Was Minderjährige allein dürfen
Noah ist 12. Welches dieser Geschäfte ist ohne Zustimmung seiner Eltern wirksam?
Erklärung: Ohne Zustimmung wirksam ist nur, was lediglich einen rechtlichen Vorteil bringt (§ 107 BGB) – das Geschenk ohne Bedingung. Das Schnäppchen verpflichtet zur Zahlung von 5 €, das Moped zur Versicherung: beides rechtliche Nachteile. Stand 2026.
Mia (14) kauft auf dem Flohmarkt ein Rad, das 300 € wert ist, für 20 €; zahlen will sie nächste Woche. Weil das Geschäft für sie nur vorteilhaft ist, braucht sie keine Zustimmung ihrer Eltern.
Erklärung: Falsch. § 107 BGB meint einen rechtlichen, keinen wirtschaftlichen Vorteil. Mia muss 20 € zahlen – eine Pflicht. Ohne Einwilligung ist der Kauf schwebend unwirksam; § 110 hilft nicht, weil sie noch nicht bezahlt hat. Stand 2026.
Ohne Einwilligung der Eltern darf ein Minderjähriger Erklärungen abgeben, durch die er lediglich einen rechtlichen ___ erlangt (§ 107 BGB).
Erklärung: § 107 BGB: „Der Minderjährige bedarf zu einer Willenserklärung, durch die er nicht lediglich einen rechtlichen Vorteil erlangt, der Einwilligung seines gesetzlichen Vertreters.“
Ein Händler bietet Ben (12): „Die Konsole bekommst du gratis, wenn du dazu ein Spiele-Abo für 10 € im Monat abschließt.“ Ben sagt sofort zu. Gilt dieser Vertrag?
Erklärung: „Gratis“ ist hier nur ein Teil des Geschäfts: Das Abo verpflichtet Ben zu monatlichen Zahlungen, also ist es nicht lediglich rechtlich vorteilhaft (§ 107 BGB). Mit 12 ist Ben beschränkt geschäftsfähig, nicht geschäftsunfähig – der Vertrag hängt an der Genehmigung (§ 108 BGB). Stand 2026.
Tom (14) kauft ohne zu fragen ein Videospiel für 30 € und zahlt bar und vollständig. Mit welchem Geld ist der Kauf wirksam?
Erklärung: § 110 BGB verlangt Mittel, die zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung überlassen sind. Schulbuchgeld ist für einen anderen Zweck überlassen, das Geld der Mutter gar nicht. Stand 2026.
Ida (13) hat von ihrem Onkel 20 € zum Geburtstag bekommen; ihre Eltern lassen sie damit machen, was sie will. Sie kauft davon bar ein Buch für 20 €. Der Kauf ist wirksam.
Erklärung: Richtig. Mittel, die ein Dritter mit Zustimmung der Eltern zur freien Verfügung überlassen hat, zählen nach § 110 BGB; Ida hat vollständig bezahlt. Stand 2026.
Nach § 110 BGB müssen die Mittel dem Minderjährigen „zu diesem Zweck oder zu freier ___“ überlassen worden sein.
Erklärung: § 110 BGB: Mittel, „die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind“.
Lukas (13) kauft von seinem Taschengeld eine Guthabenkarte für 25 € und löst sie in einem Spiel gegen Spielwährung ein. Seine Eltern hat er nicht gefragt. Gilt dieser Vertrag?
Erklärung: Lukas hat vollständig bezahlt, und zwar mit Taschengeld, das ihm zur freien Verfügung überlassen ist (§ 110 BGB). Dass der Kauf im Netz stattfindet, ändert daran nichts. Stand 2026.
Ella (15) schließt in einer Musik-App ein Jahres-Abo für 8 € im Monat ab. Bezahlt wird über die Kreditkarte ihres Vaters, die auf dem Tablet gespeichert ist. Gilt dieser Vertrag?
Erklärung: Die Kreditkarte des Vaters ist kein Mittel, das Ella überlassen wurde, und ein Jahres-Abo ist nicht vollständig bewirkt (§ 110 BGB). Mit 15 ist Ella beschränkt geschäftsfähig: Ohne Einwilligung hängt der Vertrag an der Genehmigung (§ 108 BGB). Stand 2026.
Frage beantworten
Finn (14) hat im Handyspiel ein „Gold-Abo“ für 4,99 € pro Woche abgeschlossen. Abgebucht wird über das Google-Konto seiner Mutter, das auf seinem Handy eingerichtet ist. Finn sagt: „Das sind doch nur 5 €, das darf ich von meinem Taschengeld.“ Prüfe in zwei bis vier Sätzen, ob der Vertrag nach § 110 BGB wirksam ist.
Erklärung: § 110 BGB: vollständig bewirkt mit überlassenen Mitteln. Fremdes Konto und laufendes Abo erfüllen beides nicht. Stand 2026.
Ein Händler fordert die Eltern von Nina (15) schriftlich auf, zu erklären, ob sie Ninas Handyvertrag genehmigen. Die Eltern antworten zwei Wochen lang nicht. Damit gilt der Vertrag als genehmigt.
Erklärung: Falsch – umgekehrt. Nach der Aufforderung kann die Genehmigung nur binnen zwei Wochen erklärt werden; wird sie nicht erklärt, gilt sie als verweigert (§ 108 Abs. 2 Satz 2 BGB). Der Vertrag ist endgültig unwirksam. Stand 2026.
Felix hat mit 17 ohne Zustimmung einen Handyvertrag geschlossen. Seine Eltern haben nie reagiert, der Anbieter hat sie nie aufgefordert. Jetzt ist Felix 18. Wer kann den Vertrag jetzt genehmigen?
Erklärung: Ist der Minderjährige unbeschränkt geschäftsfähig geworden, tritt seine Genehmigung an die Stelle der Genehmigung der Eltern (§ 108 Abs. 3 BGB). Der Vertrag schwebt weiter, bis Felix entscheidet. Stand 2026.
Der Vertragspartner eines 16-Jährigen fordert dessen Eltern auf, sich zur Genehmigung zu erklären. Wie viele Wochen haben die Eltern dafür ab Empfang der Aufforderung?
Erklärung: § 108 Abs. 2 Satz 2 BGB: Die Genehmigung kann nur bis zum Ablauf von zwei Wochen nach dem Empfang der Aufforderung erklärt werden; danach gilt sie als verweigert.
Paul (16) kauft ohne Zustimmung ein gebrauchtes E-Bike in Raten. Der Händler schreibt den Eltern am 1. März: „Genehmigen Sie den Kauf?“ Der Brief kommt am 3. März an. Am 10. März sagt die Mutter zu Paul: „Von mir aus“, dem Händler antwortet niemand. Was gilt am 20. März?
Erklärung: Nach der Aufforderung kann die Genehmigung nur dem Händler gegenüber erklärt werden; das „Von mir aus“ zu Paul zählt nicht (§ 108 Abs. 2 Satz 1 BGB). Die zwei Wochen ab Empfang (3. März) sind am 20. März abgelaufen – die Genehmigung gilt als verweigert (§ 108 Abs. 2 Satz 2 BGB). Stand 2026.