen 1.450 €; außerdem nimmt Harry ein Darlehen über 6.000 € auf. Welche Aufstellung ergibt den Erfolg des Monats November?
Erklärung: Alle vier Erfolgskonten gehören hinein, das Darlehen in keines davon. Wer die 6.000 € dazuzählt, verwechselt Geldzufluss mit Ertrag; wer die Abschreibungen wegschneidet, verwechselt Werteverzehr mit Auszahlung.
Dezember: Harry verkauft für 22.400 € netto zuzüglich 1.568 € Umsatzsteuer; Materialaufwand 8.100 €, Personalaufwand 6.250 €, Abschreibungen 1.480 €. Welche Aufstellung ergibt den Erfolg des Monats Dezember?
Erklärung: Die 1.568 € Umsatzsteuer gehören dem Finanzamt und stehen in keiner Ertragszeile; die Abschreibungen gehören in jede. Netto rechnen, alle vier Konten mitnehmen.
Januar: Umsatzerlöse 11.100 €, Materialaufwand 5.400 €, Personalaufwand 5.900 €, Abschreibungen 1.480 €. Wie hoch ist der Erfolg des Monats Januar?
Erklärung: 11.100 € − 5.400 € − 5.900 € − 1.480 € = −1.680 €, also ein Verlust von 1.680 €. Ein Ergebnis darf negativ sein — es wird nicht auf null gerundet, damit die Aufstellung schöner aussieht.
Im Februar gehen drei Beträge über Harrys Konto: 1.290 € Stromrechnung für den Backofen, 2.780 € Tilgung des Darlehens und 4.100 € Anzahlung eines Kunden für eine Hochzeitstorte im Mai. Welcher Betrag gehört auf die Aufwandsseite der GuV?
Erklärung: Verbraucht wurde nur der Strom. Die Tilgung baut Schuld ab, die Anzahlung ist Geld für eine Leistung, die es noch nicht gibt — sie ist eine Verbindlichkeit gegenüber der Kundin.
März: Drei Überweisungen verlassen Harrys Konto — 1.365 € Umsatzsteuer an das Finanzamt, 830 € Versicherung für den Monat März und 1.520 € Anzahlung an den Ofenbauer für eine Knetmaschine, die im Juni geliefert wird. Wie hoch ist der Aufwand des Monats März?
Erklärung: Nur der Versicherungsschutz für März ist verbraucht. Die Umsatzsteuer war nie Harrys Geld, sondern eine Schuld gegenüber dem Finanzamt, und die Anzahlung kauft eine Maschine, die es noch nicht gibt — beides bewegt Geld, ohne Wert zu verzehren.
Im Mai nimmt Harrys Bäckerei ein Darlehen über 8.500 € auf. Dadurch steigen die Erträge des Monats Mai um 8.500 €.
Erklärung: Nein. Auf dem Konto liegen 8.500 € mehr und in der Bilanz stehen 8.500 € mehr Schulden — geschaffen wurde nichts. Ertrag kostet die Bäckerei Arbeit, ein Kredit nur Zinsen.
Im Mai tilgt Harry 1.950 € seines Darlehens. Dieser Betrag gehört auf die Aufwandsseite der Mai-GuV.
Erklärung: Nein. Die Tilgung tauscht Geld gegen Schuld und verbraucht keinen Wert. Aufwand wären nur die Zinsen, die daneben anfallen.
Februar: Harrys Aufwendungen betragen zusammen 14.700 €, seine Erträge 12.900 €. Der Erfolg des Monats Februar heißt deshalb ___.
Erklärung: 12.900 € − 14.700 € = −1.800 €. Die Gewinn- und Verlustrechnung stellt die Aufwendungen einer Periode ihren Erträgen gegenüber; überwiegen die Aufwendungen, heißt der Saldo Verlust.
April: Umsatzerlöse 24.600 €, Materialaufwand 8.900 €, Personalaufwand 6.750 €, Abschreibungen 1.620 €. Wie hoch ist der Erfolg des Monats April in Euro?
Erklärung: 24.600 € − 8.900 € − 6.750 € − 1.620 € = 7.330 €. Alle drei Aufwandskonten zählen, auch das, für das kein Geld geflossen ist.
Mai: Umsatzerlöse 16.900 €, Personalaufwand 5.200 €, Abschreibungen 1.300 €. Der Gewinn des Monats beträgt 4.500 €. Wie hoch war der Materialaufwand in Euro?
Erklärung: 16.900 € − 5.200 € − 1.300 € − 4.500 € = 5.900 €. Die GuV lässt sich in jede Richtung lesen, weil beide Seiten dieselbe Periode beschreiben.