Kennzahlen berechnen und deuten
Computing and reading ratios
Aus Bilanz und GuV lassen sich Verhältniszahlen bilden, die einen Betrieb vergleichbar machen: die Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) sagt, wie viel Verlust ein Betrieb aushält, bevor die Gläubiger betroffen sind; die Eigenkapitalrentabilität und die Umsatzrentabilität sagen, was aus dem eingesetzten Kapital beziehungsweise aus jedem Euro Umsatz geworden ist. Die Schülerin rechnet sie aus gegebenen Zahlen aus und entscheidet dann das Schwierigere: welche Kennzahl die gestellte Frage überhaupt beantwortet. Der Kern ist die Nennerwahl — Umsatz- und Eigenkapitalrentabilität können in entgegengesetzte Richtungen zeigen, und ein Branchenvergleich ist nur innerhalb derselben Branche aussagekräftig. Der Lehrplan nennt genau diese drei Kennzahlen für WR9; vorbereitet werden damit die Bilanzanalyse der Oberstufe und die Auswertung eines Bilanz-Blitz-Durchlaufs.
Voraussetzungen (1)
Die Kennzahl, die das Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme setzt, heißt Eigenkapital___.
Bilanzsumme 250.000 €, Eigenkapital 80.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalquote in Prozent?
Eigenkapital 80.000 €, Jahresgewinn 12.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalrentabilität in Prozent?
Umsatzerlöse 400.000 €, Jahresgewinn 12.000 €. Wie hoch ist die Umsatzrentabilität in Prozent?
Eine Bank prüft, ob sie dem Betrieb einen Kredit gibt, und will wissen, wie viel Verlust er aushält, bevor ihr eigenes Geld betroffen ist. Welche Zahl beantwortet das?
Die Inhaberin überlegt, ob sich ihre 80.000 € im Betrieb besser verzinsen als auf dem Sparkonto. Welche Zahl beantwortet das?
Umsatzerlöse 200.000 €, Aufwendungen 200.000 €, Eigenkapital 60.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalrentabilität?
Gewinn 9.000 €, Umsatz 300.000 €, Eigenkapital 45.000 €, Bilanzsumme 180.000 €. Welche Rechnung ergibt die Umsatzrentabilität?
Betrieb A: Umsatz 1.000.000 €, Gewinn 20.000 €, Eigenkapital 50.000 €. Betrieb B: Umsatz 100.000 €, Gewinn 15.000 €, Eigenkapital 300.000 €. Welcher verzinst das eingesetzte Eigenkapital besser?
Ein Supermarkt hat 2 % Umsatzrentabilität, ein Juwelier 20 %. Was folgt daraus?
Ein Betrieb nimmt 100.000 € Kredit auf. Bilanzsumme vorher 250.000 €, Eigenkapital 80.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalquote danach?
Ein Betrieb macht dieses Jahr mehr Gewinn als letztes Jahr. Also ist auch seine Eigenkapitalquote gestiegen.
Ein Betrieb ersetzt einen Teil seines Fremdkapitals durch eine Einlage der Inhaberin. Dadurch steigt seine Eigenkapitalquote.
Eigenkapitalquote 40 %, Eigenkapital 120.000 €. Wie hoch ist die Bilanzsumme in Euro?
Ein Betrieb hat 45 % Eigenkapitalquote, 18 % Eigenkapitalrentabilität und 6 % Umsatzrentabilität. Welche Frage bleibt trotzdem unbeantwortet?