Kennzahlen berechnen und deuten

Computing and reading ratios

Wirtschaft und Recht Klasse 9 15 Aufgaben
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Aus Bilanz und GuV lassen sich Verhältniszahlen bilden, die einen Betrieb vergleichbar machen: die Eigenkapitalquote (Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme) sagt, wie viel Verlust ein Betrieb aushält, bevor die Gläubiger betroffen sind; die Eigenkapitalrentabilität und die Umsatzrentabilität sagen, was aus dem eingesetzten Kapital beziehungsweise aus jedem Euro Umsatz geworden ist. Die Schülerin rechnet sie aus gegebenen Zahlen aus und entscheidet dann das Schwierigere: welche Kennzahl die gestellte Frage überhaupt beantwortet. Der Kern ist die Nennerwahl — Umsatz- und Eigenkapitalrentabilität können in entgegengesetzte Richtungen zeigen, und ein Branchenvergleich ist nur innerhalb derselben Branche aussagekräftig. Der Lehrplan nennt genau diese drei Kennzahlen für WR9; vorbereitet werden damit die Bilanzanalyse der Oberstufe und die Auswertung eines Bilanz-Blitz-Durchlaufs.

Leicht
Lückentext #1 20s ▶ Testen

Die Kennzahl, die das Eigenkapital ins Verhältnis zur Bilanzsumme setzt, heißt Eigenkapital___.

✓ Antwort: quote
Eigenkapitalquote = Eigenkapital ÷ Bilanzsumme. Die Eigenkapital*rentabilität* ist eine andere Zahl — sie teilt den Gewinn durch das Eigenkapital.
Mittel
Zahleneingabe #1 25s ▶ Testen

Bilanzsumme 250.000 €, Eigenkapital 80.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalquote in Prozent?

✓ Antwort: 32
80.000 € ÷ 250.000 € = 0,32, also 32 %. Die Eigenkapitalquote misst das Eigenkapital an der Bilanzsumme — nicht am Umsatz und nicht am Gewinn.
Zahleneingabe #2 25s ▶ Testen

Eigenkapital 80.000 €, Jahresgewinn 12.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalrentabilität in Prozent?

✓ Antwort: 15
12.000 € ÷ 80.000 € = 0,15, also 15 %. Die Frage lautet, was aus dem eingesetzten Eigenkapital geworden ist.
Zahleneingabe #3 25s ▶ Testen

Umsatzerlöse 400.000 €, Jahresgewinn 12.000 €. Wie hoch ist die Umsatzrentabilität in Prozent?

✓ Antwort: 3
12.000 € ÷ 400.000 € = 0,03, also 3 %. Von jedem Euro Umsatz bleiben drei Cent Gewinn übrig.
Multiple Choice #4 30s ▶ Testen

Eine Bank prüft, ob sie dem Betrieb einen Kredit gibt, und will wissen, wie viel Verlust er aushält, bevor ihr eigenes Geld betroffen ist. Welche Zahl beantwortet das?

  • ● Eigenkapital ÷ Bilanzsumme
  • ○ Gewinn ÷ Umsatz
  • ○ Gewinn ÷ Eigenkapital
Verluste zehren zuerst das Eigenkapital auf. Erst wenn es aufgebraucht ist, verlieren die Gläubiger Geld — deshalb ist die Eigenkapitalquote die Sicherheitszahl.
Multiple Choice #5 30s ▶ Testen

Die Inhaberin überlegt, ob sich ihre 80.000 € im Betrieb besser verzinsen als auf dem Sparkonto. Welche Zahl beantwortet das?

  • ● Gewinn ÷ Eigenkapital
  • ○ Gewinn ÷ Umsatz
  • ○ Eigenkapital ÷ Bilanzsumme
Verglichen wird der Ertrag mit dem, was sie selbst hineingesteckt hat. Genau das ist die Eigenkapitalrentabilität.
Multiple Choice #6 30s ▶ Testen

Umsatzerlöse 200.000 €, Aufwendungen 200.000 €, Eigenkapital 60.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalrentabilität?

  • ● 0 %
  • ○ 100 %
  • ○ rund 30 %
Erträge und Aufwendungen sind gleich, der Gewinn ist also null — und null geteilt durch jedes Eigenkapital ist null. Ein hoher Umsatz allein sagt über die Rendite nichts.
Multiple Choice #7 30s ▶ Testen

Gewinn 9.000 €, Umsatz 300.000 €, Eigenkapital 45.000 €, Bilanzsumme 180.000 €. Welche Rechnung ergibt die Umsatzrentabilität?

  • ● 9.000 ÷ 300.000
  • ○ 9.000 ÷ 45.000
  • ○ 45.000 ÷ 180.000
Umsatzrentabilität teilt den Gewinn durch den Umsatz: 3 %. Die zweite Rechnung wäre die Eigenkapitalrentabilität (20 %), die dritte die Eigenkapitalquote (25 %).
Schwer
Multiple Choice #1 40s ▶ Testen

Betrieb A: Umsatz 1.000.000 €, Gewinn 20.000 €, Eigenkapital 50.000 €. Betrieb B: Umsatz 100.000 €, Gewinn 15.000 €, Eigenkapital 300.000 €. Welcher verzinst das eingesetzte Eigenkapital besser?

  • ● Betrieb A: 40 % gegenüber 5 %
  • ○ Betrieb B: 15 % gegenüber 2 %
  • ○ Beide gleich, weil A mehr Gewinn macht
A: 20.000 ÷ 50.000 = 40 %. B: 15.000 ÷ 300.000 = 5 %. Bei der Umsatzrentabilität ist es umgekehrt (2 % gegen 15 %) — die beiden Kennzahlen können in entgegengesetzte Richtungen zeigen.
Multiple Choice #2 35s ▶ Testen

Ein Supermarkt hat 2 % Umsatzrentabilität, ein Juwelier 20 %. Was folgt daraus?

  • ● Nichts über die Qualität der Betriebe — die Branchen haben verschiedene Umschläge
  • ○ Der Juwelier wird zehnmal so gut geführt
  • ○ Der Supermarkt macht Verlust
Ein Supermarkt verkauft dieselbe Ware sehr oft im Jahr, ein Juwelier selten. Kennzahlen sind nur innerhalb einer Branche vergleichbar — deshalb verlangt der Lehrplan ausdrücklich den Branchenvergleich.
Multiple Choice #3 40s ▶ Testen

Ein Betrieb nimmt 100.000 € Kredit auf. Bilanzsumme vorher 250.000 €, Eigenkapital 80.000 €. Wie hoch ist die Eigenkapitalquote danach?

  • ● rund 23 %
  • ○ rund 32 %
  • ○ rund 44 %
Das Eigenkapital bleibt bei 80.000 €, die Bilanzsumme steigt auf 350.000 €: 80.000 ÷ 350.000 ≈ 23 %. Ein Kredit erhöht die Bilanzsumme, nicht das Eigenkapital.
Wahr / Falsch #4 25s ▶ Testen

Ein Betrieb macht dieses Jahr mehr Gewinn als letztes Jahr. Also ist auch seine Eigenkapitalquote gestiegen.

✓ Falsch
Nicht zwingend. Wenn der Betrieb im selben Jahr einen großen Kredit aufgenommen hat, wächst die Bilanzsumme stärker als das Eigenkapital, und die Quote fällt trotz höherem Gewinn.
Wahr / Falsch #5 35s ▶ Testen

Ein Betrieb ersetzt einen Teil seines Fremdkapitals durch eine Einlage der Inhaberin. Dadurch steigt seine Eigenkapitalquote.

✓ Wahr
Richtig. Das Eigenkapital wächst, die Bilanzsumme bleibt gleich, also steigt der Anteil. Die Eigenkapitalrentabilität sinkt dabei allerdings, wenn der Gewinn gleich bleibt — mehr eingesetztes Kapital bei gleichem Ertrag.
Zahleneingabe #6 35s ▶ Testen

Eigenkapitalquote 40 %, Eigenkapital 120.000 €. Wie hoch ist die Bilanzsumme in Euro?

✓ Antwort: 300000
120.000 € sind 40 % der Bilanzsumme, also ist die Bilanzsumme 120.000 ÷ 0,40 = 300.000 €. Fremdkapital sind dann die restlichen 180.000 €.
Multiple Choice #7 35s ▶ Testen

Ein Betrieb hat 45 % Eigenkapitalquote, 18 % Eigenkapitalrentabilität und 6 % Umsatzrentabilität. Welche Frage bleibt trotzdem unbeantwortet?

  • ● Ob er nächsten Monat die Löhne zahlen kann
  • ○ Ob sich das eingesetzte Kapital verzinst
  • ○ Wie viel Verlust er aushält
Alle drei Kennzahlen stammen aus Bilanz und GuV eines Stichtags. Ob morgen Geld auf dem Konto liegt, sagt keine davon — dafür braucht es die Liquidität.