Kennzahlen berechnen und deuten
Bilanzsumme 250.000 €, Eigenkapital 80.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalquote in Prozent?
Erklärung: 80.000 € ÷ 250.000 € = 0,32, also 32 %. Die Eigenkapitalquote misst das Eigenkapital an der Bilanzsumme — nicht am Umsatz und nicht am Gewinn.
Eigenkapital 80.000 €, Jahresgewinn 12.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalrentabilität in Prozent?
Erklärung: 12.000 € ÷ 80.000 € = 0,15, also 15 %. Die Frage lautet, was aus dem eingesetzten Eigenkapital geworden ist.
Umsatzerlöse 400.000 €, Jahresgewinn 12.000 €. Wie hoch ist die Umsatzrentabilität in Prozent?
Erklärung: 12.000 € ÷ 400.000 € = 0,03, also 3 %. Von jedem Euro Umsatz bleiben drei Cent Gewinn übrig.
Eine Bank prüft, ob sie dem Betrieb einen Kredit gibt, und will wissen, wie viel Verlust er aushält, bevor ihr eigenes Geld betroffen ist. Welche Zahl beantwortet das?
Erklärung: Verluste zehren zuerst das Eigenkapital auf. Erst wenn es aufgebraucht ist, verlieren die Gläubiger Geld — deshalb ist die Eigenkapitalquote die Sicherheitszahl.
Die Inhaberin überlegt, ob sich ihre 80.000 € im Betrieb besser verzinsen als auf dem Sparkonto. Welche Zahl beantwortet das?
Erklärung: Verglichen wird der Ertrag mit dem, was sie selbst hineingesteckt hat. Genau das ist die Eigenkapitalrentabilität.
Betrieb A: Umsatz 1.000.000 €, Gewinn 20.000 €, Eigenkapital 50.000 €. Betrieb B: Umsatz 100.000 €, Gewinn 15.000 €, Eigenkapital 300.000 €. Welcher verzinst das eingesetzte Eigenkapital besser?
Erklärung: A: 20.000 ÷ 50.000 = 40 %. B: 15.000 ÷ 300.000 = 5 %. Bei der Umsatzrentabilität ist es umgekehrt (2 % gegen 15 %) — die beiden Kennzahlen können in entgegengesetzte Richtungen zeigen.
Ein Supermarkt hat 2 % Umsatzrentabilität, ein Juwelier 20 %. Was folgt daraus?
Erklärung: Ein Supermarkt verkauft dieselbe Ware sehr oft im Jahr, ein Juwelier selten. Kennzahlen sind nur innerhalb einer Branche vergleichbar — deshalb verlangt der Lehrplan ausdrücklich den Branchenvergleich.
Ein Betrieb nimmt 100.000 € Kredit auf. Bilanzsumme vorher 250.000 €, Eigenkapital 80.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalquote danach?
Erklärung: Das Eigenkapital bleibt bei 80.000 €, die Bilanzsumme steigt auf 350.000 €: 80.000 ÷ 350.000 ≈ 23 %. Ein Kredit erhöht die Bilanzsumme, nicht das Eigenkapital.
Ein Betrieb macht dieses Jahr mehr Gewinn als letztes Jahr. Also ist auch seine Eigenkapitalquote gestiegen.
Erklärung: Nicht zwingend. Wenn der Betrieb im selben Jahr einen großen Kredit aufgenommen hat, wächst die Bilanzsumme stärker als das Eigenkapital, und die Quote fällt trotz höherem Gewinn.
Umsatzerlöse 200.000 €, Aufwendungen 200.000 €, Eigenkapital 60.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalrentabilität?
Erklärung: Erträge und Aufwendungen sind gleich, der Gewinn ist also null — und null geteilt durch jedes Eigenkapital ist null. Ein hoher Umsatz allein sagt über die Rendite nichts.
Die Kennzahl, die das Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme setzt, heißt Eigenkapital___.
Erklärung: Eigenkapitalquote = Eigenkapital ÷ Bilanzsumme. Die Eigenkapital*rentabilität* ist eine andere Zahl — sie teilt den Gewinn durch das Eigenkapital.
Gewinn 9.000 €, Umsatz 300.000 €, Eigenkapital 45.000 €, Bilanzsumme 180.000 €. Welche Rechnung ergibt die Umsatzrentabilität?
Erklärung: Umsatzrentabilität teilt den Gewinn durch den Umsatz: 3 %. Die zweite Rechnung wäre die Eigenkapitalrentabilität (20 %), die dritte die Eigenkapitalquote (25 %).
Ein Betrieb ersetzt einen Teil seines Fremdkapitals durch eine Einlage der Inhaberin. Dadurch steigt seine Eigenkapitalquote.
Erklärung: Richtig. Das Eigenkapital wächst, die Bilanzsumme bleibt gleich, also steigt der Anteil. Die Eigenkapitalrentabilität sinkt dabei allerdings, wenn der Gewinn gleich bleibt — mehr eingesetztes Kapital bei gleichem Ertrag.
Eigenkapitalquote 40 %, Eigenkapital 120.000 €. Wie hoch ist die Bilanzsumme in Euro?
Erklärung: 120.000 € sind 40 % der Bilanzsumme, also ist die Bilanzsumme 120.000 ÷ 0,40 = 300.000 €. Fremdkapital sind dann die restlichen 180.000 €.
Ein Betrieb hat 45 % Eigenkapitalquote, 18 % Eigenkapitalrentabilität und 6 % Umsatzrentabilität. Welche Frage bleibt trotzdem unbeantwortet?
Erklärung: Alle drei Kennzahlen stammen aus Bilanz und GuV eines Stichtags. Ob morgen Geld auf dem Konto liegt, sagt keine davon — dafür braucht es die Liquidität.