Die Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen

Drawing up the income statement

Wirtschaft und Recht Klasse 9 15 Aufgaben
RechnungswesenGewinn- und VerlustrechnungAufwand und ErtragPeriodisierungKerncurriculum

Eine Gewinn- und Verlustrechnung stellt für einen abgegrenzten Zeitraum die Aufwendungen den Erträgen gegenüber; was übrig bleibt, ist Gewinn oder Verlust. Die Schülerin rechnet für einen Monat aus Harrys Bäckerei mit den vier Erfolgskonten des Lehrplans — Materialaufwand, Personalaufwand, Abschreibungen und Umsatzerlöse — den Erfolg aus und entscheidet zwischen drei fertigen Aufstellungen, welche davon stimmt. Drei Beträge sehen dabei nach Erfolg aus und sind keiner: die Umsatzsteuer, die Harry nur für das Finanzamt kassiert und als Verbindlichkeit weiterreicht; die Aufnahme eines Darlehens, die Geld bringt und gleich viel Schuld dazu; und die Tilgung, die Schuld abbaut, statt Wert zu verbrauchen — allein die Zinsen sind Aufwand. Die Umsatzsteuer gehört mit den Bestands- und Erfolgskonten zu den drei fehlerträchtigsten Gebieten des Anfangsunterrichts (Türling u. a. 2011), und die beiden anderen Fälle treffen die Liquiditätszufluss- und Liquiditätsabflussvorstellung (Berding & Jahncke 2020) an ihrer empfindlichsten Stelle. Vorbereitet wird wirtschaft-und-recht.grade9.konten-abschliessen.

Können & Üben

Die Klassen-Bäckerei — vier Monate auf Papier

workshop

90 min · once

klassenraum

Jede Gruppe führt eine Bäckerei über vier Monate. Die Begleitperson spielt Kundschaft, Lieferant und Vermieter und ruft die Monate aus. Der Kern des Aufbaus: Es gibt zwei Bögen, und in jedem Monat wird jeder Vorgang auf beiden, auf einem oder auf keinem eingetragen. Genau das ist die Lernfrage. Aufbau. Jede Gruppe startet mit 300 € Spielgeld auf dem KONTO-Bogen und einer leeren ERFOLG-Tabelle. An der Tafel steht die einzige Regel, die die Gruppen brauchen: Auf den KONTO-Bogen kommt, was Geld bewegt. Auf den ERFOLG-Bogen kommt, was verbraucht oder erwirtschaftet wurde. Nicht mehr. Monat 1 — alles bar. Die Gruppen kaufen Ware (Kärtchen zu 6 €), verkaufen an die Begleitperson für 15 € bar, zahlen 100 € Miete. Beide Bögen füllen sich parallel. Am Monatsende beide Ergebnisse nebeneinander an die Tafel: Gewinn und Kontostand sind fast dasselbe. Das ist die Ausgangslage — und die Vorstellung, die als Nächstes bricht. Monat 2 — der große Kunde zahlt später. Die Begleitperson tritt als Café auf und bestellt groß, zahlt aber „in zwei Monaten“: statt Scheinen gibt es eine rote Karte. Vorher vermuten lassen: Was passiert jetzt mit den beiden Bögen? Dann eintragen. Beobachten: Der ERFOLG-Bogen zeigt einen guten Monat, der KONTO-Bogen schrumpft, weil Ware und Miete bar bezahlt wurden. Erklären lassen, warum beides gleichzeitig stimmt. Monat 3 — die Miete kommt trotzdem. Die Miete wird eingezogen, egal wie voll das Konto ist. Wer nicht zahlen kann, muss verhandeln: Kunden anrufen (die Begleitperson zahlt eine rote Karte vorzeitig aus, wenn eine Gruppe gut fragt), weniger einkaufen, oder einen Kredit aufnehmen — 200 € gegen 10 € Zinsen pro Monat. Wichtig: Der Kredit kommt auf den KONTO-Bogen und NICHT auf den ERFOLG-Bogen; nur die Zinsen sind Aufwand. Genau hier irren die meisten Gruppen, und genau hier lohnt das Innehalten. Monat 4 — Wachstum. Die Begleitperson bestellt doppelt so viel wie in Monat 2, wieder auf Rechnung. Vorher vermuten lassen: Wird das Konto voller oder leerer? Fast alle sagen voller. Beobachten: Es wird leerer, weil die doppelte Ware sofort zu bezahlen ist. Der ERFOLG-Bogen zeigt den besten Monat des Jahres. Abschluss (20 Minuten, der wichtigste Teil). Jede Gruppe schreibt zwei Zahlen an die Tafel: Gewinn der vier Monate und Kontostand am Ende. Die Spannweite zwischen den Gruppen ist der Gesprächsanlass. Drei Fragen nacheinander: Wo steckt bei der Gruppe mit dem höchsten Gewinn das Geld? (In den roten Karten und in den Warenkärtchen.) Was hätte die Gruppe mit dem leersten Konto anders machen können, ohne weniger zu verkaufen? (Kürzere Zahlungsziele, kleineres Lager, Kredit.) Und: Welcher Vorgang stand auf beiden Bögen, welcher nur auf einem? Die Liste an der Tafel ist das Ergebnis der Stunde — Aufwand ist nicht Auszahlung, Ertrag ist nicht Einzahlung.

guide

6–30

Leicht
Lückentext #1 20s ▶ Testen

Februar: Harrys Aufwendungen betragen zusammen 14.700 €, seine Erträge 12.900 €. Der Erfolg des Monats Februar heißt deshalb ___.

✓ Antwort: Verlust
12.900 € − 14.700 € = −1.800 €. Die Gewinn- und Verlustrechnung stellt die Aufwendungen einer Periode ihren Erträgen gegenüber; überwiegen die Aufwendungen, heißt der Saldo Verlust.
Mittel
Multiple Choice #1 30s ▶ Testen

Juni: Umsatzerlöse 18.470 €, Materialaufwand 6.150 €, Personalaufwand 4.820 €, Abschreibungen 1.310 €. Wie hoch ist der Erfolg des Monats Juni?

  • ● 6.190 €
  • ○ 12.280 €
  • ○ 18.470 €
18.470 € − 6.150 € − 4.820 € − 1.310 € = 6.190 €. Die 12.280 € sind die Summe der Aufwendungen, die 18.470 € allein die Ertragsseite — beides ist kein Erfolg, sondern eine halbe Rechnung.
Multiple Choice #2 30s ▶ Testen

Juli: Umsatzerlöse 21.300 €, Materialaufwand 7.480 €, Personalaufwand 5.150 €, Abschreibungen 1.870 €. Für die Abschreibungen ist im Juli kein Cent geflossen. Wie hoch ist der Erfolg des Monats Juli?

  • ● 6.800 €
  • ○ 8.670 €
  • ○ 21.300 €
21.300 € − 7.480 € − 5.150 € − 1.870 € = 6.800 €. Die 8.670 € kämen heraus, wenn man die Abschreibungen wegließe, weil kein Geld geflossen ist — verbraucht wurde der Backofen trotzdem.
Multiple Choice #3 30s ▶ Testen

September: Umsatzerlöse 16.400 €, Materialaufwand 5.900 €, Personalaufwand 4.300 €. Außerdem nimmt Harry ein Darlehen über 25.000 € auf, das Geld liegt auf dem Konto. Wie hoch ist der Erfolg des Monats September?

  • ● 6.200 €
  • ○ 31.200 €
  • ○ 25.000 €
16.400 € − 5.900 € − 4.300 € = 6.200 €. Das Darlehen bringt 25.000 € auf das Konto und 25.000 € Schulden dazu — geschaffen ist dabei nichts, also steht es in keiner Zeile der GuV.
Multiple Choice #4 30s ▶ Testen

Januar: Umsatzerlöse 11.100 €, Materialaufwand 5.400 €, Personalaufwand 5.900 €, Abschreibungen 1.480 €. Wie hoch ist der Erfolg des Monats Januar?

  • ● −1.680 €
  • ○ 1.680 €
  • ○ 0 €
11.100 € − 5.400 € − 5.900 € − 1.480 € = −1.680 €, also ein Verlust von 1.680 €. Ein Ergebnis darf negativ sein — es wird nicht auf null gerundet, damit die Aufstellung schöner aussieht.
Wahr / Falsch #5 20s ▶ Testen

Im Mai nimmt Harrys Bäckerei ein Darlehen über 8.500 € auf. Dadurch steigen die Erträge des Monats Mai um 8.500 €.

✓ Falsch
Nein. Auf dem Konto liegen 8.500 € mehr und in der Bilanz stehen 8.500 € mehr Schulden — geschaffen wurde nichts. Ertrag kostet die Bäckerei Arbeit, ein Kredit nur Zinsen.
Wahr / Falsch #6 20s ▶ Testen

Im Mai tilgt Harry 1.950 € seines Darlehens. Dieser Betrag gehört auf die Aufwandsseite der Mai-GuV.

✓ Falsch
Nein. Die Tilgung tauscht Geld gegen Schuld und verbraucht keinen Wert. Aufwand wären nur die Zinsen, die daneben anfallen.
Zahleneingabe #7 30s ▶ Testen

April: Umsatzerlöse 24.600 €, Materialaufwand 8.900 €, Personalaufwand 6.750 €, Abschreibungen 1.620 €. Wie hoch ist der Erfolg des Monats April in Euro?

✓ Antwort: 7330
24.600 € − 8.900 € − 6.750 € − 1.620 € = 7.330 €. Alle drei Aufwandskonten zählen, auch das, für das kein Geld geflossen ist.
Schwer
Multiple Choice #1 30s ▶ Testen

August: Harry verkauft Brot für 15.600 € netto. Darauf kommen 7 % Umsatzsteuer, also 1.092 €; die Kunden zahlen zusammen 16.692 €. Wie hoch ist der Ertrag des Monats August?

  • ● 15.600 €
  • ○ 16.692 €
  • ○ 1.092 €
Die 1.092 € kassiert Harry nur für das Finanzamt; sie sind vom ersten Tag an eine Verbindlichkeit und kein Ertrag. Geschaffen hat die Bäckerei Wert für 15.600 €.
Multiple Choice #2 30s ▶ Testen

Oktober: Umsatzerlöse 17.850 €, Materialaufwand 6.400 €, Personalaufwand 4.950 €. Außerdem überweist Harry 2.850 € Tilgung und 340 € Zinsen an die Bank. Wie hoch ist der Erfolg des Monats Oktober?

  • ● 6.160 €
  • ○ 3.310 €
  • ○ 6.500 €
17.850 € − 6.400 € − 4.950 € − 340 € = 6.160 €. Die Tilgung macht nur die Schuld kleiner und gehört nicht in die GuV; verbraucht ist allein der Preis für das geliehene Geld.
Multiple Choice #3 30s ▶ Testen

November: Umsatzerlöse 19.200 €, Materialaufwand 6.750 €, Personalaufwand 5.100 €, Abschreibungen 1.450 €; außerdem nimmt Harry ein Darlehen über 6.000 € auf. Welche Aufstellung ergibt den Erfolg des Monats November?

  • ● 19.200 € − 6.750 € − 5.100 € − 1.450 € = 5.900 €
  • ○ 19.200 € + 6.000 € − 6.750 € − 5.100 € − 1.450 € = 11.900 €
  • ○ 19.200 € − 6.750 € − 5.100 € = 7.350 €
Alle vier Erfolgskonten gehören hinein, das Darlehen in keines davon. Wer die 6.000 € dazuzählt, verwechselt Geldzufluss mit Ertrag; wer die Abschreibungen wegschneidet, verwechselt Werteverzehr mit Auszahlung.
Multiple Choice #4 30s ▶ Testen

Dezember: Harry verkauft für 22.400 € netto zuzüglich 1.568 € Umsatzsteuer; Materialaufwand 8.100 €, Personalaufwand 6.250 €, Abschreibungen 1.480 €. Welche Aufstellung ergibt den Erfolg des Monats Dezember?

  • ● 22.400 € − 8.100 € − 6.250 € − 1.480 € = 6.570 €
  • ○ 23.968 € − 8.100 € − 6.250 € − 1.480 € = 8.138 €
  • ○ 22.400 € − 8.100 € − 6.250 € = 8.050 €
Die 1.568 € Umsatzsteuer gehören dem Finanzamt und stehen in keiner Ertragszeile; die Abschreibungen gehören in jede. Netto rechnen, alle vier Konten mitnehmen.
Multiple Choice #5 30s ▶ Testen

Im Februar gehen drei Beträge über Harrys Konto: 1.290 € Stromrechnung für den Backofen, 2.780 € Tilgung des Darlehens und 4.100 € Anzahlung eines Kunden für eine Hochzeitstorte im Mai. Welcher Betrag gehört auf die Aufwandsseite der GuV?

  • ● 1.290 €
  • ○ 2.780 €
  • ○ 4.100 €
Verbraucht wurde nur der Strom. Die Tilgung baut Schuld ab, die Anzahlung ist Geld für eine Leistung, die es noch nicht gibt — sie ist eine Verbindlichkeit gegenüber der Kundin.
Multiple Choice #6 30s ▶ Testen

März: Drei Überweisungen verlassen Harrys Konto — 1.365 € Umsatzsteuer an das Finanzamt, 830 € Versicherung für den Monat März und 1.520 € Anzahlung an den Ofenbauer für eine Knetmaschine, die im Juni geliefert wird. Wie hoch ist der Aufwand des Monats März?

  • ● 830 €
  • ○ 3.715 €
  • ○ 2.195 €
Nur der Versicherungsschutz für März ist verbraucht. Die Umsatzsteuer war nie Harrys Geld, sondern eine Schuld gegenüber dem Finanzamt, und die Anzahlung kauft eine Maschine, die es noch nicht gibt — beides bewegt Geld, ohne Wert zu verzehren.
Zahleneingabe #7 30s ▶ Testen

Mai: Umsatzerlöse 16.900 €, Personalaufwand 5.200 €, Abschreibungen 1.300 €. Der Gewinn des Monats beträgt 4.500 €. Wie hoch war der Materialaufwand in Euro?

✓ Antwort: 5900
16.900 € − 5.200 € − 1.300 € − 4.500 € = 5.900 €. Die GuV lässt sich in jede Richtung lesen, weil beide Seiten dieselbe Periode beschreiben.